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Mittwoch, 29. Juni 2011

DER ROSAROTE PANTHER


Inspektor Clouseau ist unterwegs...
Kapitel 12)

Inspektor Clouseau fährt vergnügt die letzten Meter zum Markt, den er schon von weitem sieht, er pfeift ziemlich laut vor sich hin, immer wieder dieselbe Melodie. Dann blickt er sich um, aha, da vorne sind die Gemüse und Obststände, doch wo gibt es Blumen? Selbstverständlich sind die Blumen das wichtigste, will er doch seiner lieben Nicole zeigen, wie sehr er sie schätzt, was sie ihm bedeutet. Und oho, was ist denn das? Auf dem ganzen Marktplatz gibt es keinen Fahrradständer? Nein, so was, wo stellen denn diese Franzosen hier ihr Fahrrad ab. Clouseau blickt sich mehrmals um. Nein, so ein Ding der Unmöglichkeit besitzen die Leute nicht. Wahrlich, das ist nicht Paris. Ein netter junger Mann bei einem Stand hat ihn beobachtet, neugierig tritt er ein Stück vor und fragt ihn: „Excuse moi,….monsieur….hm…kann ich Ihnen behilflich sein….sie sind nicht aus dieser Gegend…nicht wahr…?“ Clouseau: „Hm…ich suche…ja, ich suche…sie wissen schon…eines von diesen Dingsda…um mein Fahrrad…ordnungsgemäß abzustellen….hm….sehen sie ihn irgendwo?“ „Ach, sie meinen…hm….nein, denn gibt es hier nicht…wissen Sie…die Leute gehen hier zu Fuß…und das Gestell vom Hotel…hm…das können sie vergessen…die meisten stellen es irgendwo ab…und wenn es vergessen wird…stört das keinen…irgendwo…taucht es dann wieder auf…und die Polizei bringt es dem Hotel zurück…verstehen sie?“ Clouseau blickt ihn komisch an, nein, so ein Kerl, er braucht doch sein Rad…er will seiner Nicole die schönsten Blumen bringen. Clouseau schiebt sein Fahrrad durch die Menschenmenge durch, der junge Mann folgt ihm voller Neugierde. Man sieht herrliche Stände, die Verkäufer nicken freundlich, preisen ihre Waren…und ein älterer Herr ruft dem jungen Mann zu. „Na, wen bringst du uns heute, Pierre?...diesen jungen Mann da…sie wohnen sicherlich in einem Hotel …in welchen denn…wenn ich fragen darf….?“ „Er schiebt doch das alte Fahrrad…du weißt schon…altes Haus…die sammeln es dann morgen wieder ein.“ „Nein sowas….im neuesten Hotel der Stadt wohnen sie….lassen sie mal…Pierre besorgt das schon…Pierre bring das Fahrrad weg…kommen sie schon…ich hab was für sie!“ Clouseau steht vor Pierre, der sein Fahrrad möchte. Nein, was sind das für ungezogene Leute hier, kennt da niemand die Verkehrsschriften. „Ich bin Clouseau…ich würde gerne…mein Fahrrad selber versorgen…wenn sie nichts dagegen haben. Pierre nimmt die Hände von seinem Fahrrad weg. „Bitte! Ich habe nichts dagegen…ich geh mal wieder…bis später…!“ Pierre verschwindet in der Menschenmenge. „Und sie heißen Clouseau? Komisch, mit Vornamen?....“ „Mit Nachnamen…was fragen sie?“ „Und ihr Vorname?“ „Jaques, was denn sonst….ich suche wunderschöne Blumen für Nicole meine Frau….wissen sie…sie sehnt sich so nach fran-zösischen Blumen….“ „Komm Jaques….Madame Toulliere da vorne…meine Nachbarin…verkauft dir die schönsten Blumen von ganz Südfrankreich….woher kommst du?“ „Aus Paris!“ „Ah….ein Pariser!“, der Alte mustert Clouseau von oben bis unten, „und deine Frau….“ „Nicole, schläft jetzt in ihrem Zimmer…ich will sie über-raschen mit dem bezaubernsten Duft von Rosen….hm…hm…wie das duftet…Rosen“ „Naja…Rosen…hat sie gerade nicht…die sind … fürchte ich schon alle…aber…andere noch schönere Blumen….ah…was ist…?“ Clouseau hat während des Gesprächs seinen Kopf ein wenig nach links verdreht und einen jungen Mann beobachtet. Der hat ihm gar nicht gefallen. „Ich brauche jetzt…einen Ständer…!“ „Einen …was? Ach so….einen Ständer! Weißt du Jaques…den benutzt hier niemand…außer es erscheint die hiesige Polizei…wozu brauchst du denn das?“ „Ich bin von der Polizei.“ „Ah….von der…Pariser Polizei…nicht wahr…und da brauchst du einen Stän-der.“ Einen Fahrradständer…für mein Fahrrad. Man parkt jedes öffentliche Fahrzeug ordentlich auf der Straße…ver-stehen sie?“ „Ja, selbstverständlich….Madame Toulliere…wartet auf sie…du könntest es schieben…und dann…“ „Ah…da ist ja einer…mon dieu!“ Clouseau hat endlich das gefunden, was er gewollt hat, allerdings befindet er sich nicht in einem passablen Zustand. Man merkt dem Ständer an, dass er schon relativ alt ist. Er steht da irgendwie zwischen den Kisten und ist eigentlich nur im Weg, den Kisten selbstverständlich. Clouseau drückt dem verdatterten Alten sein Fahrrad in die Hand und nimmt den Ständer ins Visier. Die viele Kisten müssen mal da weg. Schlicht und einfach stellt er die ganze Schachteln zur Seite. Dann rückt er den Ständer zurecht, schiebt ihn bald hierhin bald dorthin, bis er bemerkt, dass sich ein paar Leute um ihn gescharrt haben, der Alte mit seinem Fahrrad ist auch dabei. Ehe noch die Besitzer der Schachteln ein Wort dazu sagen können, ergreift der Alte das Wort und meint: „Das ist bloß…ein Pariser Polizist…er will halt das Fahrrad unterbringen ….Leute….