Mittwoch, 1. Dezember 2010

MA 2412 Teil 2, Teil 2 Der Friedensstifter Akt 11-15

China lockt, China reizt, ganz China spricht


Akt 11) Ankunft in China


Susanne steht im hinten im Flugzeug, wo es ziemlich finster ist und schaut auf die drei Schlafenden. Weber und Breitfuss sitzen zusammen, in tiefen Schlaf versunken, vor ihnen steht das chinesische Essen, das keinem der beiden Herren geschmeckt hat…das Essen ist noch da…Frau Knackal sitzt alleine, mir Ohrstöpsel und Kopfhörer, Polsterchen in derselben Reihe und schläft. Susanne macht Licht, räumt das Essen weg…und wirft einen Blick auf die übrigen drei Schläfer weiter hinten. Die drei Agenten schnarchen noch immer, die Schlaftablette zeigt ihre volle Wirkung. Susanne macht alles sauber, wischt die Tische ab, ist aber leise dabei, bringt allen noch eine Decke zum Schluss, deckt sie zu und dreht wieder das Licht ab. Danach marschiert sie mit den Sachen nach vorne in die Küche, wo die andere Stewardess und der Co-Pilot stehen.

Copilot: Was ist?

Susanne: Sie schlafen, endlich haben wir eine Ruh…war auch schon Zeit…ich hab gedacht, ich muss diesem Breitfuss noch einen Schlaftrunk servieren…wie sie diese grässliche Nudeln mit Reis gesehen haben…haben sie zuerst zu schwitzen angefangen, haben etwas im Essen herum gestochen…der Weber hat sie kaum gekostet und der Breitfuss hat sie widerwillig hinein gestopft…ein bisschen fasten schadet den beiden nicht…die werden in Peking ordentlich gefüttert.

Man hört einen Funkspruch, Copilot trinkt noch schnell die Tasse aus und verabschiedet sich.

2. St.: Bis später…bis dahin schlafen die wohl…es dauert eh nicht mehr lange…(Pilot verschwindet hinter der Tür)

Susanne: Das kannst laut sagen…wir haben heute einen ruhigen Flug gehabt…bis auf vorhin.

2. St...: Was haben sich die beiden eigentlich gedacht?…dass wir uns alles gefallen lassen…nur weil sie hier die einzigen Gäste sind…

Susanne: Gäste…feine Leute sind das…außer Blödsinn machen die nix…und so was sind Beamte…da kannst dich ja in Grund und Boden schämen….und diese Tussi da hinten…

2,St.: ..die tickt auch nicht ganz richtig…hast schon so mal eine Sekretärin gesehen…die kann gar nichts…

Susanne: …schöne Fetzen und nix im Kopf…und so eine trifft den Präsidenten…ich kann mir das net vorstellen und erzählt haben’s… vor dem Medvedev hat sie die Zettel …

2. St.: …Mappen waren es…

Susanne: …hinunter geschmissen…und den Putin hat sie für einen Geheimagenten gehalten…die kann nicht einmal seinen Namen behalten…diese Blöde…nennt ihn Ladislaus…was hat das mit einer Laus zu tun…

2. St.: …die ist halt ziemlich durcheinander…und geniert hat sich die gar nicht…hat den Präsidenten noch blöd angegrinst…und der hat dazu nichts gesagt…

Susanne: Was sollen die Russen auch dazu sagen…aber diese blöde Ladung haben wir übernehmen müssen…hast gesehen…was die da eingepackt haben?…

2. St.: Was wird’s schon sein? Werden ja nicht eine Rakete transportieren oder eine Atombombe...hälst die für ganz blöd?…

Susanne: …zutrauen kann man denen alles...die haben doch das längst durchschaut…200 Tonnen Mozartkugeln…wo sollen die bitte sein? dass dieser Breitfuss so dumm ist und nicht mitkriegt, dass wir die in so eine Maschine gar nicht transportieren können…doch die Österreicher lassen sich jeden Schwachsinn andrehen…

2.st.: …hast recht…uns hat niemand gefragt…es waren nicht mal ganze 10 Tonnen….was heißt, noch weniger…die Regierung hat die Mozartkugellieferung gekürzt…und der Putin weiß genau, wie viel er da gekriegt hat…die führen da was ihm Schilde…uns brummen sie eine Lieferung auf…wirst sehen…die schicken Waffen da hinüber…

Susanne: Glaub ich nicht, so blöd sind die Russen auch net…fällt doch auf…wenn wir ankommen werden wir doch entsprechend empfangen…glaubst die machen das in aller Öffentlichkeit…schicken mit einer AUA Waffen hinüber…vielleicht noch eine von ihren Raketen….

Man hört wieder leise Funksprüche aus dem Cockpit, die beiden Damen setzen sich wieder hin, die eine stellt die leere Tasse weg.

2. St.: Es wird Zeit, dass ich sie wecke…wir sind bald da…wir landen in Kürze…

Susanne: …lass die beiden noch schlafen…diese Tussi kannst wecken…die braucht ziemlich lange für ihre Morgentoilette…die will sich sicher dreimal umziehen…und ihre Handtasche ist voll mit lauter Zeug…hast das g’sehn?

2. St.: …wozu braucht die das...will sich die einen schicken Mann angeln…soviel ich gehört hab…hat sie in Wien einen sitzen…

Susanne: …der gefällt ihr nimmer mehr…den nennt sie Mausizahndi…wahrscheinlich ist er ihr zu alt und zu hässlich…was für ein Name…Mausizahndiah…und a Alte hat er zu Hause auch…

2. St.:…der wird sie noch wollen…

Susanne: …er schon…doch sie nimmer mehr…ich wett mit dir…dass sie jetzt hinter einem Chinesen her ist…die Russen haben ihr nicht zugesagt…die waren ihr zu schlau…der hat nur der Präsident gefallen…

2. St.: …gut, ich wecke sie auf, dann hat sie eine dreiviertel Stunde für die Morgentoilette ….und die beiden Herrn ….

Susanne: …wecke ich auf, beim Landeanflug…früher nicht…das überlebe ich sonst nicht….


SZENENWECHSEL


Frau Knackal steht in der Toilette und beguckt sich im Spiegel, schminkt sich lange und stolziert dann raus…nach hinten zu ihrem Handgepäck und durchwühlt die Sachen. Sie sieht nicht, dass die drei vom Geheimdienst bereits munter sind. Pünktlich wurden die drei Herren geweckt, gerade noch rechtzeitig vor der Landung. Es hat sich bereits gelichtet, der Morgen ist bereits angebrochen und wenn man aus dem Fenster schaut, merkt man, wie schnell das Flugzeug an Höhe verliert. Weber und Breitfuss schlafen noch immer, sitzen schief auf ihrem Sessel. Frau Knackal räumt ihre Sachen zusammen und marschiert dann noch ein letztes Mal in die Toilette. Ein Blick in ihren Spiegel hat sie davon überzeugt, dass sie so nicht herum laufen will. Die drei Herren stehen auf, strecken sich etwas, schauen beim Fenster hinaus, Werner richtet seine Sachen her, es bleibt nicht mehr viel Zeit für die Ankunft in Peking. Knackal schreitet aus der Tür heraus, sie ist noch stärker geschminkt als vorhin, jetzt erst sieht sie die drei Herrn und geht bewusst Hüfte schwingend durch das Flugzeug.

Knackal: Guten Morgen, meine Herrn. (nur Stille, die drei ignorieren sie) Haben sie auch gut geschlafen…gell…schön ist es hier in China…und sie freuen sich auch schon auf den …nicht?...(grinst, weil sie keine Antwort erhält)…da ist ja der Herr Breitfuss und der Herr Weber…und die schlafen noch…was mach ich denn da…wartens nur , meine Herrn…(rüttelt die beiden ordentlich…Weber rührt sich etwas, Breitfuss gar nicht)…der steht nicht auf….da hab ich eine Idee…(rennt zu ihren Sachen und holt etwas und flitzt zur Toilette…)

Weber ist inzwischen munter geworden und beginnt sich zu räkeln, Breitfuss ist ganz auf eine Seite gekippt und schnarcht laut…Weber erhebt sich leise und streckt sich. Knackal kommt herbei stolziert… mit einem Becher Wasser.

Knackal (grinst): Auch schon munter…Herr Weber…(gießt das Wasser Breitfuss ins Gesicht)…Herr OGD…so stehn's doch auf…wir sind in Peking…

Breitfuss (zeitgleich, reißt die Augen auf und sieht, dass er nass ist, brüllt auf): Was ist des?...Sie…Knackal…(noch lauter)…san sie narrisch worden…das ist Wasser…Schütten mir da kaltes Wasser auf den Kopf…. (brüllt) Frau Knackal!…Kommen’s her!…

Knackal steht und grinst, rührt sich nicht von der Stelle.

Weber: Na ..was ist…machen’s ihnen in die Hosen…von dem bissl Wasser…war gleich die Morgentoilette…ein kleiner Muntermacher hier in Peking…

Breitfuss( stinksauer, will noch liegen bleiben): Ich hab grad so was Schönes geträumt…von meiner Frau…sie und ich….

Weber: Des wird schon was Besonderes sein…wenn man von der Frau Gemahlin träumt…hat ja an kleinen Herzinfarkt g’habt…die werte Frau Gemahlin…

Breitfuss: Gebens a Ruh…was sie da erzähln…wieso soll sich meine Frau aufregen?…

Knackal: Sie sind ja über den Roten Platz gefahren mit de Schi…in allen Zeitungen ist es gestanden…hier…da steht’s… (hält die russischen Zeitungen hoch, Weber ergreift eine)

Weber: Fesch schauen's da aus…da muss man natürlich von der Alten träumen…

Breitfuss: Was sie alle nur haben…schlafen will ich…

Weber: Essen will ich…

Breitfuss: Apropos Essen…da fehlt mir was ein…wir haben kein Frühstück g’habt…

Weber: Wollen sie vielleicht noch einmal diese komischen Nudeln und den Reis, …den Leis

Breitfuss: A anständiges Frühstück wär net schlecht…(erhebt sich endlich vom Sitz)…hab ich Kreuzschmerzen…an Hexenschuss…nein, diese Betten da…könnten sich auch was Besseres einfallen lassen, die von der AUA…da kann man net schlafen in diesem Sitz…

Weber: Die sind auch zum Sitzen da und net zum Schlafen…da müssen sie sich an anderen Flieger nehmen…einen der Betten hat…

Breitfuss: Und welche Maschine hat die?

Weber: Na gar keine…Herr Obergescheiter…sie…wollten mit der AUA fliegen…ich hätte an ihrer Stelle mir an anderen Flieger bestellt.

Breitfuss: Wohl vom Niki Lauda

Weber: Lauda. Sie haben keine Ahnung vom Fliegen und vom Flugzeugen…in machen dieser Maschinen sitzens so bequem…und da haben’s ein Bett… was sag ich…

Susanne kommt mit der 2. St.: Guten Morgen alle miteinander…wir landen in Kürze…machen sie sich fertig…sie haben nur mehr wenige Minuten…und vergessen sie ihr Gepäck nicht…

Breitfuss: Und des Frühstück?

2. St.: Gibt’s hier bei uns nicht…sie können im Hotel frühstücken…im Übrigen sei gesagt…dass sie sich ihr Wiener Frühstück, mit Semmeln, Kipferln und Marmelade abschminken müssen…hier essen die Chinesen Nudeln mit Gemüse, Reis mit gebratenen Fleisch…und dazu Misosuppe

Breitfuss und Weber verziehen das Gesicht.

Susanne: Hopp hopp, ein bisschen flott, wenn ich bitten darf. Man hat uns schon angerufen…sie werden abgeholt…also bitte, beeilen sie sich…und lassen sie die Chinesen nicht warten…

Die beiden Damen verschließen alle Türen oben im Gepäckraum, schauen, ob alle angeschnallt sind und verschwinden nach vorne und machen dort den Vorhang zu. Breitfuss sitzt verärgert herum und wendet sich an Weber.

Weber: Bleiben’s sitzen, wir landen gleich…

Breitfuss: A bodenloses Frechheit ist des…sehen sie was?

Weber: Ja, Häuser…viele Häuser…

Breitfuss: …die seh ich auch…

Es vergehen einige Minuten…die Maschine setzt auf der Landebahn auf und rast noch ein Stück dahin, wird dabei immer langsamer, dreht dann ab und biegt ein.

Weber: Sehn sie das auch?

Breitfuss: A Wahnsinn…lauter Soldaten…sogar Jeeps, viele mit Soldaten…

Weber: …die begrüßen uns,…mich…

Breitfuss: …was heißt sie…mich…ich bin hier der Boss….sehn sie des auch…die sind ja alle bewaffnet?…

Weber: …bis auf die Zähne...die haben auf uns gewartet…

Breitfuss: und wo ist die Musikkapelle?…

Weber: …Brauchen’s ein Ständchen?…ich kann ihnen eins singen…

Breitfuss (schaut beim Fenster hinaus: …ich seh nichts…sehn sie was? Knackal!

Knackal rührt sich nicht, hat Ohrstöpsel drinnen.

Weber: Da schauns…da stehn sie schon…(Flugzeug dreht sich wieder…man sieht Soldaten aufgereiht, in Reih und Glied…)

Breitfuss (sein Herz schlägt höher): G’fällt mir…China…hätt ich net gedacht…so ein herzlicher Empfang…lauter Soldaten…sehn's des…Herr Weber…alles nur wegen uns…und die Ufos…ich hab ja gesagt in Wien…diese Außerirdischen…die verändern unser Leben…da schauns
Was ist des?

Weber: Ein chinesischer Panzer…und noch einer…

Breitfuss: Jesas…ich freu mich…do ist noch einer…wozu die für uns die vielen Panzer schicken?…sind halt komisch diese Chinesen…

Weber: Da haben’s ihren Einsatzwagen…der hat da drüben a fesche Uniform…

Breitfuss: …bin schon auf die Ansprache gespannt…hoppla…was machen die da…die umkreisen uns alle…sehen sie das?

Weber: Bin ja net blind wie sie!...die wollen von uns was…müssen wir denen wichtig sein..

Das Flugzeug ist endlich stehen geblieben, sogleich rasen die restlichen Autos mit Soldaten heran und umstellen den ganzen Platz…

Weber: Steigens aus…so stehn's endlich auf…und vergessen's ihr Zeug net.

Breitfuss: Gefällt mir….diese lieben Chinesen…wo ist nur unser Transporter…sehen sie denn?

Weber: Der wird schon wo stehen…nehmen’s ihre Klamotten und gehns…die Knackal ist schon vorne…

Breitfuss steht endlich auf, folgt Knackal mit seinem Gepäck hinterdrein, Weber ihm nach, zum Schluss die drei vom Geheimdienst, die sich bisher sehr still verhalten haben.

SZENENWECHSEL

Im Freien bemerkt man eine Rolltreppe, die vorne bei Flugzeug steht…Knackal ist schon ausgestiegen, aber Herr Breitfuss und Herr Weber warten noch oben…Breitfuss blickt begeistert herunter auf die vielen Soldaten, die in Eile sind und geschäftig herum laufen. Schön langsam wackelt er die vielen Stufen mit seinem Gepäck herunter, scheint fast hinzufallen, Weber folgt ihm dicht hinterdrein. Es dauert etwas länger bis Breitfuss unten ist. Er kann es nicht fassen, dass die Leute hier von ihm nicht Notiz nehmen, schaut hierhin und dorthin

Breitfuss: Haben’s des bemerkt? Die arbeiten alle. Die drehn sich zu uns nicht her…Sagen sie, was machen die hier?

Weber( dreht sich um): Was werden’s schon tun…des Flugzeug ausladen…schauns’ hin!

Es ist noch immer niemand da, der sie begrüßt, Weber und Breitfuss starren nach hinten zum Flugzeug, Soldaten laufen herum. Ein freundlicher älterer Herr packt beide am Arm.

Chinese: Kommen sie mit, sie müssen etwas laufen, ein kleines Stück nur…dann sind sie in der Abflughalle…

Weber: Wo sind die anderen?

Chinese: Wir haben hier nur sie als Gäste…wir freuen uns sehr herzlich, dass sie zu uns gekommen sind…sie sind gleich in ihrem Hotel…noch ein wenig Geduld. Hier wird nur schnell verladen…die Leute haben wenig Zeit…wenn ich sie bitten dürfte mit zu kommen…

Breitfuss: Und die Musikkapelle?

Chinese: Ich sie nicht verstanden habe…welche Musik?

Weber: Er meint…den roten Teppich und die Musikanten...?

Chinese: Ah, ich verstehe jetzt, nein, diese Leute müssen schnell arbeiten...Flugzeug ausladen…verstehen sie…

Breitfuss: …nur eine Frage noch…diese Soldaten da…

Chinese: Chinesen sind ein sehr fleißiges Volk, alle arbeiten zusammen, das werde sie schnell begreifen…wir haben schon sehnlichst auf diese Maschine gewartet…kommen sie mit…

Breitfuss: Und wir? Was ist mit uns?

Chinese: Sie werden in ihr Hotel gebracht…nicht jetzt, weil sie etwas warten müssen…verstehen sie…Arbeit geht bevor…Arbeit ist in China wichtig.

Breitfuss: Wie wichtig…? Wie lange arbeitet…chinesischer Arbeiter?

Chinese: Chinesen arbeiten 100 Stunden…sind sehr fleißig, unsere Leute…sehr fleißig…sie werden auf uns stolz sein...wir leben sehr gesund…essen gesund…Reis mit Nudeln…nicht so wie bei ihnen.

Breitfuss (grantig): …und was machen die do?…

Chinese: Arbeiten…manchmal noch mehr als 100 Stunden…

Breitfuss: …am Tag?

Chinese: Hihihi, habe mir sagen lassen, sie sind ein lustiger Mann. Chinesisches Volk arbeitet 100 Stunden in der Woche…Sonntag ist auch Tag, wo man arbeitet für die Familie…für das eine Kind…wir sind hier sehr viele…haben alle nur ein Kind…kommen sie, ein wenig zu Fuß gehen schadet nix…Gesundheit ist wichtig…wir Chinesen laufen viel, machen Sport, machen Tai Chi…sie werden das auch machen…hier bei uns…

Breitfuss (Gesicht verfinstert sich, zu Weber): Habens’ des g’hört…die hakeln do wie verruckt…zuerst kein Frühstück…

Weber: …und jetzt keinen Empfang…

Breitfuss: …bin nur neugierig…was die da arbeiten…

Chinese zieht die beiden weiter nach vorne. Knackal ist bereits den drei Männern vom Geheimdienst gefolgt. Der Chinese geht mit Weber und Breitfuss in eine bestimmte Richtung. Breitfuss wirft immer wieder einen Blick zur Seite. Weber scheint das Ganze nicht zu gefallen. Nun sind sie bei einem Gebäude eingetroffen.

Chinese: Bitte eintreten. Zuerst sie, dann ich. Gäste zuerst.

Breitfuss dreht sich verärgert um, Weber folgt ihm, beide schauen, wie aus der AUA eine lange Rakete transportiert wird, ihre Augen weiten sich. Soldaten verladen die Rakete auf einen Laster.

Weber und Breitfuss sehen sich an.

Chinese: Bitte nach ihnen, meine Herrn. Wir sind ihnen ja zu großem Dank verpflichtet, dass ihre Regierung unsere Bitte unterstützt hat.

Breitfuss: War das nicht gerade….

Chinese: Ja, sie haben recht…das war eine…Österreich ist ein neutraler Staat. Welchem Land hätten wir so eine Mission anvertrauen können, wenn nicht diesem neutralen Österreich und ihnen meine Herrn? Ihnen traut man nichts Schlimmes zu, wir kommen nicht in Verruf und die Russen haben uns endlich das Versprochene geschickt.

Weber (sauer): Und dazu brauchen sie uns, unser Flugzeug…damit sie dann ihre russischen…Raketen…

Chinese(fällt ihm ins Wort): Das ist eine Boden-Luftrakete, meine Herrn, eine echte Boden-Luftrakete… russische Bauart…und wir danken ihnen…unsere Soldaten werden gleich fertig sein…es dauert nur mehr wenige Minuten und dann ist ihre Maschine entladen.

Weber: Wos hobens do noch alles drin?

Breitfuss: Das würd mich auch interessieren!

Chinese: Ein Panzer, was haben sie denn, mein Gott, ein paar Waffen…halt…und eine kleine Schachtel mit…

Weber(brüllt) : …mit einer Atombombe?

Breitfuss: Sans sie alle narrisch worden? Wir sind fried…liebende…friedfertige… Menschen…wir aus Österreich…und sie da mit ihren depperten Waffen…versteh den Putin net…wir schenken dem Mozartkugeln…reden von Außerirdischen und den Ufos….

Chinese: Aber was haben sie denn…das ist doch für die Aliens….

Breitfuss: Was? Sie ballern do wieder herum? Holen die armen Außerirdischen vom Himmel herunter?

Chinese: Das ist unser Ausstellungsstück…kommt in unser Museum, das wir demnächst in Peking eröffnen. China und die Außerirdischen…wir haben unsere guten Freunde aus Moskau um ein kleines Gastgeschenk gebeten…

Breitfuss: Des solln wir glauben? Was machen’s mit der Raketen und dem Panzer…wollens uns für dumm verkaufen?…

Chinese: Meine Herrn, verstehe sie nicht…wir glauben doch alle an den Frieden…

Weber: Und dazu brauchen sie einen Panzer und eine Rakete…weiß unsere Regierung davon?

Chinese: Selbstverständlich weiß sie es…dass sie etwas transportieren…also bitte, etwas mehr Diskretion… man erwartet, dass sie schweigen können…

Weber: Gemma, würd ich sagen…

Breitfuss: Ja…

Beide drehen sich um, ihre Gesichter haben sich stark verändert…sie folgen dem Chinesen ins Flughafengebäude.


Akt 12) China lockt, China reizt, ganz China spricht Teil 1


Breitfuss, Weber und der eine Chinese laufen etwas eilig durch die Abflughalle…man sieht die vielen Touristen, in erster Linie Chinesen…bald ist Breitfuss der letzte und schnauft…mit seinem Handgebäck. Weber schafft es gerade noch hinter dem älteren Chinesen herzulaufen. Endlich machen sie halt. Chinese dreht sich um.

China: China ist schönes Land, werden sehen…sie…werden schauen…und ihnen gut gefallen...zum Schluss können sie so schnell gehen wie ich. Jeden Tag machen Tai Chi und Qi Gong…

Breitfuss (gerade angekommen, lässt das Handgepäck fallen, seine Augen wandern umher) Ich…kann nimmer…einfach…diese vielen…

Weber: …Stufen…die haben sie g’schafft?…de paar Schritt….

Breitfuss: Was heißt die paar Schritt?…wir sind jetzt sicher ein halben Kilometer gegangen…

Weber: …gelaufen…gelaufen …Was heißt einen halben?…des war a Kilometer….

Breitfuss: …schließe mich ihrer Meinung an, Herr Kollege… (zum Chinese) …und sie da…sagns sie gibt es da net so Wagerl, wo man sich hineinsetzen kann wie beim …Dingsda…na, wie heißt des…dieser komische Sport…so helfen’s mir doch Herr Kollege…

Weber: Fußball….würde ich sagen.

Breitfuss: Fußball?...Sagn’s, san sie immer so bled….das ist doch net Fußball, wo sie mit de Wageln auf die großen grünen Wiesen herum kurven…Golf …(lauter) Golf ist des, verstanden…und so a Wagerl hätt ich gern…mir tun die Füße schon weh….

Chinese (beruhigend): Werden sich daran gewöhnen…die meisten Chinesen gehen noch zu Fuß, laufen zu Fuß…verstehen sie…betreiben viel Sport…sie sich daran gewöhnen …wird Spaß machen…

Weber: Na…nix Spaß machen (verärgert)…wir…(deutet auf sich und Breitfuss)…noch nix gefrühstückt…im Flugzeug…wir sind ein wenig hungrig und müde...

Breitfuss: Was heißt ein wenig…ich hab an Bärenhunger…einen Bären…hunger…verstehen sie?

Chinese: Ich verstehe…sie wollen in Zoo, ist nicht weit von hier…dann können sie füttern…

Breitfuss: Haben sie das verstanden…der will uns pflanzen...(giftig) erzählt da mir was von an Sport…den wir betreiben sollen bei diesen…depperten…fleißigen Chinesen…. (noch lauter)…weil wir so blöd san…na…des lassen wir uns nicht bieten…das sage ich laut mit aller Deutlichkeit…

Weber (stimmt ein): …mit besonderer Deutlichkeit.

Breitfuss: Sie, Herr Weber…können das bestätigen…(steigert sich richtig hinein, sodass sich die Touristen umdrehen)…wir Beamte aus Wien…von der MA …“2412…werden sicherlich do kein Chi…Dingsda…

Chinese: Qi Gong, heißt es…ist sehr wirkungsvoll, kräftigt die Muskeln, fördert die Gesundheit…sie können länger arbeiten….

Breitfuss: Haben’s des gehört…Herr Weber?

Weber: …bin ja net taub…sie werden täglich fleißig eine Stunde Tai Chi machen, anschließend ….

Breitfuss: …nix da…ich mach gar nix…und arbeiten…wie lange arbeiten die …hm…haben’s des schon amal überlegt…100 Stunden am Tag…die sind doch wahnsinnig die Chinesen…

Chinese (unterbricht ihn): Zoo nicht sehr weit von hier….nur ein paar Stationen mit der U-Bahn…

Breitfuss: Ich…will nicht in den Zoo!

Weber: Wollns net zu den Affen?…

Breitfuss: Was soll ich da?…wieso erzählt er vom Zoo?… sie da…Kommen’s her…

Chinese (beleidigt): Heiße nicht…Si-da…heiße Wang Fu Tschi, verstanden. Sie wollten Tiere sehn….

Breitfuss, Weber: Was? Wir …zum Zoo?

Chinese: Vorhin erzählt…füttern….Bären…Pandabären…sind wirklich liebe Tiere…

Weber: Der Wappler hat an Vogel…zuerst jagt er uns durch den ganzen Flughafen….wir schwitzen wie verrückt nach einem Kilometer…dass uns die Zungen raus hängt…der hängt uns ab…dieser Opa, weil er täglich Qi Gong macht….Was tun wir mit dem Alten da?….

Chinese (verärgert): Nicht alt…noch sehr jung…hier bei uns schätzt man alten Mann, bin erst 56 …

Breitfuss: …na ausschaun tuns wie hundert…

Chinese:…aber ich laufe wie 20 jähriger Mann…wollen sie mich weiter beleidigen…meine Regierung hat mich zu ihnen geschickt…soll sie weiter bringen…

Weber: Ja…nur wo san diese….

Breitfuss: …Gstopften…

Weber: …wieso Gstopften…wie kommen sie auf die…

Breitfuss: …hab ich was falsches g’sagt?…

Weber: Und was sie für eine Mist baut haben…der ist beleidigt…und alles nur wegen ihnen…

Breitfuss (verärgert): Ich wollt doch nur ein Frühstück.

Weber:…na glaubens ich net…und dann beleidigen sie den Herrn.

Breitfuss: Ich?…hab ihn beleidigt?…sie wollten…diese blöden Panda…Viecha sehn im Zoo
(wird immer lauter wie Weber) ich hab mich nur aufgeregt…über diesen Kerl da…

Weber: Aufg’regt…beleidigt haben’s ihn…weil er Qi Gong macht und sie net…

2. Herr (plötzlich da): Bitte meine Herrn, könnten sie freundlicherweise sich beruhigen…sie sind hier nicht die einzigen Fluggäste hier. Hören sie zu schreien auf.

Weber (zugleich mit Breitfuss): A Ruhe gebns jetzt…

Breitfuss: Was will der...?

Chinese: Ich werde sie jetzt zum Schalter bringen…da können sie ihren Pass herzeigen und danach ihr Gepäck abholen.

Weber (etwas ruhiger): Und…wie viele Kilometer laufen wir dahin….

Chinese: …nur ein kleines Stück…sie müssen wissen…China sein großes Land…viele Menschen...und alle sind sehr fleißig.

Weber: Habens es ghört…die müssten einmal zu uns nach Wien kommen…den Chinesen bringen wir das richtige Arbeiten bei…hakeln wie verruckt…

Breitfuss: :..hakeln do 12/13 Stund pro Tag…

Weber: …und das siebenmal in der Woche…dafür können’s dann noch, wenns müde sind ein, zwei Stunden dieses depperte Tschi….Goonk machen…

Breitfuss: …als echte österreichische Beamte werden wir da einschreiten müssen, Herr Weber. Was sag’ns dazu?

Weber: Bin einverstanden, Herr Kollege. Wir müssen unsere Ehre verteidigen…wir sind echte Beamte…wir wissen, was Arbeit bedeutet…und dies werden wir …unseren Chinafreunden mitteilen…was es heißt…täglich montags bis donnerstags von 9 -11 in einem Büro zu sitzen und Schwerstarbeit zu leisten…

Breitfuss: Jawohl…bei der nächsten Gelegenheit…werden wir das …dem chinesischen Volk mitteilen…wir müssen überhaupt…was ganz was anders machen…haben die da keine Gewerkschaften…die da protestieren…hakeln rund um die Uhr…wozu denn bitte…wann schlafen die denn…wenns nur arbeiten und Sport betreiben...sogar auf der Straßen…

Chinese: Wären sie so freundlich …und mitkommen…sie haben hier Aufsichtschef auf Plan gerufen…ist jetzt stinksauer auf mich…weil sie sich daneben benommen haben…hier nicht laut schreien erlaubt.

Breitfuss: Wer hat denn laut geschrieen…ich hab gesagt…ich hab einen Hunger…

Chinese: Ja, ich verstanden….und dann Bären füttern…

Weber: Jetzt wissen’s es.

Breitfuss: Was heißt Bären…welche Bären…

Weber: Na die Gummibären sicher net…die Pandabären…das ist das Wahrzeichen von Peking… wissen’s des net….

Breitfuss: Das Wahrzeichen von Peking? Die wohnen doch bei uns in Wien, im Schönbrunner Zoo…die haben sich von uns die Bären g’holt?…aus unserem Zoo?…

Chinese (hat zugehört): Ein chinesischen Sprichwort sagt….die Kirsche fällt….

Weber: …na, des ist falsch…der Apfel fällt nicht weit vom Stamm….

Chinese (ruhiger): Man hat mir erzählt…dass sie sehr lustige Männer sind…immer zu netten kleinen Scherzen aufgelegt…

Weber: Sie dürfen das net so tragisch nehmen…der …hat halt noch kein Frühstück gehabt…

Chinese: Bekommen sie alles im Hotel…jetzt schnell zum Gepäck…und dann können sie schon abreisen…

Weber: Und die Begrüßung…ich meine…wer begrüßt uns hier?

Breitfuss: …ja…des würd mich auch interessieren…man begrüßt doch eine ausländische Delegation einer Regierung.

Chinese: Ja, das tut man…doch sie reisen …inkognito…niemand weiß etwas davon…da können sie wunderbar ermitteln…

Breitfuss (schüttelt leicht den Kopf, zu Weber): Hat der was von vermitteln g’sagt…haben sie irgendetwas verraten…dass wir den Doppelagenten auf der Spur sind…was plappert der Alte da…und wieso reisen wir in…cog…

Weber: IN…Kognito…das heißt unerkannt.

Chinese (winkt beide zu sich her): Das ist Befehl meiner Regierung…damit ihnen nichts passiert…sie müssen extra gehen…alle müssen das. Zuerst die drei Herren…dann die eine wunderbare Dame….

Weber: …die Knackal..

Chinese: Ja….und dann sie…damit sie nicht auffallen….

Breitfuss: Versteh ich net…sie, Herr Weber? Da sind Tausende von Touristen…wie die Ameisen lungerns da herum…wohin man schaut…..diese Chinesen…und dann kommt dieser Alte da…und erzählt was…dass wir net auffallen…ist der net ganz dicht…

Weber: ….der hat halt keinen Agentenblick, Herr OGD.

Breitfuss: Und den haben sie?

Weber: Freilich…ich fühle mich fast wie ein Agent…handle fast wie ein Agent...

Breitfuss: …mache mich unsichtbar wie ein Agent.

Weber: Esse so viel wie ein Agent…

Breitfuss: Wollen sie sagen...dass ich zu viel frieß?

Weber: Sie haben andauern an Hunger, net ich…sie wollten a Frühstück und dann fangen sie von den Bären an…und der denkt an die Pandas…

Chinese: Können wir jetzt weiter gehen,…es dauert noch etwa fünf Minuten, bis wir dort sind.
Sind die beiden Herrn jetzt ausgerastet für den nächsten Dauerlauf…(dreht sich um und geht, wird schneller und versucht die beiden abzuhängen…Weber und Breitfuss keuchen hinter ihm drein)

Chinese bringt sie zur Passkontrolle, reicht jedem noch schnell zum Abschied die Hand und deutet in die Richtung…: …da gerade nach vorne, dann links, danach rechts…und dann sehen sie schon die Tafel….dort ist ihr Gepäck…

Breitfuss (zu Weber) Und wie…bitte….kommen wir zum Hotel?

Weber: Was fragens da mich?…bin ich ein Hellseher?…

Chinese (ruft ihnen zu, marschiert schon ab): Nehmen sie Taxi…Taxi!

Breitfuss (alleine mit Weber): Was sag’ns jetzt, Herr Kollege… da haben uns ja die Russen freundlich empfangen…diese Chinesen da…und die Nudeln im Flugzeug…

Weber: Sie meinen den Reis…denn die Nudeln hab ich gegessen…

Breitfuss: Wo…müssen wir hin…des ist ein Wahnsinn…wohin man schaut …nur Chinesen…lauter Chinesen…

Weber: Wos haben’s ihnen erwartet?…lauter Franzosen oder Wiener…wir san in China…

Breitfuss: Mein Frau wird schauen…wenn’s des sieht…so viele Menschen…Chinesen…

-Beide gehen ab…

SZENENWECHSEL:

In einem Zimmer am Flughafen:

Chinese (sitzt am Telefon): Ja…habe verstanden…nein, er ist schon zurück gekehrt…hat die beiden abgeliefert…war stinksauer…..nein, die Dame ist schon von unserem Kollegen ins Hotel gebracht worden…scheint ein wenig naiv zu sein…die beiden anderen…was soll ich sagen… Wang war sehr aufgebracht…frech waren die …ja, werde es ihm ausrichten…wird gemacht…werde es weiter leiten an die Regierung…Flugzeug ist ausgeräumt…nein, die haben alle nichts gemerkt…die zwei…waren nur etwas verärgert…kein Empfang…nein, kann ihnen nicht schaden…wir werden sie ihm Augen behalten, Chef…keine Sorge…heute werden sie von uns dorthin gebracht….nein, wir passen auf…keine Sorgen, wir haben 12 Mann, und die Russen haben uns 5 dazu geschickt…dazu die drei von den Österreichern…das macht 20 …da gehen sie uns sicher nicht durch die Lappen…werden nicht so blöd sein wie die anderen…wir passen auf…nein, die Dame hat ein Extraprogramm…morgen Besuch des Kaiserpalastes…und Besuch des Marktes…haben ihr lieben netten Kollegen gegeben…ist noch ziemlich jung und unverheiratet..passt wie geschmiert für sie…werde mich bald melden…verstanden, Chef…(legt auf)

SZENENWECHSEL

Breitfuss und Weber sind soeben in ihrem Hotel eingetroffen…viel Gedränge, viele chinesische Touristen.

Breitfuss: Was sag’ns zu den Schlitzaugen?…und der erzählt uns, dass die was hakeln.

Weber: Schaut net danach aus…die sitzen do in ihren Maßanzügen…do können’s einpacken mit ihrer Mickymauskrawatten.

Breitfuss: Was heißt Mickymaus?…die hat meine Frau am Graben gekauft…das waren drei teure Krawatten, die sie g’kauft hat…beim Versage…

Weber: De ihren san kitschig…so was müssen’s tragen…wie diese Chinesen da…

Breitfuss (mustert die Chinesen geringschätzig): Na…mein Gschmack…ist das net…kann vielleicht hier…modern sein…aber bei uns…na…wer zieht schon so an Kaftan an…so ein buntes Feiertagsgwandl?…

Weber: Der Neid frisst sie schon…wie die alle ausschauen…fesch san die alle…lauter Leute von der Wirtschaft…die Chinesische Wirtschaft blüht,..

Breitfuss: ..des muss ja…waun de do so lang sitzen und hakeln…die müssen wir mal aufklären…die wissen net…was wir Beamte in Wien tun…

Man sieht eine Gruppe von Chinesen in sauteuren chicen Anzügen mit moderner Krawatte herum laufen…und reden. Weber und Breitfuss verstehen kein Wort…sie müssen noch etwas warten… Plötzlich steht Frau Knackal vor ihnen mit einem ziemlich jungen Chinesen, sie strahlt über das ganze Gesicht.

Knackal: Da sind sie ja, Herr OGD…und wie sie ausschaun…. (lächelt, Breitfuss grantig)
Haben sie schon meinen neuesten Kollegen…ich meine …Begleiter …gesehen, Herr Fu Ling aus Shanghai…zur Zeit ist er in Peking…und er begleitet mich…(Weber und Breitfuss stehen herum und sagen nichts…beide schlechter Laune)…und haben sie schon das super Buffet gekostet, Herr Breitfuss?

Breitfuss: Was? Sie haben schon gegessen?

Knackal: Na, freilich…ich bin doch schon eine Stunde hier…da drüben ist der Speiseraum…wissen sie was es da gibt…?

Weber: Hund mit Schlange.

Knackal (lacht): Genau…und das essen die…die Chinesen…schmeckt wunderbar…das müssen sie kosten…ist eine Delikates, Herr Breitfuss!

Breitfuss (verzieht das Gesicht): Am liebten würd ich umkehren und…wenn ich net meinen Reisepass und mein Gepäck hergeben hätt...de Knackal ist do…und wir haben net einmal ein Zimmer.

Knackal: Schaun sie, Herr Weber, was mir der liebe Fu Ling geschenkt hat…eine schöne goldene Kette…ist die net schen? (hält sie Weber hin, dann Breitfuss, keiner sieht sie an) …und jetzt muss ich schnell weg…weil der Fu Ling mir noch den Markt zeigt…(winkt und rennt davon, der junge Chinese hinterdrein)

SZENENWECHESL

In einem anderen Zimmer mitten in der Stadt, zwei Männer sitzen zusammen an einem Tisch

1.: Ja, es hat geklappt…sie hat die Kette.

2.: Und? Was machen wir?

1.: Wir warten ab…die entgeht uns nicht. Ihr übernehmt die beiden anderen.

2: Wird gemacht...die sind irre gefährlich.

1.: Lass dich von denen nicht übers Ohr hauen. Die sind gewifft… haben es faustdick hinter den Ohren…alle beide…die sind nicht zu unterschätzen…die Kollegen in Moskau haben ordentlich geschwitzt.

2: Versteh ich nicht. Wir haben auf die zwei 20 Mann angesetzt.

1.: Du prägst dir die Route ein, die beiden fahren heute zum Tempel, da könnt ihr sie gut überschauen und die drei Wiener werden dabei sein. Die geben acht.

2.: Wenn die drei schon nichts ausrichten, was sollen dann die anderen.

1.: Wir sind klüger. Wir schnappen sie uns, wenn sie dumme Faxen machen. Du weißt, was du zu tun hast. Die Kleine gehört dem einen, ihr habt die zwei im Visier.

Die beiden stehen auf und verlassen das Zimmer.

SZENENWECHSEL

Etwas zur selben Zeit in Wien, soeben läutet im Bundeskanzleramt das Telefon…ein Herr Dr. Dr. X nimmt ab.

Dr.Dr. X: Ja, Moment mal, ich schaue, ob er da ist…nein, tut mir leid, der Herr Bundeskanzler ist unterwegs…ja, es ist spät…er ist noch da…soll ich etwas ausrichten…soll ich verbinden…aha in China…es geht um die Handelsdelegation? Nein? …ich habe keine Ahnung…warten sie mal…ich werde nachfragen…am besten…den Bürgermeister…nein, der ist nicht da…wie kann ich helfen….einen Moment bitte…da kann ich doch nachschauen…können sie das buchstabieren…nein, kenne ich nicht…bin nicht zuständig für dieses Ressort…M….ja dann A, aha, 24 und dann 12..Weihnachten…ach so…das ist ein Referat..2412…nein, kenne ich nicht…doch ich werde mich bemühen…ich komme gleich….(legt den Telefonhörer hin und steht auf, geht ins andere Zimmer zur Sekretärin) Frau Renate…können sie mir sagen, was das für ein Referat ist MA 2412 …ich brauchs aber gleich…da hat einer aus China angerufen…sie hätten ein Problem mit ein paar Leuten von uns…wer ist da jetzt von uns drüben…niemand…wissen sie es…ich sitz im Zimmer…(geht wieder zurück und nimmt den Telefonhörer)…ja, Dr.Dr. X am Apparat…nur ein kleines Momentchen…die Sekretärin sucht es heraus…ja, und jetzt sagen…sie…sind sie sicher, dass das Leute von uns sind…wir haben nämlich niemanden hinüber geschickt…also, da sind sie sich zu 1000% sicher, dass das Wiener sind…von uns…ja, ich sehe schon meine Renate auf mich zukommen…danke Frau Renate…gleich…ich schau mir mal noch schnell die Namen an…(liest und wird leichenblass)…ich melde mich in zwei Minuten noch einmal bei ihnen… (springt auf und rennt mit dem Zettel, den er von Frau Renate erhalten hat, ins Zimmer hinüber) …sind sie sich sicher Frau Renate?…

Sekretärin: Ja, Herr Dr. Dr. X, das sind die beiden Herren, Herr Weber und Herr Breitfuss, von der MA 2412…

Dr. Dr. X: Das ist a Katastrophe…was sag ich den Chinesen…die haben wir hinüber geschickt.

Sekretärin: Was ist los?

Dr. Dr. X: Das weiß ich nicht…ob schon was los ist …das hat er nicht sagen wollen…nur ob das unsere Leute sind…was soll ich sagen…denn die Wahrheit dürfen wir net erzählen…dieses Mal nicht.

Sekretärin: Ich kann schauen, ob der Bundeskanzler noch da ist.

Dr. Dr. X: Nein, den müssen wir aus dem Spiel lassen…sonst wird das Ganze noch eine Staatsaffäre…ich muss mir halt was einfallen lassen.

Das Telefon läutet im Nebenzimmer.

Dr. DR. X: Ich muss hinüber…sie…sagen zu gar niemanden etwas, sonst haben wir hier den ärgsten Krieg…das fehlt uns gerade noch…(läuft hinüber…und hebt ab)…nein…nein….ja…ja, sicherlich…mir ist nichts bekannt…muss ein Irrtum vorliegen…von unseren Männern ist keiner da drüben…bedauere…ja, tut mir leid…wenden sie sich an den Botschafter…(legt auf) Gott sei Dank…was soll ich sonst tun?…Frau Renate…wenn sie wüssten…(setzt sich erschöpft auf seinen Sessel und blickt auf die Uhr)….so spät schon…wenn das heraus kommt…a Katastrophe wird das …für die ganze Wiener Stadt, die Gemeinde…der Bürgermeister…oh Gott oh Gott…



Akt 13) China lockt, China reizt, ganz China spricht Teil 2


Kurz vor dem Gespräch mit dem Herrn aus dem Bundeskanzleramt in China. Herr Breitfuss und Herr Weber sitzen noch immer im Hotel und warten auf ihre Zimmerschlüssel, es sind viele ausländische und vor allem chinesische Gäste hier, im Hotel tagt in einem großen Saal eine Versammlung von Wirtschaftsleuten, die Chinesen strömen aus dem Saal heraus, weil momentan eine Pause ist. Weber und Breitfuss haben genug vom Warten und schleichen sich bis zur Tür des Saals hin.