“ „Da vorne bei der Bank…haben sie einen, verstehen sie mich…funkelnagelneu…der glitzert in der Sonne…für ihren Drahtesel…hier…brauchen wir das nicht….Robert hält ihnen ihr Fahrrad….“ „Ach lass ihn doch….der will halt sein Fahrrad hinstellen…Mensch…reg dich nicht auf….“ „Und was soll ich mit meinen vielen Kisten?…wohin damit?…du weißt doch…deine liebe Cousine…die regt sich auf…wenn ich sie hoch staple…(die beiden haben kurz miteinander gesprochen und nicht gemerkt, dass Clouseau die Kisten und Schachteln übereinander stellt)…was machen sie denn da?…wenn das meine Frau …und seine Cousine sehen…was glauben sie, was es da für ein Theater gibt…nein, nein, mein guter Mann…das lassen sie bleiben.“ „Ach reg dich doch ab, Paul, …zeig ihm die schönsten Blumen für seine Frau…führ ihn zu Madame Toulliere…während ich hier auf sein Fahrrad aufpasse.“ Clouseau ist jetzt mit den Schachteln fertig und fängt an, vor den Zuschauern den Ständer noch einmal zu richten. Er schiebt ein bisschen hierhin und dorthin. „Und was wird das jetzt…?“, fragt der Alte mit seinem, Clouseaus Fahrrad“. „Das muss…ein bestimmter Winkel sein, genau…72 Grad….das machen wir in Paris immer so….“ Clouseau nimmt das Fahrrad und stellt es ab, bemerkt erst jetzt, dass es kein Schloss zum Versperren gibt. „Was ist? Was habens denn?“ „Das Schloss fehlt! Es kann ge-stohlen werden….!“ „Ja…aber das ist doch nur ein Rad….vom Hotel…verstehen sie, Jaques…ein armseliges altes Fahrrad.“ Clouseau nimmt Haltung an. „Nein, ….das ist ein ganz neues Fahrrad…und ich bringe es zurück…so wahr ich Inspektor Clouseau heiße….und ….“ Weiter kommt er nicht, denn eine Zuschauerin, eine Einheimische, fragt ihn: Sie sind Inspektor? Und woher? „ Aus Paris…das sagte er schon“, meldet sich der Alte zu Wort, „…und er will Blumen kaufen…bei Madame Toulliere…für seine Frau! Das ist doch so….Inspektor? Inspektor! Was Inspektor? Sie sind Inspektor? Vielleicht dieser be-rühmte Inspektor…? Nein, so was….hol schnell Monsieur Neville …sie sind Inspektor Clouseau…na freilich…jetzt erkenne ich sie…sie waren heute im Fernsehen…hm…da haben sie aber ein bisschen anders ausgeschaut. Paul, du passt auf sein Fahrrad auf…marsch marsch…etwas schnell…damit sein Fahrrad hier nicht gestohlen wird….sonst steht das morgen auch in der Zeitung. Nein so was….der berühmte Inspektor….und was machen sie hier…wenn ich fragen darf?“ „ Ich möchte….Blumen kaufen…Blumen für meine Frau Nicole!“ „Ach ja, das hab ich fast vergessen…gleich…wir gehen gleich zu Madame Toulliere. Paul passt auf ihr Rad auf…das tust du doch, nicht wahr….und wir beide…wir gehen jetzt…äh…was ist denn…Inspektor?“ Paul hat das Rad irgendwie hingestellt, völlig schief, sodass es fast umfällt. Clouseau runzelt die Stirn. Dass es so etwas hier gibt. Er lässt alle stehen und richtet das Rad in dem richtigen Winkel aus, schiebt den Ständer ein wenig zur Seite, dann wieder und behindert natürlich die umstehenden Leute, die ihm verblüfft zuschauen. „Das muss ein exakter Winkel von 72 Grad sein, sonst…behindert man den Verkehr…wissen sie, was ich meine? Die Autos können sonst nicht vorbei…“ „Das war jetzt ein guter Scherz, Jaques, (klopft Clouseau auf die Schulter)…und jetzt komm…Madame…aber…was ist denn?“ „Sie glauben mein Vorhaben missbilligen zu dürfen?“ Clouseau steht vor einem Zuschauer, der in ihm einen Idioten sieht, weil er da mit dem Fahrrad herum gewerkelt hat. Der Mann war darauf nicht gefasst, dass Clouseau ihn anspricht. „Aber Laroche…was ist denn? Warum bist du heute nicht im Laden?…du weißt doch…das…ist unser lieber Inspektor Clouseau…von der Pariser Polizei“. Der Mann zieht sich zurück: „So so…von der Pariser…Polizei“. „Ja, und er geht mit mir einkaufen…also bitte…lass ihn durch…oder noch besser…bewach sein Fahrrad…während wir unterwegs sind…. Bitte…Herr Inspektor…kommen sie…Madame Toulliere wird sie bewundern…sie hat heute auch ferngeschaut…und ich bin mir sicher…sie werden ihr gefallen….“
Minuten später stehen beide Männer vor dem Blumenstand, Clouseau hat zwar keine Rosen, die sind nämlich wirklich schon alle, dafür aber einen wirklich hübschen gut riechenden Blumenstrauß in der Hand und quasselt mit der alten Verkäuferin, die ihn am liebsten gar nicht mehr los lassen will. „Nein, Inspektor…da wird sich aber ihre Frau Gemahlin freuen…(ein Aufschrei von ihr)….mein Gott, was ist denn?“ Sie sieht einen jungen Mann, den von vorhin, den Clouseau beobachtet hat, schnell in der Menge verschwinden und der Inspektor springt schnell nach, erwischt ihn, packt ihn vor allen Leuten am Kragen und schleift ihn zurück. Der junge Mann schreit wie verrückt, weil er nicht weiß, was ihm da widerfahren ist. „ Hab ich dich…mein Söhnchen…. “Clouseau hält ihn noch immer am Hals gepackt. Der Junge: „Aber was ist denn?…was habe ich denn…getan?…lassen sie mich…los!“ Die Leute kommen näher. Madame Toulliere und der Alte von vorhin, der Clouseau hierher geführt hat, rücken an sie ran. „Wir sind ja schon so gespannt, was der Inspektor…mit dir macht?“, meint Madame Toulliere. „Es hat ja so kommen müssen…deine Mutter hat es dir hundert Mal gesagt…aber du hast nicht hören wollen.“ „Bitte…lassen sie mich frei…au…das tut ja weh!“ Clouseau hat ihn noch immer am Kragen gepackt. „Du gibst das zurück…und das schleunigst!“ „Was denn? …ich weiß gar nicht….äh…ich krieg keine Luft…was das soll?“ Clouseau lässt ihn jetzt los. „Du hast dieser Dame dort…die Geldbörse gestohlen…(ein lautes Ah ist zu hören)…ich habs gesehen“ „Aber…ich hab nichts gestohlen…wirklich nicht…ich bin nur…“ „Das ist der berühmte Inspektor Clouseau…von der Pariser Polizei….“ Die Umstehenden sind neugierig, der Dieb steht noch immer und holt sein Diebesgut nicht hervor. „Ich zähle bis drei,“ Clouseau wird dabei sehr ernst. „Bei drei drücke ich ab….eins….zwei….“ „Schon gut…ich habs hier….“, der Dieb greift in seine Tasche und zieht eine Geldbörse hervor, Clouseau zeigt sie in die Höhe und die Bestohlene dringt vor und kann es nicht fassen, sie hat den Diebstahl nicht einmal bemerkt. Der Dieb will sich davon schleichen, doch Clouseau waltet wieder seines Amtes. „Das haben sie vortrefflich gemacht…das Diebesgut zurückgegeben…die Herrn Kollegen werden darüber erfreut sein.“ „Aber ich hab doch jetzt alles gemacht..was sie gewollthaben…was ist denn noch?“ „Sie werden jetzt mit mir aufs Revier gehen….dort wird ein Protokoll erstellt werden…“ „Nein, nein…ich will nicht…ich werde dorthin nicht gehen….!“ „Sie kommen mit…keine Widerrede…Madame Toulliere…darf ich Ihnen meine Blumen anvertrauen?“ „Selbstverständlich …Herr Inspektor…(zum Dieb)…so ein Feigling…einer Dame die Geldbörse aus der Tasche klauen und sich davon stehlen…danach aber ein Feigling sein…“ „Ich bin kein Feigling…ich will nur nicht aufs Revier!“ „Ja, was ist denn hier los? Sieh hier, Madame Toulliere!“ Niemand hat den Beamten bemerkt, der plötzlich in der Menge steht vor Clouseau und dem jungen Mann. „Ach hat dich endlich mal einer erwischt!“ „Er hat mir die Brieftasche mit dem ganzen Geld gestohlen…Herr Inspektor…und dieser Mann da…(der Beamte mustert Clouseau) …hat den Dieb gefasst…Ich hab wieder meine Geldbörse…Leute…!“
Der Beamte schnappt sich den jungen Mann, beide verschwinden in der Menge, Clouseau steht schließlich mit der Alten da, die ihm seine Blumen wieder in die Hand drückt. „Na, was sagen Sie, …die riechen noch immer gut…Ihre Nicole wird sich freuen. Sie sind ja so ein wunderbarer Mann…und ihre Frau…ihre Nicole…die müssen sie mal mitbringen und uns vorstellen…nicht wahr?“ Alle Umstehenden nicken voller Begeisterung. Nein, dieser Inspektor aus Paris…ist eine Wucht. Er hat zwar einen Riesenstrauß, der den einen Korb seines Fahrrades zum Überquellen bringt, doch was macht das. Nicole wird sich freuen, das ist die Hauptsache. Jetzt schnell nach Hause zu seiner Lieben, die wartet sicher sehnsüchtig auf ihn. „Haben sie nicht etwas vergessen, Herr Inspektor?“ Madame Toulliere hat ihn das gefragt. Er und was vergessen. Clouseau bleibt stehen. Das Gemüse mit dem Obst, das hat er doch tatsächlich vergessen. Nein, wie rührend sich alle hier um ihn kümmern. Wenn Madame Toulliere nicht wäre, dann wäre er jetzt nach Hause ins Hotel gefahren und Nicole hätte ihn gefragt…, nein, nicht auszudenken, was sie ihn gefragt hätte. „Hast du auf mein Obst vergessen, Liebling, schon wieder vergessen?“ Nein, er hat nichts vergessen, gleich wird er Madame Toulliere fragen, wo man das beste Obst kaufen kann, sie kennt doch jeden hier. Er wird sich von ihr herum führen lassen und der Dieb, der kann ihm gestohlen bleiben. Er wird auch nicht aufs Revier fahren und das Protokoll unterschreiben. Sollen die Kollegen die Arbeit verrichten. Er ist auf Urlaub und will sich erholen, sonst nichts.