Breitfuss: Was sagen’s dazu…lauter…Wirtschaftsexperten…

Weber: …lauter Chinesen…und kein einziger Europäer dabei.

Breitfuss: …oiso bitte, des sollten sie schon wissen, Herr Kollege…des muss ich net ihnen andauernd sagen…da sitzen’s diese dicken Manager….diese hohen Bosse…

Weber: Des san kane Manager…a paar vielleicht von denen…de san von der Wirtschaft…

Breitfuss: Wollen wir uns doch mal unter das gemeine Volk mischen…wir san a von der Wirtschaft…von der österreichischen Wirtschaft…

Weber: Sie meinen…waun sie do san…dann haben wir überall a Wirtschaft….

Breitfuss: Genau… bei uns herrscht nur die Wirtschaft…sehen's des…wie die alle da raus kommen und a Sektglasel haben die in der Hand…da gibt’s was zu trinken…

Weber: Dann würd ich sagen…stürzen wir uns ins Verderben…auf zum Buffet…

Breitfuss:…bis wir von dieser depperten Urschel da einen ….

Weber: Schön sprechen, bitte…

Breitfuss: …einen Zimmerschlüssel kriegen und frühstücken können…bin ich schon längst verhungert…na, ich würde vorschlagen, Herr Kollege Weber…wir gehen do rein…. (verbeugt sich vor Weber und macht ein Handzeichen) Bitte nach ihnen.

Weber: Gerne, doch …ich bin ein sehr höflicher Mann…ich lass ihnen den Vortritt…bitte nach ihnen…

Breitfuss: Herr Weber!

Weber: Was is? Machen’s ihnen in die Hosen, weil wir do rein marschieren und uns was von deren ihren Buffet fladern…halten’s hat für die a Ansprach….

Breitfuss: Des ist a gute Idee…wir gehen do beide hinein…

Weber: Sie zuerst…ich folg ihnen…

Breitfuss: Na, Herr Weber…tun’s mir des net an…sie wissen, sie sind mein bester Freund und wir sind Kollegen…ich lasse ihnen den Vortritt…

Weber: Sie machen sich an…geben's es zu…aber ich bin ja net so…ich fühle mich wie ein echter Agent… ich schreite da hinein…(geht cool zu Tür und winkt) folgen's mir….was is? Wollens verhungern? Ich seh grad…die essen was….

Breitfuss (geht zur Tür, die ein kleines Glasfenster hat und will hineinschauen): Was sehn sie? Was essen die?

Weber: Na so kleine leckere Happen haben die…wenn wir uns net bald beeilen, bleibt für uns nix mehr übrig…

Breitfuss: Und was gibt es noch? (reckt sich ordentlich, die Tür geht auf und zwei Chinesen kommen heraus…mit hellem Anzug, die ihnen beiden die Tür aufmachen und Weber und Breitfuss müssen eintreten, jetzt sind sie drinnen)

Weber: Bleiben’s net stehn…sonst fallen wir auf…und nicht vergessen…

Breitfuss: Was soll ich vergessen?

Weber: Nicht vergessen! Immer nur lächeln. (geht weiter, Breitfuss folgt ihm)

Breitfuss: Apropos auffallen…haben’s schon bemerkt,…dass wir die einzigen sind…die keine Chinesen sind…

Weber: Lächeln…sehn sie nur die netten Herrn da drüben, die zu uns herschauen…

Breitfuss (verärgert): Na, ich seh nur die Kellner mit den großen Tablett…do kriegen wir nix zum Essen…die sehn ja uns…

Weber: Lächeln …Herr ODG!

Soeben trennt sich ein Herr von der einen Gruppe und kommt auf Weber und Breitfuss zu. Beide setzten ihr schönstes Lächeln auf, Breitfuss grinst über das ganze Gesicht, Weber tritt etwas vor und stellt sich vor.

Weber: Excuse me, ….sorry… my name ist Mike Weber, economic experte for european exporte…

Breitfuss (drängt sich vor und fällt ihm ins Wort): …and my name is Ingenieur Engelbert Breitfuss von der MA2412…..aus Wien.

Weber: Depp, der versteht nur Englisch…. (freundlich)..we are coming from Austria, Vienna and my dear friend here…

Breitfuss: I love China…and I am from Austria, Europe…and I want to see ….

Chinese: Hallo, very nice to meet you…(schüttelt beiden die Hand und zeigt auf seine Kollegen)…here my friends und we have a meeting here…you understand…

Breitfuss: Yes, my good friend (klopft ihn kräftig auf die Schulter)…our government has send us to you…

Chinese: Really, to us?…you are coming to us?…

Weber: ….to china…to visit this wonderful country…

Breitfuss (stolz): …to speak on a conference….

Chinese: Here (zeigt es mit der Hand)…is a conferece now.

Weber: …for workers…

Breitfuss: workers…we are workers…experte for workers…in Vienna we have a specielle referat for workers….

Weber: …called MA 2412…he meens…special resort of the government for workers…

Chinese: Really, thats nice to hear…you have a special department in …

Weber: …in Vienna.

Chinese: Ah Vienna, very nice city, Stephansdom and Schönbrunn Castle …and Mozart.

Breitfuss: Was hat er g’sagt? Verstehn sie ihn?

Weber: Gebens a Ruh!

Chinese: How long do you stay here?…sorry…I don’t be a good host…please, come with me…(zu Weber) do you like some drinks…chinese drinks?…

Breitfuss: Ja, ich auch…. (drängt sich vor)

Weber, Breitfuss und der Chinese marschieren ein Stück nach vorne, sie schütteln den Leuten die Hände, man stellt sich vor und Weber und Breitfuss bekommen ein Glas in die Hand gedrückt. Breitfuss ist überglücklich, noch dazu, wo der Inhalt des Glases ihm besonders gut schmeckt, trinkt relativ rasch das Glas leer. Blickt glücklich und zufrieden um sich, der Kellner geht mit dem Tablett vorbei, doch Breitfuss wagt nicht, sich eines dieser Brötchen zu nehmen, seine Augen folgen dem Essen.

Breitfuss: Wo sind ma stehn geblieben, Herr Kollege?

Weber: Bei der Wirtschaft…(zum Chinese)…you have now a conference?

Chinese: Yes, wie do so…what's your profession.

Breitfuss (stolz): I am the boss….the big boss.

Chinese: That’s fine…you are the boss and he? (deutet auf Weber)

Weber: I am the boss too.

Chinese: Really, two men…two who are the boss…which departmend do you have in …

Weber: We represent the workers…the true old workers…we know the life of the workers.

Chinese (begeistert): That’s good, oh come with me…we have talk about the situation of other continents…you can tell us something about your profession, your job…what are you doing in Vienna?

Weber: Certainly…my friend, and my friend, the second boss too….we are the best of our city, and therefore our government has sent us to china for a big conference.

Chinese: What is it?… what do you talk about?….please, come with me, we have met the chief press officer…and I think, I hope he is here…oh yes, there he is…(Chinese schleppt Weber und Breitfuss mit sich; Breitfuss versteht nicht viel, geht hinterdrein, dann verschwindet der Chinese für einen kurzen Moment, er erkundigt sich)

Breitfuss: Was hat der Kerl da g’sagt?

Weber: A Pressekonferenz war gerade…und wir dürfen mit dem Pressesprecher reden…wie finden’s des?

Breitfuss: Super…do können wir den Chinesen reinen Wein einschenken…weil’s so viel hakeln.

Weber: Seriös muss des sein.

Breitfuss (richtet sich seine Haar und sein Hemd etwas): Na schaun wir nicht seriös genug aus…die laden uns ein…uns aus Wien…von der MA 2412…denen werden wir es zeigen,wie damals in Brüssel.

Weber: In Brüssel? Do sans doch davon g’rennt…na, hier reden wir wirklich…und sagen denen mal unsere Meinung über die Arbeit.

Breitfuss: Jawohl…wir tun ihnen kund…wie die Wiener Beamten arbeiten…nur a Frag hätt ich noch…können sie Englisch?

Weber: Na sicher und sie net? Habens wieder einmal net aufpasst im Unterricht beim Herrn Klaus…aber ich bin ja net so…wenn sie reden…übersetz ich für sie…einverstanden?, abgemacht.

Breitfuss (schlägt in die Hand ein, laut): Abgemacht…diesen Schlitzaugen zeigen wir’s …was ein echter Beamter aus Wien alles kann.

Eine Gruppe von Chinesen kommt zu ihnen und der nette Herr von vorhin kommt auf sie zu. Chinese tritt auf sie zu und winkt dem Kameramann.

Chinese: Okay, if you are agree my dear friends…we make a short interview with you.

Breitfuss (hat gerade das noch mitgekriegt): A Interview…super…Klasse…spitze…ist des

Weber(seriös): we are agree…and my friend Engelbert Breitfuss….agree too….

Breitfuss (stolziert ganz in die Mitte und zeigt sich): We …can begin… now…I am so happy…mei Frau wird ganz stolz sein, wenn’s des erfährt, san in China und gleich am ersten Tag kommen wir ins staaliche Fernsehen….

Chinese flüstert Weber etwas zu. Weber kommt zu Breitfuss und wispert ihm etwas ins Ohr.

Breitfuss: Was hat er g’sagt? A Direktübertragung ist des? Des sehen die Chinesen gleich im Fernsehen…?

Weber (stellt sich seriös hin, direkt neben Breitfuss, Kameramann kommt schon und ist dicht neben beiden): My name ist Mike Weber….boss of the referat MA 2412 of Vienna ...

Breitfuss: …and my name is…was heißt Ingenier…jesas ich hab des schon wieder vergessen

Weber (schnell und leise): Tun's weiter…redens!

Breitfuss: Engelbert ….mein Gott, ich hätt beinahe Dollfuss g’sagt…der alte Bundeskanzler ist mir eingfallen…oiso…der Herr Weber übersetzt…da für mich und sie meine Damen und Herren werden jetzt von uns…von mir…informiert…was wir Wiener da in Wien bei der MA 2412 treiben.

Ein Chinese winkt und der Kameramann schwenkt zu Weber hinüber, der sofort mit der Übersetzung ins Englische beginnt:

Weber: Here is my best friend of the whole world Engelbert Breitfuss from the referat MA 2412 of Vienna…Our Goverment….the Federal Chancellor of all Austria has ordered us, sent us to you for a big conference to speak …hm…hm…to you…our chinese people…to the world about….hm…(hustet und winkt)

Kamera schwenkt wieder zu Breitfuss, der weiter spricht und spricht…

SZENENWECHSEL

Zum selben Zeitpunkt in einem großen mehrstöckigen Gebäude läuft der große Bildschirm mit dem chinesischen Fernsehprogramm, mehrere Menschen sitzen in dem einen Raum und arbeiten, plötzlich ändert sich das Programm und man sieht Weber und Breitfuss im Fernsehen…alle Anwesenden drehen sich auf einmal um und horchen gespannt, Weber und Breitfuss reden abwechselnd über die wichtigsten Wirtschaftsfragen in China. Man sieht jetzt Breitfuss groß im Bild.

Breitfuss: Oiso…zu dieser großen Wirtschaftssache…Wirtschaftswunder in China kann ich nur eins sagen…hakelt’s net so viel…des is ja a Wahnsinn…wauns ihr wüsst…was wir da machen in Wien…meine Kollege hier…(deutet auf Weber, der schrecklich grinst und in die Kamera winkt)…der Herr Kollege steht einmal um acht Uhr auf…und bis der einmal ins Büro wackelt…dann is es schon neun…jo, und dann muss er erst amal gut frühstücken…sagn wir mal bis um halb zehn…na…des ist zu früh..dreiviertel zehn…dann muss er auf die Toilette, weil er zu viel gegessen hat…und bis er endlich auf seinem Sessel sitzt, dann ist mindestens zehn vorbei…und ja und dann kommt unsere erste Sekretärin…die Frau Knackal…und serviert uns beiden einmal einen tüchtigen Cafe mit Schlagobers…und a Kipferl dazu…ma…wie ma des do fehlt…die mit ihren depperten Nudeln und dem Schlangenfraß…die haben net amal richtige Heferl…die Chinesen…so klane Spuknapfe haben die …schaut aus wie a Fingerhut…jöh…der Herr Weber winkt…jetzt muss ich aufhören…aber gleich bin ich wieder bei ihnen…

Man hört Weber im Fernsehen irgendetwas auf Englisch murmeln über die Wirtschaft, die Zuschauer im Raum schauen sich alle an, dann wieder Schwenk zum Herrn Breitfuss.

Breitfuss: So.. da bin ich wieder meine Zuschauer…die Arbeiter…wauns nach mir geht…dann würdets alle morgen um 11 Uhr nach Haus gehen…denn das tun wir auch…wir arbeiten von 9- 11 und dann ist Mittagspause bis um zwei…jo der Mensch muss auch was essen…apropos Wirtschaft…von der chinesischen halt ich ja überhaupt nichts…schaun sie sich doch die vielen Wolkenkratzer an…na ist des schön…so a Aussicht…da haben wir in Wien a gsündere Luft…ja…wie soll ichs sagen…dieses ganze Kommunistenpack…so sagts zumindest meinen Frau Gemahlin…die hat dreimal zu mir g’sagt vor dem Abflug…nimm dich vor den Chinesen in Acht und wie ich g’fragt hab…wieso…hat sie mich angschaut und hat zum Heulen angefangen…jesas…derer hab ich noch keine Ansichtskarten gschrieben…des wird ich morgen tun…dieser ganze Kommunismus da…und der Kapitalismus…und die Wirtschaft….economic…wie des schon klingt…diese depperte Sprach…bin froh…dass ich net Englisch kann…halt von dieser Wirtschaft gar nichts…im Gegenteil…da geht’s in der Maria Hilferstraßen einkaufen..kaufst da was in einem österreichischen Beisl…Geschäft halt und wenn’st nachschaust, woher des ganze Klumpat,des da in dem Laden haben, is…das ärgerst dich…des kommt alles aus China…so schaut’s aus liebe Leut…überall bringts euren Dreck da hin…überall schreibst euren Namen rauf…made in China…auf jeden schiachen Fetzn…den mein Frau kauft…steht dann des oben…war erst in einem stinkfeinen Laden im ersten Bezirk…gehe einkaufen mit meiner Frau…sag noch zu der Verkäuferin, dass ich nix von diesen komischen Asiaten brauch…schaut mich die blöd an und sagt: na glaubens, wir verkaufen solche Artikel…meine Frau hat dann wieder so an Mist kauft…und wie wir zu Hause warn…und sie packts aus…was steht oben, made in china…da hab ich dann so an Gift kriegt auf die Chinesen….(Miene verändert sich, Weber merkt das und springt ein und setzt sein schönstes Lächeln auf)

Weber: Yes, ladies and gentleman…we prefer china, china products…we love the workers…of your country…we know what it means to work hard….

Breitfuss (stößt ihn weg und drängt sich wieder zur Kamera): Yes,…I too…waun des so weiter geht na danke…diese Wahnsinnigen da…stehn do mit ihrem kapitalistischen Anzügen und ihrer Pandabärenkrawatten…ich hab glaubt, des san Kommunisten…die nur was hakeln..sitzen do und tun nichts…unterm Mao…oder wie der g’heißen hat…do hat jeder so a schiaches Arbeitergwandl anghabt…das trägt der moderne Mann…aber net a Hosen, a Hemd und so a Micky Mousekrawatten …(grinst wieder freundlich in die Kamera hinein) …die hakeln da wie verruckt und das überall…sogar auf der Straßen stehns und tun was…sollns weniger tun…richtig obezan…wie der Wiener sagt…dann brauchens a net dieses komischen Tschie Gonkk was des sein soll…machen do so Bewegungen…Schattenboxen…a so a Blödsinn…wer boxt schon mit seinem Schatten…in die Sonn sollen sich de mal legen und ausspannen…so wie wir…wir legen uns auf den Donaukanal und …

Weber: Yes, ladies and gentleman…this was our profession, our greatings to you, your Country und we wish you…

Mehr hört man nicht mehr, weil die umstehenden Chinesen laut applaudieren und begeistert sind…die Kamera schwenkt in eine andere Richtung…

Breitfuss: Nau, wie war ich…

Weber: Furchtbar…a Katastrophe…sie haben alles durcheinander gebracht…

Breitfuss: Des war Politik

Weber: Von denen hat sie kein einziger verstanden…aber mich hat jeder g’hört…verstehns…sie…mit ihrer deppert Gschicht do…des könnens vergessen…

Breitfuss: Ich war im Fernsehen…was sag’ns…und jeder hat mich g’sehn.

Weber: Aber gehört haben’s nur meine Worte, verstehens meine warn des…net ihr blödes Geschwätz do…

Stimme aus dem Hintergrund: Das wird ein Nachspiel haben.

Weber und Breitfuss schauen sich entsetzt an und sind für einen Moment still.

Breitfuss: Habens des ghört…warn des sie?

Weber: Na net…

Beide drehen sich um und stehen vor Herrn Klaus, der ihnen fröhlich zulächelt. Dieser hat einen schicken Anzug an und grinst.

Breitfuss, Weber: Was machen sie da?

Klaus: Das wird leider für beide Herren ein ordentliches Nachspiel haben, das fürcht ich…und sie werden nicht lange warten brauchen.

SZENENWECHSEL

Wieder in demselben Raum im mehrstöckigen Gebäude, der eine der beiden Herrn ist zu seinem Schreibtisch gegangen und hat den Telefonhörer in der Hand, man hört ihn auf Chinesisch reden. Er verlangt eine Nummer und lässt sich verbinden.

Herr: Den Botschafter…bitte! Schicken sie mir sofort den österreichischen Botschafter…und bitte keine Ausreden…( dann legt er auf und wendet sich dem Bild auf dem großen Bildschirm zu, man sieht Weber und Breitfuss mitten im Interview)


Wenige Minuten später hebt ein gewisser Dr.Dr. X in Wien im Bundeskanzleramt das Telefon ab, einige Minuten später sitzt er kreidebleich in seinem Zimmer und stöhnt.



Kap 14) Die Waffenschieber Teil 3 China reizt….



Wieder im Hotel in Peking, Weber und Breitfuss haben sich von den netten Chinesen verabschiedet nach dem Interview und machen sich nun auf den Weg zur Rezeption. Die Dame hat zwar die Zimmerschlüssel, doch ist in der Eingangshalle so ein Gedränge, dass Weber und Breitfuss beschließen, noch etwas zu warten, bis der Hotelboy ihr gesamtes Gepäck ins Zimmer gebracht haben. Beide haben ein Zimmer zusammen. Während der junge Chinese ihre Koffer mit dem Lift nach oben bringt, schlendern die beiden Herrn durch die Räumlichkeiten des Hotels und stoßen auf eine Reporterin, die daran zu erkennen ist, dass sie ein Mikrofon in der Hand hält, einen Fotoapparat über die Schulter hängen hat und ihnen wie gerufen direkt in die Arme rennt. Weber stößt fast mit der Dame zusammen, weil diese in Eile ist.

Weber: Wohin, schönes Fräulein?

Breitfuss: Do müssen’s schon Englisch reden, die versteht sie sonst nicht.

Chinesin: Nein….ich verstehe sie gut…sie kommen aus Europa nicht wahr…habe an der Universität Deutsch studiert und andere Sprachen. Ich bin in Eile.

Weber: Wohin des Weges?

Chinesin: Ich sagte schon…habe zu tun…da vorne ist Konferenz.

Weber: Wissen wir…wir waren gerade dort…müssen sie wissen…wir sind nämlich…

Breitfuss: …von der Wirtschaft.

Chinesin: So? Von der Wirtschaft?

Weber: Er meint…egal wohin wir kommen…wir stoßen auf a Wirtschaft… er macht die Wirtschaft.

Chinesin: Wie meinen sie?

Breitfuss: Das ist ganz einfach…wir sind zwei große Chefs…

Chinesin: Woher kommen sie…aus welchem Land?

Weber: Aus Wien….

Breitfuss: Österreich! Sie Depp, die hat sie nach einem Land gefragt…net nach einer Stadt…Austria…verstehen sie…Aus…

Chinesin (fällt ihm ins Wort): Weiß ich, wir hatten hier in der Schule Geographieunterricht Herr…Herr…

Weber: Breitfuss ist sein Name, und ich bin Mike Weber, von der MA…
Chinesin: Hat mich sehr gefreut…ich habe noch jemanden zu interviewen…tut mir leid, meine Herrn, wenn sie mich bitte entschuldigen…ich muss weiter…. (will weiter gehen)

Weber: Dürfen wir sie begleiten…(Chinesin versucht ihn abzuwimmeln, funktioniert nicht, Weber stellt sich mitten in den Weg)

Weber: So eine charmante Dame…die werden wir doch noch begleiten dürfen.

Breitfuss (grinst ganz unverschämt): Was können wir für sie tun?

Chinesin (schaut jeden der beiden an, sie weiß nicht, was das ganze soll): Ich suche eigentlich einen bestimmten Herrn...habe ihn noch nicht gefunden…man hat mir gesagt…dass er schon wieder weiter ist…

Weber: Den wollten sie ausfragen…fragens doch uns…

Breitfuss: Des kostet nix…wir verlangen gar nichts…

Chinesin: Darum geht es nicht…sehr nett von ihnen …nur sie müssen eins verstehen...ich habe ein bestimmtes Thema vorgegeben…

Weber: Wissen wir…die Wirtschaft….wir sind zwei Bosse von der österreichischen Wirtschaft!

Chinesin: Wirklich?

Breitfuss: Uns hat die österreichische Regierung her geschickt…wir reisen inkok…

Weber: Inkognito…

Chinesin: Was bedeutet das?

Weber: Völlig unerkannt, damit wir in Ruhe arbeiten können.

Breitfuss: Wir haben einen Geheimauftrag…wissen’s sie?

Chinesin: Und welchen?

Weber: Da müssen sie uns interviewen…dann verraten wir es ihnen.

Chinesin: Das glaube ich…wird nicht so wichtig sein.

Breitfuss (nimmt sie beim Arm): Hörns, schönes Fräulein…wir waren vorher in Russland und sind mit einer speziellen Maschine geflogen…da war niemand drinnen nur wir…jo und drei von den Sicherheitsbeamten…glaubens uns.

Chinesen: Sie scherzen.

Weber: Wir haben still und heimlich Waffen herüber gebracht nach China.

Chinesin (schaut wissbegierig die beiden an): Sie treiben keinen Scherz?

Weber: Woher denn, wir sagen die Wahrheit. Kommens da rüber in dieses Eck, da haben wir ein wenig Platz und da können wir reden.

Alle drei ziehen sich in ein kleines Eck zurück im Hotel, das Handy der Chinesin läutet, sie nimmt es und redet kurz, dann steckt sie es ein. Alle setzen sich auf Stühle neben einem Tisch.

Chinesin: Heute - kein Interview…bin zu spät gekommen, ist schon weg…was mache ich nur?

Weber: Ganz einfach, sie fragen uns aus.

Breitfuss (ärgert sich etwas, weil Weber der Chinesin ziemlich nahe rückt): Sie lassen uns zu Wort kommen…ich bin ja der Boss…sie fragen, würde ich sagen, mich einmal.

Chinesin: Moment mal, ich weiß doch gar nicht wer sie sind.

Weber: Darf ich mich vorstellen, Mike Weber, Chef der Abteilung MA 2412, einer wichtigen Abteilung der Stadt Wien.

Breitfuss: OGD Ing. Breitfuss, Abteilungschef von MA…

Chinesin: Habe schon verstanden. Und was machen sie da in Wien, in ihrer Abteilung? Was ist so geheim, dass ich es jetzt wissen muss?

Breitfuss: Oiso, folgendes…sie Herr Weber.

Weber: Sie sind der Oberboss, Herr Breitfuss.

Chinesin: Soll ich wieder gehen? Sie locken mich hierher und dann haben sie nichts zu berichten. Wie kommen sie überhaupt nach Peking und wo waren sie vorher. In Wien?

Weber: Nein, im Russland, in Moskau.

Chinesin: Und weiter, ich höre.

Breitfuss: Das ist a lange Gschicht. Wir sind zuletzt mit unserer Maschine der österreichischen Regierung hierher geflogen…und was glaubens, was da drinnen war?

Chinesin: Ich verstehe nicht…ich dachte sie erzählen?

Weber: Ratens? A echte Atombombe, die haben die Russen still und heimlich von Moskau nach Peking gebracht.

Breitfuss: Waffen…die Russen lieferten Waffen.

Chinesin: Ist das alles, ich meine, vielleicht hatten sie noch ein paar Panzer…das ist nichts Außergewöhnliches…für China.

Breitfuss: Aber für uns…in unserer österreichischen neutralen Maschine Waffen, begreifens des net…wir haben offiziell einen anderen Auftrag und wir schicken Waffen nach China.

Chinesin: Ja, das ist etwas merkwürdig, doch weiter nicht schlimm…Transportweg ist kürzer.

Weber: Mit eine AUA transportiert man Waffen? Und vorher waren wir beim Präsidenten und haben mit dem noch ein Geschäft abgeschlossen.

Chinesin: Sagten sie nicht vorhin, sie sind von der Wirtschaft…sie verkaufen oder kaufen ein?

Weber: Wir verkaufen…

Chinesen: Waffen?

Breitfuss: So kann man es auch sehen…da muss man doch vorsichtig sein, schönes Fräulein.

Chinesin: Was haben sie in Russland gemacht? (nimmt sich Notizblock und notiert sich etwas)

Weber: Jo, was haben wir dort gemacht…a Wirtschaft… wir haben uns mit der Wirtschaft beschäftigt…die Handelsdelegation…aus Österreich, die…

Chinesin: Welche Handelsdelegation? Ich verstehe wenig, könnten sie deutlicher werden?

Weber: Offiziell ist eine Handelsdelegation unterwegs…inoffiziell reisen wir zwei durch die Länder und…

Chinesin: …ich vermute, inkognito….

Breitfuss: …sehr gut…damit die ganze Geschichte net auffällt.

Chinesin: Worum geht es?

Breitfuss (winkt die Dame zu sich und flüstert): Ich sag nur eines, Aliens.

Chinesin: Was?

Weber (leise): Aliens! Ja, wir sind zwei wichtige Geheimnisträger, was Außerirdische betrifft.

Chinesin: Das glaube ich nicht.

Breitfuss: Waun ichs aber sag, deshalb san wir doch hier...wegen der Konferenz über Ufofragen…schauns sie, die Amerikaner holen die armen Aliens da runter vom Himmel mit ihren Jagdbombern und Raketen…des wollen wir verhindern, denn die haben ja auch Rechte auf unserer schönen Erde…wir knüpfen Kontakte mit denen.

Chinesin: Mit wem?

Weber: Mit den Außerirdischen.
Chinesin (schaut die beiden komisch an, weiß nicht, was sie von dem Gehörten halten soll): Wollen sie mich zum Narren halten? In China in den letzten Jahren, was heißt Monaten, immer wieder Sichtungen von unbekannten Flugobjekten…und sie treiben hier ihren Spaß mit mir.

Weber: Woher denn? Wir sind Ufo –Experten, beauftragt von der österreichischen Regierung…und zuletzt waren wir in Russland…in…cog…nito…der Herr Kollege hat denen ja was mit gebracht.

Chinesin: Was haben sie der Regierung angeboten?

Weber: Hilfe und Unterstützung.

Chinesin: Waffen?

Weber: So a Art Kanonenkugeln…etwas, was jeder haben will…verstehen sie…doch nur der Ministerpräs…

Chinesin: Wer? Sie waren tatsächlich bei der russischen Regierung, beim Staatspräsidenten?
Breitfuss: Na freilich, wir sind doch von der Wirtschaft…wir haben des getarnt…wir haben den Russen was gebracht...worüber sie sehr erfreut waren…200 Tonnen von…

Chinesin: 200 Tonnen von…Waffen…?

Weber: Na, na…net so schlimm denken…des hat halt ausgeschaut wie …Kanonenkugeln…darauf fahren die alle ab, erst recht der Putin….da is a echte Krise entstanden in der Duma.

Breitfuss: …jo, und dem Medvedev haben wir Schi…gebracht…

Chinesin: Schi? Sie meinen…

Weber: Schi zum Schifahren…wir sind nämlich Wirtschaftsexperten…wir bringen den Leuten was…die modernsten Schi der Welt…in Österreich sind viele Schifahrer…

Breitfuss: …na sie wissen schon…wir müssen des doch heimlich machen…die Russen rätseln heute noch, wie sie die tollen Schi gekriegt haben…

Chinesin: Sie exportieren Schi…ist es das?

Weber: Jo..

Chinesin: Das ist nicht verboten.

Breitfuss: Aber getarnt war des…wir haben die Schi eingeschleust mit einer hochmodernen österreichischen Technik…die es nur bei uns gibt…darüber waren die Russen ja ganz erstaunt…haben sie keine Zeitung gelesen…über die Geschichte am Roten Platz?

Chinesin: Nein…wenn ich sie jetzt verstanden haben…verkaufen sie offiziell wie diese Handelsdelegierten Ware…hier handelt es sich um einen neue Schimarke, ist das richtig?

Weber: Vollkommen richtig, gnädiges Fräulein…

Chinesin:…und inoffiziell verhandeln sie mit den Regierungen wegen Waffen…was waren nur das für merkwürdige Kugeln…die sie vorhin erwähnt haben…

Breitfuss: Die will einfach jeder haben…wir haben dem Putin zuerst 2 Tonnen versprochen, dann hat der so geraunzt, dass er mehr will, jetzt haben wir ihm halt 200 Tonnen gebracht…

Weber: ..der eine Teil ist in Moskau, den Rest haben die Russen in Sibirien gelagert…

Chinesin: Und was sind das für Waffen…weil die jeder haben will?

Weber: Rund sans…ihre Wirkung tun’s…und ein jeder will sie haben….

Breitfuss: Stammen eigentlich net aus Wien…der Herstellungsort ist wo anders…die Steyrerpanzer kommen ja aus Steyr und werden in die ganze Welt transportiert…und die sind aus…woher?…

Weber: Was fragens do mich?
Chinesin: Die Marke wissen sie nicht? Was ist das für eine Produktionsfirma?

Breitfuss (denkt etwas nach, dann freudig): Mirabelle…genau…so heißt die Firma…sind so kleine runde Kugerl….

Chinesin: Haben die einen Sprengkopf? Haben die vorne eine Zündvorrichtung?

Weber schaut Breitfuss und dieser wiederum Weber an.

Weber: Mehr dürfen wir dazu net sagen…sie wissen doch, wie geheim des ist...wie wir abgereist sind von Moskau…habens heimlich Bodenluftraketen verladen und eben diese Bomben…stellens ihnen des vor…und die österreichische Regierung weiß davon nichts.

Chinesin: Was? Ich dachte, die wäre eingeweiht?

Weber, Breitfuss: Haben wir auch gedacht! Nein, die haben’s heimlich hinein getan! Ohne unser Wissen…

Chinesin: Wozu das Ganze bestimmt war …wissen sie nicht?

Breitfuss: Doch …für die Außerirdischen…

Chinesin:…und das soll ich ihnen glauben, Außerirdische?

Weber (bittet): Sie müssen uns glauben…wir beschäftigen uns wirklich mit Aliens…wir haben uns gründlich vorbereitet auf die Aliens…wir drei…

Chinesin: Wer ist der dritte?

Breitfuss: Die Frau Knackal, eine Dame, die uns die Leute vom Geheim…

Chinesin: …Geheimdienst, sagten sie Geheimdienst…?

Weber: Jo…überall lungerns herum...diese Doppelagenten… …wahrscheinlich sind sie schon in Gefahr…und man beobachtet sie…

Chinesin schreibt weiter einige Zeit: So, das wäre es mal fürs erste…sie glauben also, dass da hier etwas los…ist…

Breitfuss: Jo sicher, denn bis zur Ufokonferenz dauert es nicht mehr lange…

Chinesin: Und die ist wo?

Breitfuss: In China oder Japan…genaueres wissen wir noch net…dort treten wir auf…und halten eine Rede über die furchtbare Lage der Außerirdischen in Österreich.

Chinesin: Warum?

Weber: Wir haben ein riesiges Ufoproblem in Wien…ich meine in Österreich…die verstecken sich ja…weil die Amerikaner mit diesen Tarnkappenbomber herum fliegen…und unsere Eurofighter zu schwach sind.

Breitfuss: Jo, doch diese russischen Tarnkappenbomber…diese…

Chinese: Was erzählen sie da?…die haben doch gar keine…die gehören den Amerikanern.

Breitfuss: Doch…wir waren auf dem geheimen Stützpunkt und sind in dieser Maschine gesessen…die haben dort Ufos versteckt…

Weber: Fliegende Untertassen…

Chinesin: Das glaube ich nicht…

Weber: Dann haben sie keine Ahnung von Untertassen…sogar unterm Hitler hat man die gebaut…

Chinesin: Das weiß ich…Haunebus…

Breitfuss: Sehns sie...die haben die weiter gebaut…und die versteckens überall und damit jagen sie dann die echten Ufos und schießen sie ab…

Chinesin: Sie waren also auf einem geheimen Stützpunkt?

Weber (stolz): Jawohl…und dort durften wir die neuesten Modelle der russischen Truppe besichtigen…

Breitfuss: …mitsamt ihrer Bewaffnung…das ist streng vertraulich…liebe Dame…das erzähl ich, weil wir ja von diesen Bomben nichts gewusst haben…

Chinesin (notiert): Sie haben also illegal Waffen transportiert, atomare Waffen für einen Erstschlag gegen außerirdische Wesen…das wird meine Leser schon interessieren…sagen sie …wir heißt noch einmal ihre Abteilung?…

Weber: MA…

Breitfuss (fällt ihm ins Wort): Fräulein…des sagen wir lieber net…des ist ein Geheimnis...wir sind keine Waffenschieber…des könnens uns glauben…wir wollten den Russen ja nichts Böses antun...und auch net den Chinesen…nur a Bomben an Bord…des wollen wir net.

Weber: ….und so a lange Luftluftbodenraketen…de brauchen wir das nächste Mal net in unserer Maschine…

Chinesin: Ich muss aufhören…ich danke ihnen meine Herrn…ich habe jetzt Material gesammelt und werde schauen, was ich daraus machen kann…versprechen kann ich nichts…und sie sind in diesem Hotel erreichbar, wenn ich sie brauche.

Weber: Jederzeit, Zimmer 912…sie fahren mit dem Lift hinauf…

Chinesin: ..werd’s mir merken…kann ja an der Rezeption fragen…so viele Österreicher gibt es hier nicht…es hat mich sehr gefreut und ich hoffe…sie genießen China…es wird ihnen schon gefallen…auf Wiedersehen (verabschiedet sich und schüttelt jedem die Hand, geht ab)

Weber und Breitfuss blicken ihr nach und setzen sich gemütlich hin.

Breitfuss (nach einer Weile): Meinen sie net auch, dass sie zu dick aufgetragen haben…Herr Kollege?

Weber: Und sie...haben sie net auch g’logen?

Breitfuss: Ich? Ich hab nix g’sagt…was net g’stimmt hat…

Weber: Die denkt sich was anderes…
Breitfuss: Jo…schon möglich…nur …ich bin im Fernsehen…

Weber: In der Zeitung stehn wir…haben’s des net mitgekriegt…die hat für eine Pekinger Tageszeitung geschrieben.

Breitfuss: Auch egal…Hauptsach is…wir kommen gut raus…und stehn gut da…mei Frau wird Augen machen...ich und in der Zeitung!

Weber: Wir …und in der Zeitung…und wie sie ausgeschaut hat…

Breitfuss: Die hat gar keine Bilder von uns gemacht…(lauter) darauf hat sie vergessen…(schreit fast) …die hat kein einziges Foto von uns…

Weber: Was braucht die a Foto von ihnen…derer genügt schon die Erinnerung…

Breitfuss: Na ohne Foto geht des net…

Weber: Na glaubens, sie stehn jetzt auf der Titelseite...auf dem ersten Blatt?

Breitfuss (verärgert): A so a Mist…die hat ka Bild gschossen von uns…was machen wir do?

Weber: Ich geh mal was essen, kommen’s mit?

Weber steht auf, Breitfuss folgt ihm, beide ab.


Kap. 15) China lockt, China reizt, ganz China lacht Teil 1


Breitfuss und Weber sitzen alleine an einem Tisch gleich in der Nähe der Rezeption, die drei vom österreichischen Geheimdienst sitzen neben ihnen und beobachten sie. Die drei schweigen, hören aber gut zu, während die beiden ein Gespräch führen.

Breitfuss: A Frechheit, wie die uns behandeln…(leise zu Weber) a Glück, dass die noch nichts wissen …

Weber (laut): Wovon?

Breitfuss (hüstelt): Sie wissen doch…vorhin…die nette Chinesin…und jetzt hocken wir hier und schauen uns so einen depperten chinesischen Tempel an.

Weber: Wir san Touristen…getarnt hier...habens des vergessen…Peking ist eine Kulturhauptstadt…wollens vielleicht wie die Knackal in diese Stadt gehen…i net.

Breitfuss: Wer schaut sich auch heutzutage so an Kaiserpalast an?…nur die ärgsten Vollkoffer…soll die Knackal in diese Ruinen do herum wandern…mich bringen keine zehn Pferd in diese Kaiserstadt…a so a Kitsch…buntes Zeug…überall steht a Drachen herum.

Weber: Da lob ich mir die Wiener U-Bahnstation…die hat halt Kultur…des is a moderner Bau, chic...echt wienerisch…nichts Altes, Vermodertes…was Tausend Jahr alt ist und total verstaubt is…

Breitfuss: In diese Kaiserstadt lungern ja Millionen von Touristen herum…schauen sich dort die Skelette an…diese Totenschädel…

Weber: A modernes Museum soll des sein…glaubns ich, schau mir solche Bruchbuden an…von denen?

Breitfuss: Sie haben recht Herr Kollege…was ist denn wirklich schön?…der Karl Marx Hof in Wien…

Weber: Der Schrebergarten von der Tante Mitzi in der Großfeldsiedlung.

Breitfuss: Floridsdorf…oder…der Naschmarkt…doch so a alte Stadt…von den Archäologen…na, die Knackal wird ang’fressen sein…haben’s deren ihren Liebhaber g’sehn?

Weber: Sie meinen den jungen Chinesen?…jo…a bissl jung halt…da wird der Alte…der Obersenatsrat aus Wien aber angefressen sein…sie hat an Jungen….

Breitfuss: Net mein Geschmack….zu fesch…und zu jung…und dann marschierens auf den Markt.

Weber: Achtung …sie kommen. (wirft einen Blick zur Seite)
Breitfuss (dreht den Kopf): A Wahnsinn ist des…wir können net alleine fort...die lassen uns net…müssen uns beschützen…weil wir uns in dem Gewurrel verlieren…

Weber: Sieben Mann sind’s.

Breitfuss: Ich seh nur vier.

Weber: Können’s net rechnen…mit unseren drei Schaukeln da …sind’s vier. (es treten vier chinesische Männer zu ihnen, mustern sie von oben bis unten, dann reden sie mit Werner)

Werner: Herr Breitfuss und Herr Weber, wir gehen – Abmarsch!

Breitfuss: Wie der redet…wie mit Soldaten…

Weber: …bin ja net taub….ich würd sagen…

Breitfuss: …mir machen uns irgendwann selbstständig, net wahr, Herr Kollege?

Weber: Des dürfen’s probieren…bei diesen Sheriffs da…

Alle stehen auf und folgen den Chinesen, sie verlassen das Hotel und steigen alle in einen Kleinbus ein, der sie eine halbe Stunde später bei einem Tempel absetzt.


SZENENWECHSEL

Im Tempel drinnen, viele Chinesen laufen herum, Weber und Breitfuss stehen herum und schauen in die Luft, die Anlage gefällt ihnen gar nicht, gelangweilt lungern sie herum, während die österreichischen und chinesischen Sicherheitsbeamten in einiger Entfernung herum stehen und sie beide beobachten.

Breitfuss: Was is? Büchs ma aus?

Weber: Sie Vollkoffer! Wohin denn? Die schnappen uns…na, da müssen wir uns schon was Besseres einfallen lassen…haben’s die g’sehn?

Breitfuss: Was?

Weber: Die Geheimagenten…aus Russland?

Breitfuss: Aus …Russland? Wieso?

Weber: Sie verstehen a nix…setzen wir uns do hin….und drehn sie sich net um.

Breitfuss: Wieso? Is was passiert?

Weber: San sie immer so blöd? Haben’s denn noch gar nix mitgekriegt…die belauern uns …rund um die Uhr…

Breitfuss: Was machen wir do?

Weber: Wir hauen ab…die Frag is nur wie.

Breitfuss: Wir springen über die Mauer.

Weber: Sie können springen?

Breitfuss: Na, dann klettern wir halt.

Weber: Vor alle Leut…na, im nächsten Moment sinds da…na…wir brauchen einen Plan…einen guten österreichischen…

Breitfuss: Was wollen die do hier?…schaun sie sich doch diese komische Frau da an…die zünden Rauchkerzen an, die furchtbar stinken…

Weber: …das sind Räucherstäbchen…sie Depp….

Breitfuss: Und was macht die damit? Die fuchtelt mit denen in der Luft herum.

Weber: Haben sie wirklich net in Geschichte aufgepasst? Des macht man doch a so…

Breitfuss: Ah so! Jo, und was macht die do…was soll des Herumwacheln mit so Staberln?

Weber: Wozu haben wir sie in Wien eingeschult…Herr Kollege…die vertreibt die bösen Geister damit…

Breitfuss: Hm, …ich merk nix davon…unsere Chinesen sitzen noch immer da drüben und…der Werner mit seinen Leut …lasst uns net aus den Augen…

Weber: Do müssen’s dann andere Räucherstäbchen nehmen….

Breitfuss: Habens schon an Plan?

Weber: Wieso i? Sie net?…sie san der Chef…sie haben uns ja in was Schönes hineingeritten…

Breitfuss: Warum ich? Ich hab gar nichts g’macht.

Weber: Des Ross hat dem Staatschef net gefallen…des braucht zu viel Futter…

Breitfuss (guckt ihn komisch an)

Weber: Die Lippizahnerstute!

Breitfuss: Was? Die hat dem net g’fallen? Mein Hengst…ich mein…meine Stute.

Weber: Jo, weil ihm die keine Milch schenkt…der Staatschef soll etwas ang’fressen auf uns gewesen sein…ich hab’s nur g’hört…wie der Werner des einem anderen erzählt hat…

Breitfuss: …wir …haben doch nix gemacht…Herr Kollege…

Weber: San sie immer so vergesslich…

Breitfuss: …sie meinen…die nette…kleine Chinesin…(lacht)…von der können’s doch noch nix wissen…oder stehn ma schon in der Zeitung?…

Weber: Nicht dass ich sie wüsste…oiso…was schlagen’s vor?

Breitfuss: Wir gehen zum Angriff über…wir greifen die an…

Weber: Und wie…?

Breitfuss: Ich lenk sie ab und sie…

Weber: Was mach ich…?