Freitag, 24. Juni 2011

DER ROSAROTE PANTHER Kap. 11 the pink panther 3

Kapitel 11)


Nun befinden wir uns im Süden Frankreichs, Clouseau ist mit seiner Nicole im Hotel angelangt, dort von Dutzenden Reportern „überfallen“, photografiert, worden und hat sein Interview gegeben. Jetzt ist der Trubel vorüber, und Clouseau hat beschlossen einkaufen zu gehen wie diese Südländer hier, diese Landsleute, welche die Sonne so sehr genießen. Nicole liegt in ihrem Liegestuhl und sonnt sich, die Fahrt war doch sehr anstrengend und wenn sie an das Vorgefallene denkt, nicht auszudenken, was hätte passieren können. Gottlob hat ihr lieber Mann alle seine Papiere bei sich gehabt, nur seine Uniform ist in Paris geblieben, worüber sie eigentlich froh ist. Jetzt ist Urlaubszeit und ihr bester Mann hat versprochen, jetzt auf den Markt zu gehen, ihr frisches Obst und Gemüse einzukaufen. Er ist ja so aufmerksam zu ihr, ja, wenn er nur bei der Sache ist. Gott sei Dank, ist diese Geschichte vorbei, die Bankräuber eingesperrt und es droht ihnen beiden keine weitere Gefahr mehr. Ihr liebster Gatte hat den Reporter hoch und heilig versichert, dass er nicht gedenkt, den nächsten Fall zu übernehmen. Wie konnte es auch nur der Chefinspektor so weit kommen lassen, dass der rosarote Panther gestohlen wurde? Nein, ihr Gatte wird den Urlaub mit ihr verbringen, das hat er vor laufender Kamera laut und deutlich verkündet. Er verbringe hier zum ersten Mal seinen Urlaub mit seiner Frau und da wolle ein Pariser Inspektor nun mal nicht gestört werden. Was soll denn jetzt noch passieren. Das Auto hat jemand vom Hotelpersonal in die Garage gestellt und ihr liebster Clouseau hat sie gleich, als sie das Hotelzimmer betreten hat, gefragt, ob sie nicht mit ihm eine Segelfahrt, eine Bootstour machen möchte. Sie hat freudig zugestimmt und dann nur gemeint, dass sie vor Hunger sterbe…und das einheimische Obst…und Gemüse…kosten wolle, worauf er ihr sofort erklärt habe, er werde den nächsten Markt aufsuchen, sich unter die Einheimischen mischen, und weg war er. Jetzt ist er schon fünf Minuten fort und er würde ihr Zeit lassen, sich zu erholen von den Strapazen der Reise…und vor den Zugriffen der hiesigen Reporter.In der Zwischenzeit steht Clouseau beim Eingang zur Parkgarage, mit dreiviertel Hose und T-Shirt, wie ein typischer Tourist und sucht in der Garage sein Auto. Aha, da hat es dieser Kerl eingeparkt. Wie gut, dass er an alles gedacht hat, auch an die Autoschlüssel, schnell noch den Korb auf den Rücksitz gestellt und los kann es gehen. Das man hätte auch zu Fuß machen können, zu dem Markt laufen, doch wer denkt daran? Ein Pariser Polizist sicherlich nicht, der gewohnt ist, stets im Auto zu sitzen. Clouseau gibt Gas und es gelingt ihm auf wunderbare Weise aus der Garage zu gelangen. Das ist vorerst auch das einzige Wunder, das wir erleben können, denn jetzt schaltet der Inspektor auf die nächst höheren Gänge, denkt nur an seine liebe Nicole und an die französischen Märkte und übersieht…ja, was sieht er denn da nicht? Einen Haufen abgestellter Fahrräder, die alle der Reihe nach um purzeln. Mein Gott, das kann doch mal schon vorkommen, da haben halt diese sportlichen Männer ihre Drahteseln nicht richtig hingestellt. Auf jeden Fall hat es einen lauten Plumps gegeben und der Reihe nach fallen die Fahrräder um, und die dazugehörigen Besitzer, junge Männer, kommen aus dem Haus gelaufen, sehen die Bescherung und erheben wütend die Hände und schimpfen. Nur Clouseau merkt von dem nichts, ist schon ein paar Meter weiter und möchte aus der Hotelanlage hinausfahren. Irgendwie schafft er da nicht die Kurve, er weiß selber nicht, warum, doch das Auto bleibt stehen und der Hotel Boy springt noch rasch zur Seite. Der diensthabende Angestellte kommt höflich herbei, grüßt, als ob nichts geschehen wäre und fragt nach. „Aha, sie wollen einkaufen gehen“, erkundigt er sich, „zum nächsten Markt. Aber da nimmt man doch nicht das Auto, sondern ein Fahrrad, Herr Inspektor, das gibt es zu verleihen.