Breitfuss: Sie ärgern sie…sie singen was…sie können eh so entsetzlich krächzen….

Weber: Herr Kollege, wie war des gerade…?

Breitfuss: Sie singen a Lied…

Weber: …chinesische Oper…etwa…

Breitfuss: …da wüsst ich was Besseres…

Weber: Ich auch…das Lied…mein Lied….meine Komposition.

Breitfuss (steht auf der Leitung) Ah…und was ist des?

Weber: Der Ufo-Song!

Breitfuss: Des war ja meine Idee….schauns ihnen de Gruppen an...die stehn do vor diesem Buddha und bekreuzigen sich….

Weber: …die verbeugen sich…und außerdem ist des net…der Buddha…sondern das chinesische Christkind…haben’s des vergessen…apropos Christkind…wo ist ihr Buddha…mit der Lederhosen?

Breitfuss: Ich was net…

Weber: Haben’s den net mit? Des Steirerhütchen…die Tabakspfeife aus Tirol und die Lederhose.

Breitfuss: …die san in meinem Koffer…doch der Buddha ist weg…

Weber: …dann gemma ins Hotel zurück und holen uns die Sachen…sie wollten die Chinesen beschenken…

Breitfuss: Wie die do herschauen…die hören uns net…

Weber: Können uns belauschen…

Breitfuss: …im Ernst?

Weber: Die haben überall Wanzen…wie beim James Bond…

Breitfuss: Na gut…dann fahren ma z’ruck…wenn die wollen.

Weber: Die werden schon wolln…wir setzen uns do drüben hin und fangen zum Singen an…dann kommen’s grannt…

Breitfuss: Sehr gut Herr Weber…wir singen….wir singen…was sing ma eigentlich?

Die beiden gehen hinüber ein Stück, noch weiter weg von den Geheimagenten, die genau herüber schauen, ganz nahe zu einer Gruppe von chinesischen Tempelbesuchern und schauen…

Weber: Jetzt fang ma an…sie beginnen…

Breitfuss: Der Agentensong?

Weber: Der Ufo Song…was is? Kennens die Melodie nimmer mehr?

Breitfuss: Ich hab…den Text vergessen…a ufo …dort und da

Weber (laut): Ein Ufo hier…ein Ufo dort…ein Ufo halt an jedem Ort…

Breitfuss: Sie…mit ihrem Text…sie können den auch nimmer…

Weber fängt zu brummen an, sich einzustimmen…hält die Hände so, wie wenn er eine Gitarre hält, die ersten Chinesen schauen ihn komisch an und denken sich nichts dabei…Breitfuss stellt sich lässig hin und dann beginnen sie zu singen, es wird stets lauter und der Gesang immer grässlicher…die Chinesen sagen zuerst nix, es drehen sich aber immer mehr um und schauen dorthin, wo die beiden stehen.

Weber: Wir sind jetzt auf der Kärntnerstraße, Herr Kollege…singens laut!

Weber und Breitfuss: Refrain (sehr laut und grässlich)

Ein Ufo hier,
ein Ufo dort,
es kommt an jedem Ort,
ein Ufo hier,
ein Ufo dort
und verschwindet schnell vom Ort


Ein Ufo landet jetzt in Wien
Da schaut’s und fragts’ euch:
Wo will es hin?
Die Regierung, die rennt hinterdrein
und schreit laut:
Fängt, bitte, das Ufo ein!

Die Regierung ist zutiefst entsetzt,
es hat am Heldenplatz aufgesetzt,
die Polizei rennt hin und her
und schreit: Wir können nimmermehr.
Die Alien, die sind ziemlich schnell,
wir haben schon ein blaues Fell.

Da kommt der Präsident gerannt,
der ruft: Die nehmen überhand.
Wo tun wir die vielen Gäste hin,
sie sollten lieber bleiben drin.
Die Fotografen kommen g’rannt,
mit Kameras in der Hand.

Sie alle wollen eines sehn:
Wer wird da überm Platze gehen?
Wie sehen diese Männchen aus?
Sind sie klein oder groß, grau wie die Maus?
Da ruft ein Kind: Ich will dorthin,
ich will den Alien am Zipfel ziehn.

Die Türe öffnet sich sogleich,
herausgekommen ist ein Scheich,
als nächster kam ein Englishman,
dem folgten alle Delegierten schnell.
Der Spuk, der war nun schnell vorbei,
sie kamen von der Konferenz herbei.

Das Raumschiff habn’s sich ausgeliehn,
die Russen warn froh,
es nie mehr zu sehn,
die Amis habn’ g’jammert,
aus ist der Traum,
wir können jetzt keine Flugzeug mehr baun.

Doch einer war übrig,
und der kam zuletzt,
er war ziemlich klein und grau,
da staunte der Rest.
Das ist ja ein Alien,
riefen alle entsetzt,
Nein, das ist unser Freund,
sagten die Delegierten, der ist der Best(e),
der flog unser Raumschiff,
das war ziemlich hin,
doch er war unser Retter,
er flog uns nach Wien.

Weber und Breitfuss waren zuletzt umringt von einer Schar von Chinesen, die andächtig gelauscht haben den beiden Sängern, als wäre es das schönste Lied, das es hier gibt. Sie grinsen sich eins, weil sie merken, dass das Lied den Leuten hier gefällt, doch plötzlich teilt sich die Menge…und die chinesischen Beamten rennen durch und auf sie zu.

Weber: Was is…die Leut sind begeistert….

1.Chinese: Mitkommen…aber schnell…verlassen sie augenblicklich den Platz!

Weber: Warum? Was is…wir haben nur gesungen…

2-Chinese: Wird’s bald…(schnappt Weber und zieht ihn mit sich fort)

Die anderen zwei schleppen Breitfuss mit, Werner und die anderen zwei Beamten folgen ihnen, bald sitzen alle wieder im Wagen, Werner dreht sich zu den beiden um.

Werner: Wenn sie das noch einmal machen…dann kennen die keine Gnade, das sage ich ihnen.

Breitfuss (beleidigt): Was is? Des hat den Chinesen gefallen..die warn begeistert von unserer Hymne.

Werner: Die verstehen keinen Spaß…ab zum Hotel!

Weber: Wohin?

Breitfuss: Bitte! Lassens uns doch do…bitte (jammert, wirft aber gleich danach Weber einen Blick zu)

Werner: Die sind doch net ganz beklopft...wir bringen sie nirgends wohin …das war der erste und auch der letzte Ausflug mit uns…das können sie sich merken…am besten wäre Hausarrest für sie. (dreht sich nach vorne und spricht mit den beiden kein Wort mehr)

Weber und Breitfuss sitzen vergnügt im Wagen, sie haben erreicht, was sie wollten, die Chinesesn würdigen sie keines Blickes und der Wagen fährt zurück ins Hotel.

Szenenwechsel:

Wenige Minuten nach der Ankunft:

Weber: Sie holen ihre Sachen…den Buddha und des Zeug…und ich kümmere mich um diese Wappler da…

Breitfuss: Wie soll des geschehen?

Weber: Der Herr Klaus ist da. Ich hab ihn gerade gesehn.

Breitfuss: Super…der hiflt uns…

Weber: …im Weihnachtskostüm…der ist schwer bewaffnet…sie müssen nur rechtzeitig ausbüchsen…nehmens ein Taxi…

Breitfuss: …und wohin soll ich fahren?….

Weber: …in den nächsten Tempel!

Breitfuss: Aha…und sie?…

Weber:…als echter Kollege und Freund…schaffe ich ihnen diese Leute da vom Geheimdienst vom Hals.

Montag, 15. November 2010

MA 2412 Teil 2, Der Friedensstifter AKT 1-5

MA 2412 – Die ganze Wahrheit
und nichts als die Wahrheit



Im Auftrag
der österreichischen Bundesregierung


Teil 2, Der Friedenstifter
(oder die österreichische Art Frieden bzw. Unruhe zu stiften)


Magistratsabt. der Stadt Wien
MA 2412


BERICHT vom Amt für Weihnachtsdekoration und Ufoforschung am Rande der Stadt.
Die wenigen, die dort waren, schweigen darüber. Erleben sie jetzt die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit.
Akten – Stück für viele Personen in vielen Akten, am Rande des Wahnsinns mit der Aktenzahl 160-164/ A 65.50e



Staatlicher Bericht der österreichischen Regierung an die Vertreter der EU und der UNO, Stellungnahme zu den Vorkommnissen der Beamten der MA2412, im Besonderen anlässlich der Verhaftung von Obergeneraldirektor Ing. Engelbert Breitfuss in Tokio, Japan. Vorgelegt von der österreichischen Regierung an die Vertreter der europäischen Staaten, der USA, und an die Vertreter der UNO Konferenz, mit der Bitte um Weiterleitung des Aktes MA 2412, Aktenzahl 160-164/ A 65.50e. Die österreichische Regierung hat auf Grund der Vorfälle in den einzelnen Ländern, besonders aber in Japan, den Antrag gestellt, nach Hinterlegung einer Kaution, Herrn OGD Ing. Engelbert Breitfuss vorläufig aus der Polizeihaft in Tokio, Japan zu entlassen und für den anlaufenden Prozess einen Rechtsanwalt auf Kosten des österreichischen Steuerzahlers zu ernennen.



Ort, Datum in Vertretung der österreichischen Regierung

Wien, 17.8. der Bundeskanzler

Aktenauszug über die Vorkommnisse der Reise der Vertreter der MA2412 durch die Länder Russland, China und Japan. Zuständig dafür das österreichische Bezirksgericht Innere Stadt Wien 1010, das Bundeskanzleramt und das Magistratsamt der Stadt Wien, genauer Aktenbericht, beginnend ab dem ersten Tag bis zum bitteren Ende.

Akt 1)

Im Flugzeug der österreichischen Linie AUA von Wien nach Moskau, Uhrzeit ca. 20.45, es ist draußen kühl gewesen, etwas bewölkt, kein Regen, für Moskau wird in den nächsten Tagen besseres Wetter erwartet, die Sonne soll hervor kommen und die Temperaturen einmal hoch klettern für russische Verhältnisse. In der Maschine sitzen bereits alle, der Start war vor 10 Minuten, und die Maschine hat bereits den österreichischen Luftraum verlassen. Frau Knackal sitzt ganz vorne in einer Ecke, irgendwo dahinter verbirgt sich Herr Weber und klimpert leise auf seiner Gitarre herum, es soll bzw. ist echte chinesische bzw. japanische Musik, ähnelt eher aber Katzengejammer. Von den beiden Herrn des österreichischen Geheimdienstes sieht man weit und breit nichts, sie haben sich ganz hinten verschanzt, um alles besser überblicken zu können und ungeniert alles beobachten zu können. Nur Herr Breitfuss sitzt für alle sichtbar irgendwo in der Mitte der Maschine, laut und vergnügt an seinem Platz, das heißt, der linke Platz beim Fenster ist frei, neben ihm stehen die beiden Stewardessen, und er plaudert mit ihnen.

Breitfuss: Sagn’s sie, schönes Fräulein, gibt’s nicht irgendwann was zu trinken oder …zu essen, schen langsam krieg ich an ordentlichen Appetit. ich hab seit Stunden so an trockenen Mund…a Champagner wär’ net schlecht für den Anfang…oder a Glaserl Rotwein, aber süß, verstehen sie mich, süüüß, muss er sein.

1. Stewardess, namens Susanne: Warten sie bitte, Herr Breitfuss, noch ein wenig, wir fliegen gerade Richtung Budapest, wir sind doch erst gestartet, ein wenig dauert es noch mit dem Essen.

2.Stewardess, Eva: Wir werden noch den Funkspruch vom Chef abwarten, wir müssen noch einmal zu ihm, wissen sie, der will noch schnell einen Kaffee und sein Kollege, der Co-Pilot, auch.

Breitfuss ( verärgert): Ich sag ihnen was, da sitzen in der Maschin' keine Passagiere außer uns drei …von der MA2412, ja…die zwa Schakln da hinten, de zählen net, wir…sind also diese braven Beamten, die hakeln rund um die Uhr, seit Mittag kracht mir der Magen, denn da hab ich zuletzt was gegessen bei meiner Frau zu Hause und sie wolln' mir erzählen, dass zuerst zum Käpt’n müssen. Um die Mittagszeit war ich noch bei meinem lieben Schatzi (grinst ganz unverschämt), wissen’s des, und hab ihr versprechen müssen, von jeder Stadt a Souvenir mitzubringen. Engelbert hat’s g’sagt, (wird sehr ernst dabei, heult fast)…pass auf dich auf, dass ma lebend wieder kummst…und dass dich die…und da hat sie nimmer weiter reden können, so g’furchten hat sie sich vor den Aliens, des Wort wollt’s gar net aussprechen, so a Angst hat sie g’habt vor den Außerirdischen. Aber wie ich ihr erzählt hab, dass wir net ohne Begleitung, sondern unter dem Schutz der Regierung reisen, hat sie nur geseufzt und hat g’meint: Engelbert..waunst’ nur wieder z’ruck wärst, do bist bei mir…iss net zu viel, trink net zu viel von dem russischen Zeug, dem Alkohol, du weißt, du vertragst nix, trink keinen Wodka in Russland, ich bitt dich, vor net zu schnell mit den Schi in Russland herum, die haben dort drüben net so gute Spitäler wie bei uns. Wenn’s dir die Hand brichst am Roten Platz, was machst dann? Ja, so lieb war mein Frauerl zu mir, meine Frau Gemahlin. Zum Schluss hat sie mir unter Tränen noch drei Krawatten in die Handtaschen gesteckt, lauter moderne, hat sie g’sagt, die brauch ich für’s Staatsbankett, wenn ich zum Präsidenten eingeladen werd. Dann bin ich fort und seither hab ich nix, überhaupt nix zu essen gekriegt, können sie sich das vorstellen, verhungert bin ich fast. Anschließend bin ich zum Flughafen g’fahrn, nach Schwechat und hab die ganze Ware begutachtet…ich sag ihnen, meine Damen, des war anstrengend, joh, leicht hat es so ein Wiener Beamter nicht, das können sie mir glauben. Den ganzen Flughafen haben wir abgeklappert, bis wir die blöden Kisten mit den Mozartkugeln fürn Putin endlich gefunden haben, die Zunge ist mir heraushängt wegen der depperten Kugeln, ich sag ihnen, ich hätt' beinah an Gift auf den Putin kriegt, aber…Gott sei Dank, hat unser Flughafenbeamter an guten Orientierungssinn g’habt, nach 20 Minuten haben wir endlich diese depperten Kisten und Packeln g’funden, und den Charly oder die Charlotte, wie das Pferd, die weiße Lippizanerstute heißt, die hab ich gar nicht zu Gesicht gekriegt. Die war irgendwo da draußen beim Tierarzt und hat a Spritzen bekommen. Ich bin herumgelaufen wie ein Volltrottel auf dem Flughafen, bin hundsmüd' in die Abflughalle gekommen und hab mir erst ein nettes Bankerl zum Schlafen suchen müssen, net einmal des gibt es in Schwechat, überall sitzens herum, die Neger, die Amerikaner, die Türken und die blöden Österreicher. Wieso bleiben die net alle in Wien, wo so schön ist? Nach Russland fahrn, hat mein Weiberl g’sagt, wo du nix Gescheites zum Essen kriegst, nur an Fisch und Kaviar, und dieses komische russische Essen, na mehr hab ich net braucht. Wie mei Frau vom Essen ang’fangen hat zu reden, ist mir eh schon ziemlich schlecht g’wesen und ich war froh, dass jetzt fort ist, die hat seit Wochen von nix anderem geredet, als dass ich abgemagert, halb verhungert von den entsetzlichen asiatischen Food nach Wien zu ihr zurück komm. Ich hab in den letzten Tagen ihre Gequatsche vom Essen und was alles passieren könnt, gar nimmer aushalten können, so sehr ist mir meine Frau Gemahlin auf die Keks gangen, jetzt, bin ich froh, dass sie endlich fort ist und ich essen kann, was ich will. Ich sag ihnen, leicht hat man es nicht mit den Frauen, des stimmt, es ist trotzdem schön, so ein schmuckes Hasilein wie meine Frau zu Hause zu haben, wenn man nach Hause kommt, alles in Ordnung gebracht ist, sie gekocht und zusammen geräumt hat, schen ist des, da freu ich mich immer, a Frau zu haben und erst die Freud, wenn ich ihr was mitbring'. Meine Frau ist ganz stolz darauf, dass ich so ein tüchtiger Beamter in Wien bin, mich zerreißt es ja vor lauter Arbeit. (holt sich die letzten zwei Mozartkugeln aus seiner Tasche heraus und isst sie ganz genüsslich) Ich sag ihnen,…ich hab an Hunger, wenn man den ganzen Tag nur unterwegs ist…wie a Löwe, ich könnt essen… Was gibt’s denn für ein Menü?

Eva: Herr Breitfuss, noch ein paar Minuten und wir sind für sie da, meine Kollegin muss schnell ins Cockpit zum Chef, zuerst wird der Käpt’n, dann sein Kollege, und zuletzt sie versorgt, das verstehen sie doch sicher.

Breitfuss (grantig, ein Gesicht, wie wenn er seit drei Tagen nichts gegessen hätte): Wissen’s Fräulein, …mir ist schon so schlecht, wenn ich ihnen da jetzt krepier vor Hunger, was dann, dann müssen's zuerst mich versorgen und nachher den Käpt’n.

Eva: Ich seh' da vorne meine Kollegin stehn, sie hat gerade gewunken, das heißt, es passt alles. Also gut, weil sie es sind und sie mir sonst zusammen brechen, ich bring ihnen was zu trinken (geht schnell ab und kommt mit einem Glas Orangensaft zurück)

Breitfuss (Gesicht verfinstert sich, als das Getränk erblickt)

Eva: Und jetzt trinken sie das und später hol ich ihnen mehr davon.

Breitfuss (trinkt widerwillig): Fräulein, …meine Frau hat g’meint, ich soll gut auf mich aufpassen…und sie…

Susanne taucht plötzlich auf: Was gibt es denn, lieber Herr Breitfuss?

Breitfuss: Ihre Frau Kollegin hält mich sehr kurz, ...sie lässt mich verdursten.

(Die beiden Damen wechseln schnell einen Blick, dann die eine, Susanne):Ich werd nachschauen, Herr OGD, sind sie mit einer Flasche zufrieden? (verschwindet kommt mit einer vollen Flasche zurück, Inhalt ist klar wie Wasser, am Etikett steht österr. Champagner)

Breitfuss erkennt die Flasche, ergreift sie und ist beruhigt: Sehr gut,…und wenn die beiden Damen…jetzt bei mir gemütlich Platz nehmen würden (grinst noch unverschämter)

Susanne und Eva: Wir sind im Dienst, das müssen sie verstehen, wir trinken nicht, wir müssen die restliche Besatzung versorgen, irgendeiner muss ihnen später doch ein warmes Abendessen servieren…

Susanne schenkt ein Glas ein und reicht es Breitfuss. Dieser leert es in einem Zug, dann schenkt sie noch einmal ein und stellt das Glas hin, Breitfuss schmeckt es.

Breitfuss: Etwas scharf…

Eva: Ist ja auch ein Champagner, da vorne sitzen der Herr Weber und die Frau Knackal, die sind ebenfalls unsere Gäste, sie kapieren doch, wir müssen auch arbeiten und uns zurück ziehen. Hier (zeigt auf ein paar Knöpfe) können sie Radio hören, da haben sie ihre Kopfhörer, und wenn sie etwas brauchen, wir sind in ihrer Nähe und schauen bald wieder vorbei. (beide Damen verschwinden, Breitfuss sitzt erneut alleine da, trinkt und leert das Glas, schenkt erneut ein, bis die Flasche leer ist und nur mehr ein halbvolles Glas vor ihm steht. Dann auf einmal scheint er zu begreifen, dass etwas los ist, versucht aufzustehen, denn alles dreht sich vor ihm.)

Breitfuss (laut und immer lauter werdend): Jesas,…Fräulein…wo san die Stewardessen… Fräulein, wir..stürzen ab, was treibt der Käpt’n da...fliegt wie ein Irrer…(die beiden Damen kommen herbei geeilt) (er ziemlich zornig) Wo san sie denn, wenn man sie ruft und braucht? Haben’ wir an Sturm…a großes Flugloch? An Orkan…mein Gott, ist mir schlecht…

Susanne: Das war der Alkohol, sie haben auf nüchternen Magen getrunken. (Breitfuss rülpst laut, danach noch einmal, es reckt ihn ordentlich) Ich bringe ihnen einen starken Kaffee, sie brauchen keine Angst vorm Fliegen haben.

Breitfuss (stottert): Hab…ich nicht…nur vom Abstürzen, es dreht sich alles, is a narrisch der Käpt’n?

Susanne rennt davon und kommt gleich darauf mit einer großen Kanne schwarzen Kaffe zurück, schenkt ein und Breitfuss schlürft laut den Kaffee, will dann noch eine Tasse, obwohl er sehr heiß ist. Danach scheint dieser Breitfuss gut zu tun, es kommt ein bisschen Leben in ihm, er sitzt auch nicht mehr so schief in seinem Sessel wie vorhin.

Breitfuss (plötzlich): Jesas Maria und Josef, is mir schlecht g’wesen, sie …haben mich gerettet, Fräulein, …(sieht den schwarzen Kaffee und schreit auf).A Schwarzer und kein Milchkaffee, den mag ich net! …Haben’s ka Milch dazu?

Die beiden Stewardessen, Eva ist dazugekommen, schauen sich merkwürdig an.

Susanne: Sie haben gerade mehrere Tassen schwarzen Kaffee getrunken, jetzt auf einmal passt ihnen das net?

Breitfuss( hysterisch): A Milch will ich in den…Kaffee, (steigert sich noch mehr hinein) an richtigen Wiener Milchkaffee!

Eva: Hier, Herr Breitfuss, hier haben sie zwei Stück von der Milch (überreicht ihm zwei runde Milchschälchen)…wir stürzen auch nicht ab, das bilden sie sich ein, und übrigens, wir sind jetzt vorne, bei dem netten jungen Herrn, Weber heißt der, der soll wunderbar Musik spielen auf seiner Gitarre, Auf Wiedersehen, bis später!

Breitfuss (grantig und verärgert auf seinen Kollegen): Was? Diese chinesische Katzenmusik g’fällt ihnen? Der Weber kann nur fünf Wörter Japanisch, Russisch kann er zehn und Chinesisch kein einziges Wort. Der hat nur drei japanische Lieder einstudiert, lauter Kindergartenlieder, die singen die Kinder im Alter von drei Jahren, und die kann er auch net. Ich sag ihnen was, den halten’s net aus, so schiach singt der.

Susanne, Eva: Wir sind da vorne, Herr OGD. Und wir haben noch jede Menge Arbeit. (beim Weggehen schütteln sie beide verärgert den Kopf)

Breitfuss (sitzt alleine und ärgert sich, denkt laut nach): Was nur diese beiden vom österr. Geheimdienst hinten treiben? Die Affen haben sich da hinten in irgendeiner Ecken verkrochen, anstatt dass sie diesen Herrn Weber beschatten.

SZENENWECHSEL/ kurze Einblendung

Die beiden Beamten der Sicherheitspolizei/Geheimdienstes sitzen hinten ganz gemütlich, jeder hat auf seiner Seite ein kleines Tischchen und auf dem liegen noch einige Sackerln mit Mozartkugeln. Beide Kollegen spielen Karten, es wird pro Spiel um zwei Kugeln gespielt. Der eine von den beiden scheint zu gewinnen, vergnügt stopft er sich von seinem größeren Stoß eine Mozartkugel in den Mund, der andere scheint schlechte Karten zu haben, es ist die Endrunde und er verliert und gibt zwei Kugeln an seinen Kollegen ab.

1. Mann vom Geheimdienst MGd: Was unsere zwei Vollkoffer jetzt machen?

2. MGd: Interessiert dich das wirklich? Die können mir gestohlen bleiben. Wenn die in Moskau aussteigen, ist die Moskauer Polizei und der russische Geheimdienst zuständig. Das war ja a Frechheit von denen, uns in letzter Minute, kurz vor dem Start, mitzuteilen, dass wir den Russen diese zwei Idioten vom Hals schaffen sollen.

1MGd: Bled san die net, die Russen. Wenn die uns alle und die beiden Vollkoffer von der MA 2412 die letzten drei Wochen beschattet haben, dann verstehst den Grund.


2MGd: Wie kommen wir dazu, den Russen, und noch dazu dem russischen Geheimdienst zu helfen? Sollen doch die die beiden Kerle gleich am ersten Tag einsperren! Dann hätten wir unsere Ruh.

1.MGd: Du musst des a bisserl anders sehen, die russische Regierung hat den beiden nur die Ein und Ausreise gestattet, mehr nicht.

2.MGd: Nur dem einem, diesem Ober…wie heißt der? Ich hab’s, Obergeneraldirektor Breitfuss.

1.MGd: Diesem Breitfuss…weil er den zündenden Gedanken für diese Friedenskonferenz gehabt hat.

2.MGd: Sie dürfen sich im Land aufhalten, nur auffallen solln sie net, verstehst. Und dafür san wir zuständig, …a Frechheit is des trotzdem…wir …und diese Idioten da vorne.

1. MGd: Der eine von denen hat sich mit Champagner zugeschüttet…

2.MGd: Der fliegt wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben und freut sich wie ein kleines Kind.

1.MGd: A wos! Der war schon in Brüssel bei der EU, hat man mir erzählt. Am Schluss sans’ dort alle ausgebüchst, alle vier, hat man mir g’sagt. Seither sind die Herrn von der EU ziemlich ang’fressen auf die Leut.

2.MGd: Jeder von den drein hat sich voll gestopft mit unzähligen Sackerl von Mozartkugeln. Wie gut, dass wir gleich um 200 kg mehr davon bestellt haben, für uns und die übrigen Kollegen am Flughafen…wir Leut von Schwechat, müssen ja a von was leben. Schließlich verschwinden tagtäglich viele Koffer und einiges Handgepäck, warum net einmal auch Mozartkugelnkisten.

1.MGd (nach einer Weile): Hast a g’hört, dass die beiden gar net eingeladen sind beim Staatsbankett?

2.MGd: Des gilt nur für den einen, den OGD, den breitköpfigen, der so viel frisst und trinkt. Die Stewardess, die Susanne, hat ihm gleich a volle Flaschen hingestellt, damit sie endlich a Ruh haben von ihm. Jetzt hat er an Rausch und wird hoffentlich einschlafen.

Man beginnt erneut mit einem Kartenspiel, beginnt zu mischen und die Karten zu verteilen.

SZENEWECHSEL

Breitfuss sitzt auf seinem Platz, etwas schief und döst vor sich hin, es ist ruhig im Flugzeug, plötzlich spürt er Beschwerden im Magenbereich und einen Druck in der Blase. Er hat zu viel getrunken und das WC ist weit weg, der Rausch scheint noch nicht ganz verflogen zu sein, zeigt noch einige Wirkung, denn er bemüht sich aufzustehen, was nicht gelingt. Mit Mühe hält er sich den Mund zu und vor Schmerzen den Bauch, es ist ihm total übel vom Alkohol und vom Kaffee. Endlich schafft er es hochzukommen, kommt dabei ins Schwitzen und rennt torkelnd durch die Maschine, allerdings in die falsche Richtung. Plötzlich sieht er vor sich die beiden Männer vom Geheimdienst, die aufschauen, ihn erkennen und seinen Zustand bemerken. Sie geben ihm von Weiten ein Zeichen, dass er umkehren soll, weil die Toilette wo anderes ist. Breitfuss kapiert schließlich, was sie meinen, dreht um und zappelt erneut durch den Gang, beinahe kotzt er , endlich erreicht er das WC, das aber besetzt ist, und zwar von Herrn Weber. In seiner Verzweiflung tritt er gegen die Tür. Weber kommt heraus und grinst ganz unverschämt.

Weber: Nau, heut auf einen kleinen Weltraumspaziergang unterwegs? …Sie san ja schon grün im Gesicht?...bitte schön, schöne Grüße an die Frau Mama, an die Frau Gemahlin, sie erinnert sie daran, dass noch zwei Liter Wodka saufen können.

Breitfuss stürzt ins Klo hinein, Weber macht die Türe zu und wartet heraußen, man hört, dass es drinnen Breitfuss schlecht ergeht, er kotzt! Immer wieder blickt Weber auf die Uhr, es vergehen 5, dann 10 Minuten, Breitfuss erscheint nicht. Erst nach 12 Minuten öffnet sich die Tür und Breitfuss kommt. Weber begrüßt ihn von der anderen Seite.

Weber: Guten Abend, Herr OGD! Sans’ ins Klo g’fallen?

Breitfuss: Hörn’s auf, mir war schlecht von den Turbulenzen, haben’s net g’merkt, wie des Flugzeug geschaukelt hat?

Weber: Oder in ihrem Schädel. Wer trinkt a a Flaschen Wodka auf an Sitz’ aus.

Breitfuss: Des …war, bitt’ schön, össter….österreichischer Champagner.

Weber: Und oben g’standen is Wodka, de haben im Flugzeug nix anderes, wissen’s des net?

Breitfuss: Einen Liter Kaffee hab ich trunken, zuerst an schwarzen, …der treibt a bisserl.

Weber: Und wohin? Ins Weltall? Wo haben’s’ denn ihren Fallschirm, wenn es sie treibt?

Breitfuss (verärgert): Ich brauch keinen Fallschirm.

Weber: Na vielleicht a Schwimmwesten, die werden’s brauchen, spätestens dann, wenn's vorm Roten Platz stehn und in die Moskau falln.

Breitfuss (steht auf der Leitung): Was? Welche…Moskau?

Weber: San sie immer so bled? Des is der Fluss, Moskau liegt an einem Fluss, dort, wo der Kreml ist…

Breitfuss: …sie meinen,…die schene Kirchn mit den goldenen Kuppln?

Weber (belehrend): Des is ka Kirchn, des is der KREML!

Breitfuss (laut): A Kirchn is des, das weiß ich, die Kreml-Kirchn.

Weber: Wolln sie mit mir, mitten in der Nacht, im Flugzeug wegen so ana bleden Kirchn streiten?…Dort ist der Präsident, nur das sie des wissen.

Breitfuss: In der Kirchn?

Weber: Sie san ja no immer betrunken, gehen’s und schlafen’s ihren Rausch aus, sie Depp. (Weber geht)

Breitfuss lehnt an der einen Seite der Maschine, es geht ihm noch immer nicht gut, Eva kommt gerade herbei gelaufen, bemerkt seinen kritischen Zustand und schleppt ihn zu seinem Platz, schiebt und zerrt ihn hin, Breitfuss taumelt nur mehr, endlich sitzt er.

Eva: Ich bring ihnen gleich das Abendessen, sie sind der letzte, der es erhält, warten's nur einen Moment. Was darf ich servieren? Österreichische oder russische Küche?

Breitfuss: Was? Russische ….na, um Himmels Willen, kane Russen…(lauter) österreiches …Österreichisches. (er macht vor Erschöpfung die Augen zu)

Eva läuft weg und kommt relativ rasch zurück mit dem Abendessen. Breitfuss schlägt die Augen auf und fängt zu schnuppern an, wird dabei immer munterer. Er schnappt sich das Essen und schmaust eine Viertelstunde, es scheint ihm gut zu tun, stopft viel in sich hinein, bald sitzt er fröhlich, wieder gerader und grinst.

Breitfuss: Fräulein, …was zu trinken, bitte!

Eva: Aber diese Mal…Herr Breitfuss, würde ich vorschlagen, keinen Alkohol mehr, vielleicht Orangensaft oder Apfelsaft.

Breitfuss: Haben’s a Schartnerbombe?

Eva: Nein, aber ein Fanta oder ein Sprite (da Breitfuss nichts erwidert, ergreift sie ein Sprite) Sie verzeihen, dass ich mich nicht zu ihnen setze, ich muss zur Küche. Wollen Sie nachher noch einen Tee?

Breitfuss schüttelt den Kopf, er ist vollauf zufrieden und trinkt gleich drei Sprite, die ihm Eva hingestellt hat, aus. Später greift er irgendwann in seine Hosentasche, weil seine Serviette schmutzig ist, um sich ein Taschentuch zu holen, da entdeckt er in seiner Hosentasche die allerletzte Mozartkugel. Wie ein kleines glückliches Kind gibt er das Papier runter, steckt die Kugel genüsslich in den Mund und schließt vor Begeisterung die Augen, nicht ahnend, dass Herr Weber neben ihm steht und alles beobachtet hat.

Weber: Ah do schau her, wo haben’s die geklaut? Am Schwechater Flughafen? Des Personal hat sich eh schon beschwert, dass a Menge Kisten g’fehlt hat.

Breitfuss: Die…ist von der einen Stewardess…das war der Nachtisch.

Weber: Wollen’s mich verschaukeln? G’fladdert haben’s die Kugeln, dem Putin seine Sackerln, nachdem sie sich nach der Visite aus dem Staub gemacht hab’n.

Breitfuss (wütend): Des war die kleine Nachspeise zum Kaffee jetzt.

Weber: Sie, sie haben an Tee getrunken und a Sprite.

Breitfuss: Lassen sie mich in Ruh, Herr Kollege….es ist Schlafenszeit.

Weber: Wie soll da aner im Flugzeug schlafen, wenn sie an Rausch haben, durch die Maschin torkeln und dann am Sitz laut schnarchen? Die Frau Knackal hat sich schon beschwert über sie, sie kann net schlafen trotz Ohrstöpsel, sie sagt, sie schnarchen wie ein Walross.

Breitfuss (wild): Ich schlaf net…und schnarchen…tu ich auch net.

Weber: Dann schnaufen’s halt so laut wie ein Walross und stampfen wie ein Elefant durchs Flugzeug. Der Käpt’n hat schon angefragt, was da hinten für ein Lärm ist.

Breitfuss: Das sind die zwei vom Geheim…jesas,…

Weber: …vom Geheimdienst, das wissen sie?

Breitfuss: Glauben’s, dass ich ganz bled bin? Die zwei sind hier, um sie, Herr Weber,…

Weber (lauter): …ich weiß, die Russen zu bespitzeln. Der Herr Österreicher hat mich darüber informiert.

Breitfuss (misstrauisch): Ah so? Die Russen? Diese Fisch- und Kaviarfresser?

Weber: Schimpfen tun’s über de, aber den Wodka von denen trinken’s schon.

Breitfuss (springt zornig auf und schlägt sich den Kopf und den Fuß an): Au…Mist…was haben’s g’sagt? Das war …ein österreichischer Champagner?

Weber: Und? Hat er net a bissel scharf g’schmeckt? Nicht gebrannt in der Gurgel?

Breitfuss (schaut ihn entgeistert an)

Eva kommt und meint: Meine Herrn, wenn sie sich bitte anschnallen würden, vor uns liegt eine große Wolkenfront, wir rechnen mit starken Turbulenzen, bleiben sie sitzen, bis das Zeichen ertönt. (Eva verschwindet, Weber geht ebenfalls)

Breitfuss sitzt und versucht sich in Windeseile anzuschnallen, was gar nicht so leicht ist, hat erhebliche Probleme, endlich passt alles und schon schaukelt das Flugzeug und Breitfuss verdreht die Augen. Um sich abzulenken kramt er aus seiner Tasche, die am Sitz direkt neben dem Fenster steht, das Sackerl seiner Frau mit den drei modernen Krawatten hervor, diese sind für das Staatsbankett. Er nimmt jede einzelne auseinander, auf der ersten ist ein Teddybär abgebildet, die zweite ist kunterbunt und extrem kitschig, und die dritte schaut auch nicht besser aus wie die anderen zwei. Zufrieden steckt er die grässlichen Krawatten wieder ein.

SZENEWECHSEL/ zeitgleich

Frau Knackal hat gleich nach dem Hinsetzen ihre große Handtasche ausgeräumt und ihre bunten Modehefte hervorgezogen, lauter Frauenmagazine über russische Frauen und deren Mode, nebenbei viele Mozartkugeln gegessen. Wiederholt ist sie dazwischen mehrmals aufgestanden, hat sich geschminkt, so wie es im Heft abgebildet war, hat ein neues buntes Tuch sich um den Hals gewickelt und in ihren Spiegel geschaut, dann wieder weiter gelesen und geblättert in ihren Modezeitschriften, darunter sind auch russische in russischer Schrift von ihrer Freundin gewesen, die diese in Wien hat. Irgendwann bringt die Stewardess das Essen und den Kaffee, Frau Knackal setzt die Kopfhörer auf und hört, wie nicht anders zu erwarten ist, Tschaikowskys „Schwanensee“, holt sich ihr liebes Polsterl hervor, steckt sich dann, nach der Musik, die Ohrstöpsel in die Ohren und dreht das Licht aus, um zu schlafen. Leider wird sie von dem Lärm da hinten im Flugzeug gestört, Herr Breitfuss poltert! und torkelt zur Toilette. Eva kommt zu ihr hin.

Knackal: Bitt schen, …ich hätt a Frag, wieso kann ich da net schlafen?...wer macht den da so einen Lärm um die Zeit?

Eva: Ihr Herr Vorgesetzter ist das.

Knackal (ganz erstaunt): Ah ja? Der Herr OGD?...(lacht komisch)…und bitte,…was macht er da…ich mein, da hinten?

Eva: Er kotzt gerade.

Knackal (lacht): Jöh,…er kotzt? Und warum?

Eva: Er hat a ganze Flaschen Champagner ausgetrunken, in Wahrheit war’s a Wodka, des war a Flaschen von uns, meine Freundin hat zu Haus versehentlich was anderes eingefüllt.

Knackal (grinst): Und jetzt ist ihm schlecht vom Alkohol?

Eva: …und vom Kaffee. Er hat danach fast einen Liter Kaffee getrunken.

Knackal: Ja? Und wer stampft da wie ein Nilpferd durchs Flugzeug?

Eva: Ihr verehrter Chef, das Klo war besetzt, da ist er ausgezuckt. Da war der Herr Weber drin.

Knackal: Ah so! Und jetzt streiten die beiden? ….Nicht?

Eva: Das weiß ich nicht. (man hört Stimmen, es ist tatsächlich ein Streit)

Knackal: Ui, und das im Flugzeug,…ich hätt' mir doch ein Raumschiff nehmen sollen. Ist dem Weber auch schlecht?

Eva: Nein, aber uns. Der hat vorhin so scheußlich auf der Gitarre gezupft, dass uns jetzt der Chef, ich mein, der Käpt’n ins Cockpit gerufen hat. Er wollt wissen, was die Elefantenherde da hinten treibt. Noch nie war es so laut in einem fast leeren Flugzeug.

Knackal: Und die zwei vom Geheimdienst?

Eva: Wie meinen sie?

Knackal: Na, die beiden lieben Herrn vom Geheimdienst, die mit uns reisen? Die ganz hinten sitzen, wissen sie?

Eva: Ah die, die Kartenspielen um zwei Mozartkugeln.

Knackal (grinst ganz unverschämt): Ja, die zwei lieben…sie müssen wissen, die (leiser)…die begleiten uns nur…ich verrat ihnen was. Die zwei sollen im Flugzeug auf den Herrn Breitfuss und den Herrn Weber aufpassen, damit nichts anstellen, gell?

Man hört einen Funkspruch durch das Funkgerät der Stewardess, Eva antwortet.

Eva: Entschuldigung, ich muss zum Chef, ich bin gleich wieder da. (verschwindet)

SZENENWECHSEL/ vorne im Cockpit

Käpt’n: Was war das jetzt, Eva? Die zwei Hornochsen da hinten werden von zwei Leuten des Geheimdienstes überwacht? Ich glaub, ich spinn. Uns erzähln’s, des wären lauter Vertreter der österreichischen Regierung.

Susanne taucht auf, sie hat zugehört: Mir haben’s erzählt, die besuchen im Auftrag der Regierung den Putin und den Medvedev, aber wie sich die beiden aufführen da hinten, vor allem der eine da….

Co-Pilot: Die werden schon g’wusst haben, warum sie die zwei Wahnsinnigen von Agenten beschatten lassen…san’s g’fährlich?

Susanne: Nein.

Eva: Nur blöd, der eine ist ziemlich aufdringlich, der hat a Problem mit seiner Alten.

Käpt’n: Der mit dem Toupet?

Susanne: Ja, und der andere kann net singen, nur falsch.

SZENENWECHSEL

Jetzt ist es ganz ruhig im Flugzeug, alle scheinen endlich zu schlafen oder zu dösen, Susanne schreitet das Flugzeug ab, es ist finster, Breitfuss hat die Augen zu wie Weber, Knackal schläft und auch hinten scheinen die werten Agenten eingenickt zu sein. Die Ruhe wird gestört durch mehrere Funksprüche beim Käpt’n, der setzt bereits zum Landeanflug an. Plötzlich ertönt das Zeichen „Bitte anschnallen, wir landen in Kürze“. Der Reihe nach strecken die müden Geister im Flugzeug ihre Glieder, Herr Breitfuss muss von Eva aufgeweckt werden, dann schauen alle beim Fenster hinaus, das Flugzeug setzt auf der Landebahn auf.

Am Moskauer Flughafen:

Weber, Knackal, Breitfuss und die beiden Agenten stehen in der Warteschlange hinter zahlreichen Touristen, zuerst ist die Passkontrolle und dann kommt das Gepäck mit dem Durchleuchten. Weber ist sehr zuvorkommend zu den Beamten, Knackal macht sich sehr schick und grinst die netten Herrn an, Breitfuss stolpert über seine eigene Tasche, verliert den Reisepass, der kollert zu Boden, hebt ihn auf und grinst verlegen den Herrn an. Der sitzt ruhig da, neben ihm noch ein weiterer Kollege und beide betrachten lange das Foto im Reisepass, dann schaut er im Computer nach, Weber und Knackal und die Agenten sind schon längst weg. Breitfuss wird etwas nervös, weil die beiden so lange brauchen und er kein Wort Russisch kann, er hat einfach alles vergessen. Zuletzt kommt noch ein dritter älterer Beamter, der ebenfalls den Reisepass kontrolliert. Man sieht nur das Foto von ihm im Pass und dann das Bild im Bildschirm, auf beiden Fotos schaut Breitfuss wie ein Verbrecher aus. Die drei reden etwas auf Russisch, was er nicht versteht, man winkt ihm, dass er bleiben muss, die anderen Touristen werden abgefertigt. Breitfuss ist stinksauer, wagt aber nichts zu sagen, weil er die ernsten Gesichter der drei Männer sieht und nichts Gutes ahnt. Er muss zur Seite treten, wird gleich untersucht, seine Handtasche, einfach alles abgegriffen, dann wieder ein Blick auf den Monitor.

1. Russe: Sie reisen im Auftrag der österreichischen Regierung?

Breitfuss: Ja, zusammen…(wird gleich unterbrochen)

1. Russe: Name, bitte!

Breitfuss (genervt): Der steht doch in meinem Reisepass.

2. Russe: Name, bitte! Wohnort, Adresse, Beruf. Was machen sie hier?

Breitfuss (verärgert): Ich sag doch…

3. Russe: Wir machen hier keine Scherze. Hier steht, sie arbeiten für die Regierung, wir müssen sie besonders schützen, also helfen sie uns und geben sie korrekte Antworten.

Breitfuss (verärgert): Mein Name ist…Engelbert Breitfuss, OGD von der MA 2412, ich reise, um dem Herrn Präsidenten persönlich seine Paar Schi…

2. Russe: Danke, das genügt. Hier ist ihr Reisepass. Gehen sie da hinüber zu der kleinen Gruppe von Herrn, man erwartet sie, mein Kollege wird sie begleiten.