“ Und ehe es sich Clouseau richtig überlegen kann, sitzt er auf einem dieser Drahtesel und der Hotel Boy verspricht ihm hoch und heilig, sein Auto zurück in die Garage bringen zu lassen. Nun ist unser lieber Inspektor mit diesem zweirädrigen Vehikel unterwegs, das vorne und hinten einen schönen großen Korb besitzt, was Clouseau nur erfreut. Da kann er seiner Nicole die schönsten Blumen kaufen. Beschwingt und ohne jede Sorgen, was die Verkehrszeichen betrifft, tritt der Herr Inspektor in die Pedale, vorbei an den Fußgängern, die etwas zur Seite rücken müssen plötzlich. Das französische Städtchen entpuppt sich als sehr malerisch, nur der Verkehr ist etwas ermüdend und die Fahrer sind auf die Radfahrer nicht gut zu sprechen, das merkt der Inspektor sofort. Da hat doch dieser Laster tatsächlich den einen PKW ordentlich geschnitten, er hat es bemerkt, und weit und breit ist kein Verkehrspolizist zu sehen, und im Vorbeifahren merkt er noch, hat diese komische Dame dort drüben ihr Auto in das Halteverbot gestellt. Clouseau vergisst auf einmal, weswegen er hier ist, stellt sein Fahrrad ab, wo er sich gerade befindet und marschiert zu dieser Übeltäterin hin. Ja, das hat er sich gedacht. So gut sehen seine Augen noch. Das ist ein Halteverbot und die Wagenbesitzerin hat den Streifen vorne auf der Straße um einen halben Meter überfahren. Das ist ein weiteres Delikt. Ein Blick in das Wageninnere sagt ihm, dass die Dame auf Ordnung wenig Wert legt, die Taschen und Säckchen liegen kreuz und quer. Clouseau beugt sich genau vor und blickt in das Innere. Was hat diese Dame noch versteckt? Er kann nicht wissen, dass sie nur kurz Zigaretten holen will und eine Zeitung, gleich wieder zurück ist und einen Fremden bei ihrem Wagen von weitem bemerkt, der verdächtig, ja ziemlich verdächtig bei diesem steht und hinein schnüffelt. Dem wird sie mal ordentlich heimleuchten müssen. Sie schleicht sich also an, während Clouseau vom Wagenfenster aus das Innere des Wagens ins Visier nimmt. Ist sie angeschnallt gewesen? Kann das sein? Ein Blick auf die Seite bestätigt seinen Verdacht. Da hängt alles so durcheinander. Hat er es sich doch gedacht. Strafdelikt Nummer drei. Jetzt noch weiter forschen. Doch ach, was ist das? Was sieht er da auf einmal in dem Glas des Fensters vor sich? Eine Dame im Hintergrund, die ihn bitterböse anschaut und anschnauzt. Gerade noch rechtzeitig dreht er sich um, denn sonst hätte ihn der Regenschirm der Wagenbesitzerin erwischt. Was er nicht so alles gelernt hat als Pariser Polizist! Der schnelle Sprung hat ihm das Leben gerettet. Er kommt gar nicht dazu irgendetwas zu erklären, die Dame glaubt einen Gauner vor sich zu haben, der ihr Auto stehlen will und fängt laut zu schreien an und ehe noch eine Minute verstrichen ist, hat sich da um die beiden eine große Menschenschar gebildet. Dass weiter hinten ein Verkehrspolizist Clouseaus Fahrrad ohne Besitzer gefunden hat, entgeht der schimpfenden Menge. Dieser wird erst sichtbar als Clouseau sich in einer ordentlichen Zwickmühle befindet, denn die Damen und Herren beschimpfen ihn aufs Gröbste. Der Polizist schiebt das Fahrrad von Clouseau vor und fragt: „Was ist hier los? Schön der Reihe nach meine Damen…und Herrn. Hier versteht man sein eigenes Wort nicht mehr. Alle fangen erst recht laut zu meckern an und zeigen auf Clouseau. Der Polizist brüllt einmal laut Ruhe und dann ist es wirklich still. Fest fasst der Beamte den Besitzer der dreiviertel Hose und des T-Shirts ins Auge, dann wendet er sich an die Dame. Die hat jetzt endlich Gelegenheit, ihre Version der Geschichte zu erzählen. Dame: „…also ich gehe da nichts ahnend zu Bertraund, dem ich wie immer die Zeitung abkaufe, hole mir noch meine Zigaretten und Bertraund, der Kioskbesitzer begleitet mich hinaus…und was sehen da meine Augen. Ihn…diesen Dieb…der mein Auto stehlen wollte…das ist noch ziemlich neu…dann steht er da …gebeugt…so….Herr Inspektor (sie zeigt es vor) und starrt in mein Auto…minutenlang…minutenlang!… schaut …ob er was stehlen kann …verhaften sie ihn…aber sofort …dieses Landstreicher…diesen Dieb da…“(Stimmen der anderen werden sofort lauter, die alle dazwischen brüllen) Jetzt wendet sich der Polizist an Clouseau, zückt sein Büchlein und will seines Amtes walten. „Name bitte, Ihre Adresse, Telefonnummer…ja…und Ihren Beruf, bitte!“ „Das ist ja die Höhe…den noch nach seinem Beruf zu fragen…der ist ein Dieb…der gehört bestraft…ins Gefängnis!“ „Ruhe….ich verbitte mir das…hier kommt jeder zu Wort. Also. Ihren Namen bitte…und wenn es geht....schön der Reihe nach!“ Clouseau weiß nun, wen er vor sich hat, einen gutmütigen Vertreter des Gesetztes, den man auf keinen Fall enttäuschen kann. Er nennt Namen, Adresse, seine und Nicoles Telefonnummer, die Wagenbesitzerin schaut ihn erzürnt an, während der Polizist brav seinen Stift führt und schreibt. „Und jetzt noch ihren Beruf bitte…also bitte meine Damen und Herren…sie wollen doch wissen…was der Herr vorher gemacht oder nicht gemacht hat….nicht wahr?“ Vergnügt und voller Stolz verkündet Clouseau: „Ich bin Inspektor Clouseau…von der Pariser Polizei…und wenn sie mal…in den Nachrichten gegü,ckt haben…nur ein winzig wenig, ein Stünd-chen…so ein klitze kleines Minütchen….dann wissen sie …dass ich einen großen Fall verfolge. Ich bin hier….weil ich jeden zu fassen kriege…“ „Moment Mal…sagten sie nicht soeben……wie war das?…dass sie Inspek-tor…der Pariser Polizei sind?“ „Jawohl, und man hat mich vor einer Stunde gefragt, ob ich bereit bin… dem Vaterland einen weiteren Dienst zu erweisen? Verste-hen sie mich?“ „Sie…sie sind dieser…hm…dieser berühmte Inspektor…der den rosaroten Panther zurück bringen will…hm….soll….oh…mein Gott….verzeihen Sie…jetzt erkenne ich sie wieder….sie sind es tatsächlich…nein, diese Verkleidung…ich hätte sich nicht erkannt…und sie sind schon hinter den Gangstern her? Hier? Mitten im Süden Frankreichs? OH…! Selbstverständlich…Inspektor…können sie mit meiner Unterstützung rechnen…das gesamte Polizei Korp steht zu ihren Diensten….“ Clouseau grinst sich eines, der Polizist ist ernst geworden, nur die Dame sieht nicht ein, dass die Geschichte nicht so verläuft wie sie sich das gedacht hat. Kein Dieb ist das, sondern…ein berühmter Inspektor…ja, die Nachbarin neben ihr…erkennt ihn plötzlich auch wieder…nur sie…ist angefressen…dass das auch ihr passieren muss…auf Bertraund kann man sich auch nicht verlassen. „Tut mir leid, meine Dame, ich muss diesen Herrn laufen lassen. Er sagt die Wahrheit…“ Die Dame und der Polizist kommen sich in die Haare. „Der hat doch noch gar nicht seinen Ausweis gezeigt“, schimpft sie, „und warum ist er bei meinem Auto gestanden und hat herum geschnüffelt, …wenn er es nicht stehlen wollte?“ Ja, da will auch der klügste Polizist eine Antwort haben und die bekommt er auch. „Ich habe diese Dame nur beobachtet…von mein-em Fahrrad aus“, beteuert Clouseau, „wie sie ihr Auto abge-stellt hat vor meinen Augen. Hier an diesem Platz be-findet sich ein Halte-verbot (ein Raunen geht durch die Reihe der Schaulustigen, aha, so einer ist der Herr aus Paris….der Leute abzockt, wenn er nur kann)…und die Dame hat den Streifen da vorne um genau 45 Zenti-meter überfahren…das sagt mir mein ge-übtes Auge….und (die Dame blitzt ihn wütend an, während der Polizist sein Augenmerk auf die Parksünderin lenkt)…und sie war…nicht angeschnallt!“ Das ist jetzt der Dame doch zu viel. Die schreit wild auf, schimpft ihn, während Clouseau sein Fahrrad entgegen nimmt…und gleichzeitig seinem Kollegen seinen Ausweis zeigt. Der versteht jetzt, worum es dem Pariser Kollegen gegangen ist und widmet sich ganz dem Fall, denn hier lockt wieder mal das Geld, dass die arme Polizei Frankreichs so notwendig braucht. Clouseau steigt vergnügt aufs Rad und wirft einen letzten Blick auf die Schaulustigen. Jetzt muss sich die Wagenbesitzerin tüchtig ins Zeug legen, denn ihre Karten sind ziemlich schlecht. Der Herr Kommissar hat wenig Humor übrig für solche Verkehrssünder, da hilft auch kein Schreien und Toben mehr, jetzt sehen es alle auf Schwarz und Weiß. Das ist ein Halteverbot!

DER ROSAROTE PANTHER Kap. 10




Der rosarote Panther....ist unterwegs...



Wieder in Paris am nächsten Morgen, Chefinspektor Dreyfuss liegt in seinem Krankenzimmer im Pariser Spital und Ponton und einige Kollegen von der Pariser Polizei reden auf ihn ein. Gespräch des Tages ist wie zu erwarten im ganzen Land, in der Hauptstadt als auch in diesem Zimmer der Raub des rosaroten Panthers. Dreyfuss hat beim nächtlichen Sturz etwas im Gesicht abbekommen, weil er doch zusammen gefallen ist nach der furchtbaren Nachricht heute Nacht. Die Kollegen sind sehr um ihn bemüht, zumal sie ihm noch beibringen müssen, dass bereits an diesem Vormittag der Banküberfall aufgeklärt worden ist und zwar von keinem geringeren als Inspektor Clouseau, der da im Süden mit einem Handstreich die Spitzbuben erwischt hat. Dreyfuss ist mehr als gereizt, sodass es bisher noch keiner der Beamten gewagt bzw. geschafft hat, ihrem lieben Chef die Wahrheit zu sagen. Die Schwester kommt herein und meckert herum, dass zu viele Besucher dastehen und der Patient Ruhe braucht und nicht unnötig in Angst und Schrecken versetzt werden darf. Die lieben Beamten schauen sich an. Wer soll ihrem Chef reinen Wein einschenken? Da kommt sicherlich nur einer in Frage, nicht wahr?