Breitfuss steht wie angewurzelt da, wird weiter geschoben mit seinem Handgepäck hin in die andere Ecke, wo bereits Weber und Knackal warten, die beiden Agenten sind bereits verschwunden.

Weber: Nau, wie war’s? A nettes Plauscherl mit den Herrn g’habt? Wir haben g’hofft, dass noch net verhaftet worden sind.

Breitfuss: Wie kommen sie darauf?

Weber: So wie sie drein g’schaut haben…müssen’s doch was ausg’fressen haben.

SZENENWECHSEL/ gleichzeitig

3. Russe am Telefon: Ja, er ist da, … schon bei uns, unsere Männer haben ihn, …wie er ausschaut? Sag ich besser nichts dazu. (hängt den Telefonhörer auf und betrachtet noch einmal Herrn Breitfuss’ Horrorfoto, schüttelt den Kopf)




Akt 2) Der erste Tag in Moskau


Man sieht das Restaurant des Hotels, viele Gäste sind beim Frühstück, die zwei österreichischen Männer vom Geheimdienst sitzen an einem Tisch gemütlich und essen, ganz in ihrer Nähe befinden sich bereits Herr Weber und Herr Breitfuss, und beide werfen den beiden Geheimagenten merkwürdige Blicke zu, denn diese beiden Herrn schauen weder links noch rechts, sondern plaudern vom letzten Fußballmatch der Vienna gegen Sturm Graz. Ihre Worte sind, wenn man wie Herr Weber und Herr Breitfuss sich anstrengt, zu vernehmen, aber dies war höchstwahrscheinlich von den beiden Agenten beabsichtigt worden, dass sie verstanden werden, obwohl sie die beiden Beamten völlig ignoriert haben in der Früh, nicht einmal begrüßt haben sie die beiden Herrn von der MA 2412. Verärgert hocken nun die beiden Beamten am Frühstückstisch, lugen heimlich zu denen hinüber und essen. Breitfuss ist wie immer stinksauer auf die zwei Schakln, wie er sie nennt.

Breitfuss: Haben’s es g’sehn, Herr Weber, net einmal Guten Morgen haben’s uns g’wunschen…diese Affen da….hinten sitzn’s…

Weber (isst genüsslich, erst nach einer Weile): Ja…und Mozartkugeln haben’s g’fressen…wie sie.

Breitfuss: Ah, des wissen sie ah?

Weber: Herr Breitfuss! Ich hab sie doch gestern erwischt mit ana!

Breitfuss (grinst verlegen): Wissens, ihnen kann ich’s ja sagen, die…(druckt etwas herum)…so gelegentlich stibiz ich meiner Frau Gemahlin was aus ihrem Naschsackerl und wie ich damals die supertolle Idee g’habt hab, dem Putin zwei Tonnen…

Weber: …nur zwei Kisten wollten's ihm schenken, aber weil sie ja in Rechnen so gut aufgepasst haben und net wissen, was Kilo und Tonnen sind, haben wir jetzt, 2, 225 Tonnen Mozartkugeln im Flugzeug g’habt.

Breitfuss: So viel? Wer hat des bestellt? Ich?…Ich war’s net.

Weber: Na wer denn sonst? Vielleicht die Polizei oder der Putin selber? Der freut sich jetzt, dass er um 200 Kilo mehr kriegt, nur die armen Leut am Flughafen beim Einpacken, die waren etwas sauer.

Breitfuss: Ah so, und warum?

Weber: Fünf Stunden sans g’standen und haben die Kisten herumgeschlichtet, dann ist ihnen der Kragen geplatzt, …zumindest hat mir das der eine Kollege erzählt..

Breitfuss: Und?

Weber: Dann habe ich das erhalten! (zeigt ein Sackerl Mozartkugeln her, holt es quasi aus dem Nichts)

Breitfuss (springt auf): Jesas, meine Kugeln, wo haben’s denn die g’funden…ich hab’s irgendwo am WC hing’legt…und fort waren sie.

Weber: Ja, wozu an netter Kollege net gut sein soll. Besagter Flughafenwaschl hat die irgendwo gefunden, sie mir gebracht und überreicht. Im Übrigen, hat er g’meint, haben seine Kollegen schon genug von diesen süßen Dingern, kurzum, Herr Kollege Breitfuss, die gehören uns!

Breitfuss (erregt): Was haben’s g’sagt? Alle haben sich was davon g’nommen? Sogar das Flughafenpersonal? Und das haben sie g’wusst?

Weber: Ja, ana muss doch des arme Personal in Schwechat versorgen. Warum glauben sie, ist der Käpt’n so schrecklich g’flogen, wir haben fast an Absturz g’habt…des warn die vielen Mozartkugeln in seinem Bauch….Jetzt schaun’s aber, was ich weiß. Und die zwei Trottel da drüben, die vergessen's, die reden vom Fußball, die sollen bitte die Russen bespitzeln, können sie sich des vorstellen, wie die do sitzen, die sehn net nach links, noch nach rechts…was entdeckten die do?

Breitfuss: Na, vielleicht haben’s diese…James Bondbrillen, wo man nach hinten schauen kann und alles sieht?

Weber: San sie blind? Die tragen keine Brillen, die sitzen und essen auf Staatskosten unser interkontinentales Frühstück, was sagen's dazu?

Breitfuss (stopft Essen in sich hinein): Schlecht is es net, obwohl ich mir, ehrlich gesagt, etwas anderes erwartet hab. Die Kipferl schmecken wie bei uns, die Marmelade…naja, und der Kaffee, etwas mild.

Weber: Dafür war der in der Nacht ziemlich dunkel und stark.

Breitfuss: Etwas anders hat sich auch meine Frau vorgestellt, Kaviar zum Frühstück, Eier mit Speck, …

Weber: Wodka gibt’s keinen, aber Eier mit Speck dort drüben, wollen’s welche?

Breitfuss (blickt hinüber, er müsste an den beiden Agenten vorbei und schüttelt den Kopf): Nein, die will ich nicht zu Gesicht kriegen.

Weber: Haben’s a Angst? Die tun ihnen nichts, die beschatten net uns, sondern die anderen. Die sollen rausfinden, wie weit die Russen mit ihrer Technologie sind.

Breitfuss( erstaunt): Was? Die beiden? Die Vollkoffer sollen …

Knackal (steht plötzlich da): ….Ufos finden, das weiß ich schon längst, Herr Breitfuss.

Breitfuss (mustert sie von oben bis unten, dieses Mal ist Frau Knackal ziemlich chic angezogen, weiße Bluse, kurzer Minirock in schwarz, lange dunkle Strümpfe und die dazupassenden Schuhe mit Handtasche, es verschlägt ihm die Sprache, in der Hand hält sie eine dicke Mappe) Äh, … hm…

Weber (deutet mit der Hand, Platz zu nehmen): Morgen, sagt man üblicherweise, Frau Knackal….Herr Breitfuss! Haben’s die Sprach verloren?

Breitfuss: Ich bewundere nur das weibliche Geschlecht. (steht auf, verbeugt sich vor Knackal, Kellnerin kommt vorbei und wundert sich) …Meine Verehrung, Gnädigste…sagn’s, was haben sie da heute an?

Weber (ganz leger, schaut etwas schief von der Seite, eine Hand aufgestützt, die beiden an) Na, a Kimono is es net, denn der schaut etwas anders aus.

Breitfuss (grinst): Sie schaun heut, in der Früh, so ganz anders aus, ziemlich fesch ….in dem schiachen Kostüm?....Haben’s des auf der Maria Hilferstraßen gekauft?

Knackal (beleidigt): Das ist von der Kärtnerstraße und hat…, ach, was sag ich denn da, …haben’s ihre Alte schon vergessen?

Weber: Na, denn er kauft ihr a so an schwarzen Fetzn, nicht Herr Breitfuss? Wann er ihr passen tet? Aber die Frau Gemahlin is leider a bisserl zu dick für des Moderne.

Knackal: Russische, bitte, das ist russische Mode, von meiner Freundin ausgesucht, das sollen bitte die Damen hier tragen,…

Weber: Gehen’s vielleicht auf den Opernball, Frau Knackal?

Breitfuss: Ah? So was haben die Russen in Moskau auch?

Knackal: Bitte, wir gehen doch nicht auf den Opernball, sondern aufs Bankett, wir alle,…zum Präsidenten glaub ich.

Weber: Net zum Ministerpräsidenten?

Breitfuss: Ist das net eh egal?

Knackal: Ja, denn für sie kann es eh egal sein, denn sie gehen ja nicht hin( hält sich schnell den Mund zu) Uijeh, jetzt hab ich was verraten…Herr Weber, was mach ma da jetzt….?

Breitfuss (will verärgert aufstehen, Weber drückt ihn nieder)

Weber: Beruhigen sie sich, des is nur ein kleiner Empfang, (winkt Knackal zu, dass sie den Mund halten soll, die versteht aber nicht). Sie sind unser Boss, sie erledigen die Hauptaufgabe, sie suchen am Roten Platz die geeignete Stelle, fahren mit den Schi die Strecken ab und später wird dann der Bauplan erstellt, so war es mit Herrn Österreicher abgesprochen, für heute haben wir frei, außer ein paar Kleinigkeiten. Frau Knackal und ich, müssen noch jemanden aufsuchen.

Knackal (laut): Jetzt weiß ich es…deshalb hab ich ja meine superschlaue Mappe mitgenommen, hihi. (holt die Mappe hervor und zeigt sie allen)

Breitfuss: Wollen sie sich net doch niedersetzen zu uns, Frau Knackal, und mit uns Frühstücken?

Knackal: Danke, ich hab schon gegessen…um sieben Uhr, da sind die beiden Herrn vom Geheimdienst mit mir hergegangen….und schaun's, die zwei sitzen noch immer dort…und essen.

Weber: Naja, zwei Stunden, a net schlecht, der österreichische Steuerzahler wird sich freuen.

Breitfuss: Wieso hakeln die beiden net?

Weber: Was solln die beiden denn tun? Schaun sie sich doch an, die haben gestern um vier Sackerln Mozartkugeln g’spielt, denen müsste ja eigentlich schlecht sein…so wie Ihnen.

Knackal: Bitte, Herr Weber, ich hab nur mehr eine Frage.

Weber: Net jetzt, jetzt muss sich der Herr OGD dem Frühstück widmen.

Breitfuss (futtert wieder weiter): Schmeckt wie in Wien.

Knackal: Ist ja ein Wiener Frühstück, das hab ich für alle ausgesucht…schaun sie mich net so beleidigt an, für alle a Wiena Frühstück hab ich bestellt, weil ihnen gestern so im Flugzeug schlecht war und sie das blöde russische Essen net wollten.

Breitfuss: Was hab...ich g’sagt?

Knackal: Dass keine Russen wollen, ich mein, …keine Fisch und Eier zum Frühstück.

Weber: Und keinen Kaviar!

Breitfuss (ziemlich verärgert, winkt der Kellnerin, die kommt und er flüstert ihr was ins Ohr, diese verschwindet gleich wieder): Jetzt gibt es nichts mehr, morgen soll ich was anderes bestellen… aber das sag ich ihnen, Frau Knackal…

Knackal: Bitte…ich hab nichts getan…nur bestellt.

Weber: Setzen sie sich…Herr Breitfuss.

Breitfuss (sitzt wieder und nimmt sein letztes Kipferl mit Marmelade zu Hand): Was mach ma heut?

Weber: Sie…machen was. Ihre Pflicht…wir müssen weg, des hab’n’ wir grad vorhin besprochen. (Breitfuss isst mit vollem Mund weiter)

Knackal (hat sich endlich gesetzt und kramt in ihrer großen Mappe): Ich hab doch was für heut vorgehabt,…Herr Weber…wissen net sie, was wir heute tun sollten…?

Weber: Ich hab Zeit, es is eh erst (blickt auf die Uhr) 10.30, Zeit, um zu warten bis zum Mittagessen.

Breitfuss: Jesas, ich muss nachschauen, was zum Essen gibt.

Weber: Des können's nachher machen, wir haben einen Plan.

Knackal: Da is er ja, unser Plan (kramt einen verschmierten Zettel hervor, alles voll geschmiert, kreuz und quer, dreht den Zettel mehrmals herum und findet dann das Datum) da steht. Erster Tag in M…. Bitte was heißt M?

Weber: Moskau, höchstwahrscheinlich.

Breitfuss: Könnte auch die Moldau sein.

Weber: Wissen sie, wo der Fluss liegt?

Breitfuss: In Tschechien, Prag liegt an der Moldau.

Weber: Und wohin fließt die Moskau?...Ah, schon wieder net im Geographieunterricht aufgepasst?

Knackal: Da steht (liest stotternd) zu, müsste heißen zur, gell, Herr Weber?

Weber: Zum Fluss! Heißt das, sie gehen zum Fluss, zum Kreml.

Breitfuss (zufrieden): Guat, und was machen sie?

Knackal: Da war noch irgendso ein komischer Name, warten's noch einen Moment…(kramt)…ich hab’s. So heißt der. Den besuchen wir heute Hui Ching…

Weber: Wir san net in China, Frau Knackal.

Breitfuss (grinst): Haben’s den Kontinent verwechselt?.... (belehrend zu ihr) Wir sind in Asien!

Weber: Sie Vollkoffer, wir sind in Europa.

Breitfuss: Wir sind in Asien. Haben sie des vergessen? Unsere Reise beginnt in Asien, Russland liegt in Asien.

Weber: Und Moskau liegt wo?

Breitfuss: Des was ich net…sag’ns ja net, das ich schon wieder net im Religionsunterricht aufgepasst hab. Wer wohnt schon in Asien und hat a Hauptstadt in Europa?

Weber: Die Russen, weil Asien erst hinter dem Ural beginnt.

Breitfuss: Und was ist des für a Fluss?

Knackal (hat gesucht): Jetzt hab ichs aber, wir haben heute einen Besuch beim… Masajuki Kioshima….nein, das is er auch net….jetzt sind wir bei den Japanern gelandet…warten's noch ein wenig, …gleich hab ich’s. (blättert herum, findet aber nichts) Springt auf, …ich weiß, wo es ist, in meiner Handtasche, damit ich es ja find…die Schrift war nicht zu lesen und erst der Name…

Breitfuss und Weber setzen sich zusammen und wollen mitlesen, Knackal buchstabiert die russische Schrift auf einem kleinen bunten Zettel, der schaut schon ziemlich mitgenommen aus.

Knackal: Das habe ich mindestens dreimal auswendig zu lernen versucht, aber das ist halt doch sehr schwer…(beginnt) wal….nein, wlll ladi…ich glaub, ich weiß, wie der heißt, Ladislaus heißt der Mann.

Weber (verdreht die Augen und blickt Breitfuss an): Ladislaus, Frau Knackal?

Knackal: Das steht da so…nicht? Stimmt nicht? Dann muss ich meine Brille holen…ich seh so schlecht. Kramt eine funkelnagelneue Brille hervor und schaut noch unmöglicher drein. Ja …wirklich, da steht…

Klaus: Wladimir, Frau Knackal, nur Wladimir, und nicht Ladislaus. Sie haben heute beide einen weiten Weg, Herr Weber und Frau Knackal. Und sie Herr Breitfuss, sie erholen sich.

Alle drei, Weber, Breitfuss und Knackal, ganz entsetzt: Wo kommen sie denn her?

Klaus steht im roten Weihnachtskostüm im Restaurant, niemand sieht ihn außer der Kellnerin, die herschaut und zusammenzuckt.

Knackal: Herr Klaus… was machen sie da? …Wenn man sie sieht!

Breitfuss( zeitgleich): Verschwindens schnell, Herr Klaus, bevor man sie hier verhaftet.

Weber: Haben’s der Regierung beim Sparen geholfen. Der Steuerzahler braucht für sie ka Flugticket kaufen.

Klaus: Beeilen sie sich, wenn ich mit ihnen rede, sehen mich die Leute, ansonsten bin ich unsichtbar für die anderen, merken sie sich das. …und übrigens, ich komme wieder (weg ist er).

Die Kellnerin kommt gerannt zu dem Tisch und fragt: Wo ist dieser…komische rote Mann…haben sie ihn weggehen gesehen? (ist ganz erstaunt)

Breitfuss (lehnt sich in Sessel zurück) Welcher komische Kerl in Rot? Ich…hab niemanden g’sehen…sie Herr Weber?…auch net, aber weil sie schon da sind, können’s mir net an…russischen Kaviar bringen, so zum Kosten, nur…a klanes Löfferl voll? Net? Ah, njet heißt des. Herr Weber hörn’s auf, das weiß ich schon, njet heißt nein. Dann vielleicht an Wodka, auch njet, dann vielleicht heiße Schokolade, die treibt net wie der schwache Kaffee da.

Die Kellnerin verschwindet und kommt etwas später mit dem Kakao und geht ab.

Breitfuss: Ah Wahnsinn is des, der Klaus is da.

Weber: Ist ja auch unser Weihnachtsmann.

Breitfuss: Des dürfen wir den zwei do drüben net verraten…die halten uns doch für verrückt…den Weihnachtsmann…den gibt’s net…

Weber: ….so wie de Außerirdischen und die Ufos. Haben’s schon ans g’sehen?

Breitfuss: Ah wo, noch kein’s, wenn’s es genau wissen wolln. Auch keinen Alien, darum bin ich doch da, damit ich de endlich zu Gesicht krieg…in Russland. Wo haben die Russen die Aliens denn versteckt?

Weber: Im Kreml, schätze ich, und genau dorthin werden sie gehen. Sie schleichen sich dorthin…

Breitfuss (begeistert): …wie ein echter Agent…wie der…

Knackal: …der 007, das weiß doch jedes Kind….na, der James Bond, Herr Breitfuss…den kennen's doch…der war doch in Wien und hat einen Agentenfilm gedreht…na in Wien, in der Oper, da haben’s dann die Leiche verscharrt…

Breitfuss: Ja, auf in den Kampf….

Knackal: Leise, bitte, Herr Breitfuss.

Breitfuss verschwindet endgültig. Knackal und Weber sitzen da, Knackal stöhnt.

Knackal: Mein Gott, war das anstrengend, jetzt haben wir den einen los, …fehlen nur mehr die beiden dort drüben. Herr Weber, was soll ich denen auftischen?

Weber: Sicher net so an Bledsinn wie vorhin.

Knackal: Welchen Blödsinn bitte?

Weber: Sie bringen die ganzen Politikernamen durcheinander, sie wissen net einmal den Namen des Ministerpräsidenten.

Knackal: Ja, was kann ich dafür, dass die alle so komisch heißen…Ladislaus ist doch ein hübscher Name, finden sie nicht?

Weber: Lassen sie sich was einfallen!

Knackal: Ich? Wieso ich?

Weber: Sie sind die erste Sekretärin, nach dem Herrn Breitfuss bin ich quasi der Chef.

Knackal (verärgert): Ja, aber das sag ich ihnen, das verrat ich dem Herrn OGD, dass sie hier Chef spielen und alleine mit mir aufs Bankett gehen.

Weber: Am liebsten würd' ich sie gar nicht mitnehmen, wie sie ausschauen in dem Gwand.

Knackal (beleidigt) Finden sie? Gefall ich den Russen vielleicht net?

Weber: Die Leute tragen beim Staatsbesuch alle lange Sachen.

Knackal: Dann zieh ich mir halt das rote lange Kleid an, das mir meine Freundin zum Abschied geschenkt hat.

Klaus( wieder da ganz plötzlich, beide ganz entsetzt): Wenn ich hinzufügen dürfte… etwas Schlichtes und Einfaches in Grau oder Schwarz wäre angebracht, Frau Knackal.

Weber will schon wieder etwas sagen, da winkt Knackal laut mit der Hand Weber zu, dass er den Mund halten soll, im nächsten Moment ist Klaus weg.

Knackal: Jesas,…war das a Schock, …der Herr Klaus schon wieder da…wenn der jedes Mal auftaucht und uns so erschreckt…aber gewarnt hat er uns…wir dürfen nichts reden…sonst sieht man ihn.

Weber: Hoffentlich merkt sich das der Herr Breitfuss. Der ist sicher in seinem Zimmer und packt seine Koffer aus, dann geht er Mittagessen bis um zwei Uhr…

Knackal: ….danach packt er fertig aus und es ist Abend oder später Nachmittag, da sind wir schon wieder zurück. Jetzt aber schnell ins Zimmer, Herr Weber.

Weber: Ich bin schon fertig.

Knackal: Ich auch…und die Mappe nehm' ich mit, damit ich nichts vergess, der Herr Österreicher wartet unten vor dem Eingang auf uns.

Beide gehen ab.