Dreyfuss liegt im Bett und hält sich mit einer Hand das Tuch um das geschwollene Gesicht, schaut urkomisch drein. Fängt auch gleich zu fragen an. „Was hat der Minister gesagt? ….Hm…. Was? ….au…(stöhnt laut) …ich… ….au…hm….also…hm….was hat er gesagt…zu dem Vorfall von heute Nacht?“ Die Beamten sehen sich der Reihe nach an. Einer meldet sich endlich. „Er…hat nichts gesagt…rein gar nichts…“ „Was? Nichts? Das ist unmöglich. Der rosarote Panther ist gestohlen…und der Präsident war dabei samt Gattin… und dann…(sehr laut, sich wieder die Wange haltend)….Nichts? Diese gottverdammte ….“ Ponton beruhigend: „Mit Verlaub…es wird besser sein …in ein paar Tagen….“ Dreyfuss verärgert: „ In ein paar Tagen!…was mache ich bis dahin…und er ist nicht da…ist nicht erreichbar…verdammte…“ Wird von einem Beamten unterbrochen: „Wen meinen Sie denn, den Arzt? … Sollen wir Ihnen den Doktor holen lassen…?“ Dreyfuss richtet sich etwas auf und zieht sich mit einer Hand hoch: „Ich brauch keinen Arzt… ich brauche ein gutes Team…verstehen sie…wenn der Minister erfährt…dass….dass….“ „Ja, was denn….“ „Die Sache ist so…ihr beide, Du und Pierre…ihr geht…und erledigt…die ganze Sache…“ „Ah sie…meinen…diesen Überfall?…ah“ Alle nicken sich an, sind ganz ruhig. „Was ist? WAS? Das ich nicht weiß.“ „Die Schwester hat gesagt…wir sollen Sie schonen…Sie sind noch etwas kraftlos….“ „Kraftlos…(Dreyfuss ist verärgert; man sieht, wie er blau im Gesicht ist vom Sturz)…helfen sie mir auf….au…ah…. (jammert etwas)…sie müssen an der ganzen Sache dran bleiben, verstehen sie. Wenn der Minister nachfragt…sie wissen von nichts…mir tun noch immer diese verdammten Rippen weh…“ „Ein Glück für Sie, dass keine gebrochen ist…nur etwas geschwollen und…ja…das Gesicht…“, erwidert Ponton, „…aber wir werden uns die allergrößte Mühe geben…sie …zufrieden zu stellen….“ „Und Sie sagen zu niemanden ein Wort…ICH…werde den Fall lösen….ich, wenn ich wieder auf den Beinen bin…verstanden…kommen Sie schon…Ponton…helfen Sie mir auf…ich will aus diesem Bett heraus“. Alle schauen sich an. Nein, so kann man dem Chefinspektor nicht beikommen, doch irgendeiner muss ihm die Wahrheit sagen. Am besten ist es, wenn es einer tut, nämlich er, sein bester Freund und Beschützer, Ponton. Die Beamten schwirren plötzlich alle aus und sind im nächsten Moment verschwunden. Mit einem „Wird gemacht, Chef“ trollen sie sich blitzschnell aus dem Zimmer, während Ponton alleine zurück bleibt. Dreyfuss ist ergrimmt, dass er seine Ruhe nicht hat, weil die Schmerzen doch noch zu spüren sind und er ein Zähneknirschen nicht unterbinden kann. Der Detektiv zweiter Klasse muss allerdings nicht mitbekommen, dass er, der Pariser Chefinspektor, unter fürchterlichen Schmerzen leidet. Sie sind fast nicht auszuhalten, das geschwollene Gesicht tut sein Übriges…nein, wie er nur aussieht…und dann steht dieser Kerl noch herum, anstatt zu verschwinden und seine Arbeit zu machen ….und er leidet, mein Gott, diese verdammten Schmerzen im Rippenbereich. Die Bankräuber müssen schleunigst gefunden werden, bevor der Herr Minister ihn zu sich ruft und einen Tobsuchtsanfall kriegt. Ponton steht ganz ruhig neben ihm und wartet, Dreyfuss wird noch giftiger und faucht ihn ordentlich an. „Habe ich nicht gesagt hat …dass …“, dann geht ihm allerdings die Luft aus…“ „ Sie müssen sich schonen, sie wissen schon…und was …diese Sache betrifft…die Sie vorhin erwähnt haben…“ „Ja?“ „Der Herr Minister ist sehr zufrieden….alles in Ordnung, Chef.“ Dreyfuss guckt ihn verdattert an. Hat er sich nicht deutlich ausgedrückt? Es war die Rede vom Banküberfall. Hat denn niemand verstanden, dass es da um Nachforschungen ging? Soeben geht die Tür auf und die Schwester kommt herein. „Fiebermessen“, kündigt die werte Dame an und Inspektor Dreyfuss bekommt das Fieberthermometer in die Hand gedrückt. Eigentlich ist es Ponton, der, nachdem die Schwester wieder hinaus marschiert ist, dieses dem Chefinspektor in den Mund steckt. „Sie müssen gesund werden“, ist Pontons Antwort und Dreyfuss fängt zu schlucken an. Jetzt auch das noch. Jetzt steht dieser Dreikäsehoch von Detektiv neben ihm und erklärt ihm, wie man das Fieberthermometer betätigt. Aber alles Reden hilft nicht, sooft Dreyfuss versucht, sich mitzuteilen, kommt aus seinem Mund, in dem das Fieberthermometer steckt, nicht viel heraus, zumindest versteht Ponton nichts. Der Detektiv zweiter Klasse nimmt Platz neben Dreyfuss und wartet und da jener herum werkt mit seinem Mund, um sich kundzutun, es natürlich nicht schafft, weil das Thermometer ihn hindert, fühlt Ponton endlich die Zeit für gekommen, um seinem Chef reinen Wein einzuschenken. „ Wir haben sie…seit gestern Abend“ Man hört nur ein Gejammer, weil Dreyfuss verbissen den Mund hält, dafür schaut er umso verbissener drei. „ Man hat sie gestern alle verhaftet…sie sitzen bereits…alle in Gefängnis…ja…und das Geld wurde sichergestellt…das sollte ich Ihnen noch mitteilen…haben Sie noch einen Wunsch? Soll ich ihnen das Bett hochstellen?“ „Dreyfuss schüttelt verärgert den Kopf. „Soll ich Ihnen das Kissen schütteln?“ Dreyfuss verdreht die Augen, das fehlt noch, dass der ihm das macht. Na ja, eigentlich wäre das notwendig…doch der …wird das sicher nicht machen…er wird …hm…die Schwester rufen lassen…schließlich…ist er… doch der Chefinspektor…“ Dreyfuss fängt zu husten an, das Fieberthermometer ständig im Mund halten …ist doch sehr anstrengend. Ponton steht auf, schiebt den Sessel zurück und beugt sich zu ihm ganz vor, um abzulesen, dabei schaut er in das blaue verschwollen Gesicht von Dreyfuss, der die Augen vor Gift nur so rollt. „Sie….haben kein Fieber…keines…sie …sind bald wieder auf den Beinen…ich muss jetzt gehen…man erwartet mich…“Dreyfuss völlig genervt, reißt sich mit der einen Hand das Thermometer aus dem Mund und macht einen Brüller, einen ziemlich lauten, dann noch einen. Bevor Ponton hinaus marschiert, ruft er noch zurück: „Es war übrigens Inspektor Clouseau…der sie gefasst hat…das wollte ich noch sagen.“ Dann schließt sich die Tür und Dreyfuss kippt wieder um, in sein Bett und brüllt wieder, immer wieder, bis die Schwestern gelaufen kommen.Wenige Minuten später ist das Zimmer voll mit Ärzten und Schwestern, Dreyfuss liegt fast wie ein Ohnmächtiger in seinem Bett. Er kann es nicht glauben, was ihm da mitgeteilt worden ist. Sein Fall erledigt, nein, das kann nicht sein, doch es erwartet ihn bereits die nächste Überraschung. Nicht genug, dass diese wahnwitzigen Schwestern und Ärzte davon reden, dass er Ruhe braucht, es reicht, dass seine linke Rippe da noch immer einen Schmerz von sich gibt…und die blöde Krankenschwester da an ihm überall herum fummelt. Nein, jetzt muss auch noch die Tür aufgehen und der Chefarzt kommt herein…und mit ihm…mein Gott…das darf ja nicht wahr sein…der Herr Minister. Alle lächeln ihn an, ja, alle, sogar der Herr Minister, der ein sehr freundliches Gesicht heute aufgesetzt hat. Dieser tritt sogar an sein Bett heran und sagt in besonders charmanten Ton: „Gut gemacht, mein Lieber. Ich habe auch nichts anderes erwartet. Alle Achtung. Sie haben ihn noch erwischt, bevor er abgereist ist. Wunderbar. Dafür bekommen Sie irgendwann einen Orden, erinnern Sie mich bitte daran, und jetzt…erholen Sie sich…Inspektor Clouseau wird das Restliche für sie erledigen…(zum Chefarzt gewandt)…wissen sie, das ist unser bester Mann…(zu Dreyfuss) …er wird den Fall übernehmen und ich bin mir sicher…er wird den rosaroten Panther sicher zurück bringen.“ Mehr sagte der Minister nicht, doch es hat ausgereicht, um den Chefinspektor in ein noch größeres Loch fallen zu lassen. Nachdem der vornehme Besuch aus dem Krankenzimmer verschwunden ist, ist außer Gejammer und Gezucke an den Gliedern vom Chefinspektor nicht zu hören und zu sehen. Dreyfuss geht es wirklich nicht gut und er würde sich am allerliebsten unter der Bettdecke verstecken. Nein, so eine Blamage. Also hat es doch gestimmt…was man sich überall zuflüstert. Der berühmte Inspektor hat den Banküberfall aufgeklärt und wird jetzt wieder den neuesten Fall übernehmen, seinen Fall! Reden kann er nicht, er schwitzt und es schmerzt ihn überall, sogar der Schwester ist sein Geschimpfe zu viel. Sie dreht kurz entschlossen den Fernseher auf. Soll sich doch der arme Patient erholen und einmal etwas anderes erleben. Weit gefehlt. Denn was spielen die Leute da im Fernsehen? Nichts zumindest keinen Film! Denn alles wurde gestrichen und die Reporter in den Nachrichten nehmen Stellung zu den letzten Vorfällen in Frankreich. Ein plötzlicher Bildwechsel bringt den armen Dreyfuss fast an den Rand des Wahnsinns, denn wer schaut ihm da aus der Kiste entgegen aus dem Süden Frankreichs? Inspektor Clouseau mit seiner reizenden Nicole vor ihrem Hotel und neben den beiden zahlreiche Reporter, die anfragen, ob er den rosaroten Panther ein drittes Mal finden würde“. Als die Schwester kommt, um nach ihrem Patienten zu finden, erkennt sie Dreyfuss kaum wieder…nein, wie der Arme heute leidet…furchtbar leidet…auch seelisch.