Akt 3) Der Schilauf


Herr Breitfuss steht in seinem Hotelzimmer, nur mit einer Hose bekleidet, ein paar seiner Kleidungsstücke liegen auf seinem Bett herum, er selbst steht vor dem Spiegel und beäugt sich mit den drei modernen Krawatten seiner Frau. Auf dem nackten Oberkörper schauen diese ziemlich blöd aus, er ist übrigens nicht richtig gekämmt, sondern seine Frisur sitzt etwas schief, weil er überlegt, was er am Abend zum Bankett anziehen will. Er geht ins Badezimmer und lässt das Badewasser ein, während er sich die nächste hässliche Krawatte umbindet und laut vor dem Spiegel sich mit den Händen die Haare bürstet und in den Spiegel anschließend hineinschaut, blöd grinst und im Ton seiner Frau Gemahlin sagt: „Fesch…schaust aus Engelbert, mit der modernen Krawatte“. Dass er sonst nichts anhat außer der Unterhose scheint ihn nicht zu stören, er tanzt ein bisschen mit der hässlichen Krawatte und Unterhose durchs Zimmer, während er den blauen Anzug in den Kasten hängt. Man hört in der Zwischenzeit das Badewasser rinnen, (laut) und er räumt die zwei Koffer aus. In dem einen sind die Geschenke für den Präsidenten und alles, was man zum Schifahren braucht. Er packt aus und aus, legt die Sachen kreuz und quer, sodass er letztendlich nichts mehr findet und kriegt dann fast einen Schreikrampf (Jesas,…das Badewasser…), als ihm einfällt, dass eventuell die Badewanne übergegangen ist. Schnell läuft er ins Badezimmer, rempelt dabei eine seiner Taschen um, der Inhalt fällt raus, er schimpft laut auf und dreht in Windeseile das heiße Wasser ab. Dort im Bad ist zu viel Dampf, er steckt den Finger in die Badewanne hinein und im heißen Wasser verbrennt er sich. Schreiend hüpft er durch das Zimmer mit einem „Au, au… des war heiß…“ Ein weiteres lautes Au lässt ihn davon rennen und er huscht zu der Tasche, deren Inhalt am Boden liegt. Vor sich hinfluchend räumt er den Inhalt wieder in die Tasche, bis er plötzlich innehält. Er hält die Wiener Schibrille in seiner Hand und erinnert sich, dass er eigentlich zum Roten Platz fahren wollte mit seinen Schi. In Eile durchsucht er seine Sachen, findet endlich sein Paar Schi samt Rollen, die ihm seine Frau übers Internet gekauft hat und zieht sich gleich den Schioverall an, danach die Schibrille. So steht er wenige Minuten später vor seinem Spiegel und guckt sich an, bewundert sich von allen Seiten, lobt sich erneut als fescher Schifahrer.
Breitfuss(mit Stimme seiner Frau Gemahlin): Fesch bist Engelbert in dem neuen Schianzug…da wirst alle Russinnen beeindrucken… und erst recht den Präsidenten…ich beneid dich Engelbert, so a funkelnagelneuer….…moderner Schi—an-zug…

Breitfuss sucht und findet seine dazupassende Schimütze und stellt sich erneut vor den Spiegel. Dann beginnt er mit seiner Probe. Da er dem Präsidenten die Schi schenken will, nimmt er eine würdige Haltung an, verbeugt sich und sagt:

Breitfuss: Guten Tag, Herr Präsident…darf ich Ihnen meine Schi überreichen… aus Wien…von mir…dem Engelbert, Ingenieur Engelbert, OBG von der MA2412…na, des passt doch net…probier ich's noch einmal…

Das Ganze kommt ihm doch etwas zu blöd vor und er beginnt mit seiner Rede noch einmal, salutiert…kurz und gut, er steht einige Zeit davor und übt sich in seiner Pose für den russischen Präsidenten.

Breitfuss: Engelbert Breitfuss, Herr Präsident, Wladimir…jesas…wie heißt der nur….

Nimmt Zettel und liest einen anderen Namen. Frisiert sich noch einmal seine Haare, zieht den Bauch ein, räuspert sich und liest noch einmal den korrekten Namen.

Breitfuss: Lieber Herr Präsident der Republik…welcher Republik?...einen Moment, ich richt mir noch die Krawatte, Herrgott, ich hab ja keine…

Läuft hin und bindet sich die erstbeste von diesen grässlichen Krawatten um, trägt ja den Schianzug, salutiert…

Breitfuss: Herr Präsident…von Russland…im Namen der österreichischen Regierung und …in meinem Namen als Vertreter der MA 2412, OBD der Abteilung für…für Weihnachtsdekoration und Uvo…Ufo(betont laut)-Forschung heiße ich sie auf das Herzlichste…das Aller-herr-lich-ste willkommen und…zu unserer aller Freude…(grinst abscheulich über das ganze Gesicht) wünscht ihnen meine Frau Gemahlin und ich, die Frau Gemahlin musste leider zu Hause bleiben, in Wien, in unserer schönen Wienerstadt,…hm…wünschen wir ihnen beide, eigentlich ich als Vertreter der Österreichischen Regierung….( zu sich selbst) Engelbert…du wiederholst dich…mach ma weiter…gratuliere ich Ihnen und überreichen ich ihnen dieses schöne Paar Schi. Des Papier hab ich selber ausgesucht, es ist gold, weil das meine Lieblingsfarbe ist, das Papier soll ihnen Glück bringen und ja, und mit den Schi fahren sie dann auf die Sprungschanzen, die ihnen der …der…der Herr Minister…..die... die russische Regierung für sie bauen wird…
(zu sich selbst) ma…ich schwitz und dabei soll's da so kalt sein…
…ich wünsch ihnen einen schönen Schiurlaub in der herrlichen Hauptstadt mit viel Schnee…(ergreift das Handtuch, das vor ihm liegt und wischt sich die Stirn ab)….jesas, des Reden is immer so anstrengend für mich…wenn mich jetzt mei Frau Gemahlin g’sehn hätt', ganz stolz wär’s auf mich g’wesen über die schöne Ansprach…g’weint hätts…ja, richtig g’weint….

Breitfuss setzt sich auf ein leeres Fleckchen von seinem Bett, er scheint übermüdet zu sein. Aufs Baden hat er jetzt völlig vergessen, nach einer Verschnaufpause steht er auf, nimmt die Schi, steckt sich ein wenig Geld (Euro, Rubel hat er noch keine, keine gewechselt) in die Seitentasche seiner Schihose, schnappt sich seinen Rucksack, in dem er die Rollen für die Schi stopft und seine eigenen Schi und verlässt das Zimmer. Unten an der Rezeption will er den Schlüssel abgeben und die Dame schaut ihn merkwürdig an, eigentlich alle, die in seiner Nähe sind.

Breitfuss: Bitt schön…eh, yes…halloooou. My name is Breitfuss…here is…is…der Schlüssel (schiebt den Schlüssel hin, die Dame nimmt ihn in Empfang)…yeees, lady…I have a lid-dle Question, only a li-ddle. Wheeeeee-re is die U-Bahn, understud? U-Baahn! Wheeeeee-re is die U-Bahn, understud? U-Baahn!

Die Dame versteht ihn endlich und deutet ihm die Richtung.

Breitfuss (sehr höflich, grauenhafte Aussprache): Sänk ju weri matsch…mei Ladi…

Er zu sich selbst: Hast das g’merkt, Engelbert? Einmal gerade aus, dann links, dann wieder links oder doch rechts, danach einbiegen, und irgendwo unten durch…ich werd’s schon finden.

Er verlässt das Hotel und macht sich auf den Weg. Unterwegs begegnet er vielen Russen, die alle leicht bekleidet sind, es ist zwar bewölkt, doch man glaubt, dass die Sonne bald heraus kommen wird, es gibt jedoch keinen Schnee mehr und auch keinen Regen. Am Nachmittag soll laut Wetterbericht das Wetter besser werden und die Moskauer nach langer Zeit in kurzen Ärmel herum spazieren können. Breitfuss hat davon keine Ahnung. Er hat nur die Unterhose unter seinem Schioverall an, trotzdem fängt er bald zu schwitzen an, sodass er die Schibrille absetzt, diese hatte er über die Augen gestülpt, nun ist sie oben auf seinem Kopf platziert, immer wieder kratzt er sich am Kopf, weil er mit der warmen Schimütze schwitzt. Neugierig geht er durch die Straßen, einfach schnurrgerade, wie es die Dame erklärt hat und wird nur von den Leuten etwas komisch angesehen. Ihm fällt zunächst nicht auf, dass ihn die Menschen anschauen, so lustig schaut er aus, weil er wie ein neugieriges Kind hierhin und dorthin läuft. Die U-Bahnstation findet er nicht, er rennt hierhin und dort hin und schließlich fragt er einen, dann zwei Menschen nach der U-Bahn. Leider versteht man ihn nicht.

Breitfuss (wendet sich an eine ältere Dame, die in von oben bis unten mustert): Hey, sie Fräulein…(rennt ihr nach)…gnädige Frau, Madame…U-Bahn,….Uuuu-Bahn. (die Frau schüttelt nur den Kopf und setzt Weg fort)
Breitfuss probiert es beim nächsten, deutet auf seine Schi, spricht vom Präsidenten, nennt laut seinen Namen und erklärt, dass er zum Kreml will. Alle starren ihn wie einen Verrückten an, er weiß nicht, dass er falsch abgebogen und zu weit gegangen ist.

Breitfuss: Wo….Kreml? Präsident Medwedew? (wendet sich an einen alten Mann, der tippt sich auf die Stirn und wendet sich ab, einige Kinder schauen ihn komisch an, ansonsten ziehen die Leute einfach weiter. Endlich hat er Glück, er trifft zwei Russen, die Englisch sprechen, einer von beiden redet ihn an. In seiner Not fallen ihm sogar ein paar Brocken Englisch ein.

Russe: Can I help you?

Breitfuss: Ja,…das heißt….yes, yes, ich suche „Kreml…wo Präsident residiert….where the president ….live.

Russe: Kreml? Yes.

Breitfuss: I am looking vor ….vor the Un-dergrou-nd. (Aussprache katastrophal!)

Russ: Underground…oh, yes, Underground. The station is there, other side, please,... come with me. (packt ihn an Arm und zieht in mit sich fort)

Breitfuss schlendert mit dem Herrn ein kleines Stückchen, der Russe weist ihn in eine Richtung, wo man die Station sieht, und erklärt ihm einiges auf Russisch. Breitfuss versteht nicht, nickt nur, und sagt zum Abschied: Thänck ju( spricht fürchterliches Englisch), dann fällt ihm ein, dass er doch noch etwas auf Russisch auf Lager hat und verabschiedet sich mit einem „dos-witanje“, beide trennen sich und Breitfuss versucht über die Straße mit seinen Schi zu kommen, weil er jetzt merkt, wie anstrengend das alles ist. Er ist schon ziemlich verschwitzt. Endlich steht er vor der Station und sieht die Leute hinein gehen und fragt sich jetzt, wie er zu einer Fahrkarte kommt. Da fällt ihm ein, dass er keine Rubel mit hat, sondern nur Euro und bettelt mit einer Eineuromünze die Leute an. Er geht auf die Leute der Reihe nach zu und schreit nach einem Ticket. Wieder hat er Glück, ein Herr schenkt ihm eine Fahrkarte, nachdem er ihn mit ein paar Brocken Englisch gefragt hat, was er will

Breitfuss: I….Tourist…from Vienna, brauche ticket, TICKET, verstehen’s mich….TICKET! (der Mann hat endlich begriffen und kramt eine Fahrkarte hervor, drückt sie ihm in die Hand und zeigt ihm wo er hingehen muss, dann ist er auch weg.)

Nun steht Breitfuss unten und wundert sich, wo er hinmarschieren soll, denn es rennen die Leute hin und her und werfen ihn fast um. Er glaubt, dass er falsch gelaufen ist, weil die U-Bahnstationen alle sehr schön ist, schaut sich die schönen Wände an und fragt wieder, dann, weil ihn alle komisch anstarren und ihm nicht antworten, geht er zu einer Ecke und will den Fahrplan lesen. Die U-Bahn kommt gerade und die Leute drängen, in dem Gewirr wird er mit hineingezogen, man schimpft ihn auf Russisch, dass er gefälligst mit seinen blöden Schi weiter gehen soll und weil er nicht kapiert, schupsen in die Umstehenden, weil sie hinein wollen, einfach in das Abteil. Nun sitzt er in der Un-Bahn und alles ist voll. Er mit seinem dicken schweren Rucksack und die Leute in ganz dünnen Jacken, er schwitzt fürchterlich, schaut hierhin und dorthin und kennt sich nicht aus. Er fährt mehrere Stationen, bis es etwas leerer wird, dann kommt bei der nächsten Station eine neue Partie Gäste. Eine Frau betrachtet ihn neugierig und als er das sieht, fängt er ein Gespräch an.


Breitfuss: My name is Engelbert Breitfuss. I…coming …me from Vienna, the Capital from Austria. I like to be here….it is nice in Moskau…(die Frau schaut ihn weiterhin an und redet mit ihrer Nachbarin auf Russisch, sie fragen sich, was er wohl hier will und wohin)
Dame fragt ihn weiter aus, allerdings auf Russisch, was er ja nicht versteht. Schließlich deutet sie auf seine Schi und Breitfuss begreift. Ganz stolz verkündet er: in the Kreml…to Präsident Medwedew. Die beiden Frauen kichern in der U-bahn, finden alles ziemlich spaßig und bewundern seinen Schioverall. Die zweite Dame streicht über seinen Schianzug und meint auf Russisch, dass der zu warm für heute ist, weil die Sonne demnächst hervor kommt, sie trägt nur kurze dünne Jacke. Aber die beiden Damen sind sehr freundlich zu ihm, erwähnen die Station, bei der er umsteigen soll und zeigen ihm den genauen Weg. Die U-bahn rattert weiter und bei der nächsten geben sie ihm einen Wink auszusteigen und die restlichen mit der anderen Linie weiter zu fahren.
Fünf Minuten später hat Herr Breitfuss es geschafft, er ist endlich dort, wo er sein soll, zwar noch nicht direkt beim Kreml, aber man sieht ihn schon ganz nahe. Jetzt ist die Sonne hervor gekommen und sticht hinunter auf die Erde, Breitfuss sieht einige Russen und Touristen auf der Bank sitzen, in der Sonne, sich an der Sonne wärmend. Verzweifelt sucht er einen Übergang zum Roten Platz, als er auf eine Gruppe von japanischen Touristen stößt und denen einfach nachrennt, irgendwie gelangt er dann mit ihrer Hilfe dorthin, wohin er eigentlich schon lange wollte und erblickt die Rote Mauer. Dort wimmelt es nur so von Menschen, und er schweift etwas herum und überlegt sich, wo der geeignete Platz zum Schifahren wäre. Am Boden sind überall Bodenmarkierungen. Verzweifelt schaut er hierhin und dorthin und rennt der japanischen Gruppe wieder über den Weg. Erneut begegnet er demselben Herrn, der ihn plötzlich auf Englisch anspricht.

Japanischer Tourist: Hallo, my good friend…you are looking for…?

Breitfuss: Ah…hm,…my ..name is Engelbert Breitfuss…and I am coming from Austria…from Vienna.

Japaner: A from Vienna, nice City your capitel, seen it last year. What are you doing here? You are alone, isn’it?

Breitfuss: Alone? Weiß ich net, ich kenn nur den Sylvester Stallone.

Japaner: Ah, You like fun…it’s here my first visit in Russia…what are you looking for…? The Red place.

Breitfuss: Yes…yes, my hus-wife said: Engelbert….

Japaner: What’s that, Engelbert?

Breitfuss: My first …name.

Japaner: Oh, sorry, your first name. What are you doing here?

Breitfuss: I…I…lucking…nach….for the president….here (zeigt auf Schi) for President.

Japaner (ganz erstaunt): But, he doesn’t have birthday today, I know it…how old are your ski?

Breitfuss: Old? Hm.

Japaner: Yes, how old?

Breitfuss: Oh, ooold, I under-stend. A Wahnsinn, fragt mich doch dieser Kerl aus Japan tatsächlich, wie alt ich bin. Na Engelbert, sag ich’s ihm oder lieber net? …wait a moment…please…fiftee…wie geht des noch?

Japaner: Fifty or fifteen?

Breitfuss mal mit der Hand in die Luft sein Alter 56, dann kratzt er sich auf den Kopf und fragt sich, ob er wirklich schon so alt ist.

Japaner (mehr als erstaunt): Really, fifty six years old. I cannot believe. (klopft ihm auf die Schulter und streicht gleichzeitig über die neuen Schi von Breitfuss) They are looking…new…you unterstand, my friend, to new.

Breitfuss grinst übers ganze Gesicht, er hat von dem Gespräch nicht viel verstanden, er weiß, dass es um ihn geht. Versucht eine Konversation zu beginnen: hiar….hear, Frend, (macht es ihm gleich und klopft ebenfalls auf die Schulter) is...present to...russian president….here( zeigt mit der Hand in die Ferne) kommt …Sprungschanze….Schanze…understend?

Japaner schüttelt den Kopf. Breitfuss geht in die Hocke, schnellt hoch und tut so, wie wenn er wie ein Schispringer springen würde. Endlich versteht ihn der Japaner. Breitfuss ist überglücklich.

Breitfuss (ganz stolz): Here…Big Sprungschanze for….skiing..the russian Government will …bauen….

Japaner: Oh, governement, built here…you know it? Really? Are you an architekt?

Breitfuss (hat das letzte nicht ganz verstanden, nur halb): Yes, yes….ar…architekt für ….for Konferenz.

Japaner: Conference? Here? Department for conference, here?

Breitfuss: No, no,…skiing…here…Menschen schifahren…president …schi…

Japaner: Really, a centre for Sport here? To go skiing here…and you are the archtitekt…

Breitfuss: It is…my idee….

Japaner: Please?

Breitfuss: …my i…jesas…das heißt ja anders….my ei-dih.

Japaner: Your idea? Oh, you are a big man, like „Superman“ (klopft ihm auf die Schulter noch einmal)

Die japanische Touristengruppe hat der Rede der Führerin gelauscht, jetzt setzt sie sich wieder in Bewegung und der Japaner winkt Breitfuss, mit zu kommen. Während des Marsches plaudern sie.

Breitfuss: And You…are …from Japan?

Japan: Yes, I work in Tokio …in a big house in the centre…

Breitfuss: In…(zählt mit seinen Fingern die Tage)…in three Weeks I am in Tokio.

Japan: Thats fine,…you can call me, wait…here is my number and where is your’s?

Breitfuss: I will…telefon you…there is a big, a very big conference for the Peace…

Japaner: Oh, really.

Breitfuss: Yes, and I, Engelbert Breitfuss will…speak to…all People of the conference…at…at …am Anfang halt.

Japaner: You will re-open the conference, I can’t believe. What are you telling? Architekture…no? Medicin….? No?

Breitfuss: Uvos….ich meine….I thi…sink…ufos….

Japaner: What are UFOs?

Breitfuss: Was? Du kennst keine Ufos? Aliens! Aliens!

Japaner: A-hm…aliens? You are sure, you mean aliens? (deutet nach oben)

Breitfuss (grinst): Yes, aliens, ufos. Ungeheuer fon oben. Raumschiffe. You know…Captain Kirk and Spoki? Spaceship Enterprise!

Japaner: That’s interessting. A Conference for ufos, aliens in my country, I will ask my sectretairy at home, …in Tokio…but, now, what are you doing here?

Breitfuss: Schifahren, ich geh Schifahren (zeigt es mit seinen Schistöcken vor)

Japner: Oh, how stupid, skiing on the big place here, near the Kreml. Do you have the order to can do it…so many tourists…letts go…come with me.

Der Japaner geht zur Führerin der Gruppe und spricht einiges mit ihr, die umstehenden Japaner lauschen gespannt, dann drehen sich alle plötzlich um und Breitfuss steht im Mittelpunkt, die Leute sind neugierig. Jeder will den tollkühnen Mann sehen, der hier eine Sprungschanze erbauen lässt und später zu einer Konferenz in ihr Heimatland fährt. Die Dame hört zu reden auf und fragt den einen Japaner, ob sein neuer Freund ihnen allen nicht etwas zeigen könnte von seinen Schikünsten. Man macht Platz. Breitfuss stellt sich in die Mitte, die anderen Touristen sind um ihn herum, der neue japanische Freund sprich weiter zu seinen Landskollegen. Innerhalb von Sekunden haben sich auch andere versammelt, die einheimischen Russen wie die ausländischen Gäste scharen sich relativ rasch um ihn herum. Breitfuss fühlt sich pudelwohl, steht er jetzt doch im Mittelpunkt und kann endlich das tun, was er sich vorgenommen hat, nämlich Schi fahren. Er packt alles aus, versucht seine Rollen anzuschnallen und das, was er gerade tut, auf Englisch zu übersetzen. Sein neuer Freund erledigt das für ihn, er plaudert so darauf los, erzählt aber nicht, dass die Schi 56 Jahre alt sind, weil er glaubt, dass Breitfuss ihm einen Bären aufgebunden hat. Die Leute fangen zu klatschen an, als Breitfuss die Schihaube und die Schibrille aufsetzt und danach in die Hocke geht. Er schaut aus wie ein schneidiger Alpinschifahrer. Breitfuss fährt eine Strecke weg, hinaus aus der Menge, dreht um, etwas linkisch und ungeschickt und flitzt wieder zurück. Auf jeden Fall fällt er auf, nicht nur den Umstehenden, sondern auch den weiter entfernten Personen. Von Ferne sieht man jetzt eine lange Schlange stehen, die irgendetwas rufen, Breitfuss rast mit großen Vergnügen auf dem Katzenpflaster dahin, während die braven japanischen Touristen klatschen und fast jeder seine Kamera gezückt hat und wie wild fotografiert. Alle sind bester Laune. Da, mit einem Schlag ändert sich die Situation, mitten im schönsten Treiben tauchen zwei Polizeiwagen auf, es springen Polizisten heraus und marschieren schnurstracks auf Breitfuss und seinen japanischen Freund zu. Zuerst reden sie laut auf russisch, dann auf Englisch. Der Japaner schreit in die Menge auf Japanisch, dass sich die Leute verstreuen, auseinander gehen sollen. Es sei hier kein Auflauf erwünscht, Schifahren sei strengstens verboten. Drei Polizisten stehen direkt vor Breitfuss, der eine hält ihm die Schi und schnauzt ihn an auf Russisch. Der Japaner kommt gelaufen und erklärt, dass Breitfuss ein armer Tourist ist, der kein Wort Russisch versteht. Man erklärt dem Japaner, dass er verschwinden soll. Die restlichen Polizisten zerstreuen die Menschenmenge, langsam gehen die Menschen auseinander. Die anderen zwei mustern ihn, fragen nach Daten, Namen, Hotel, Breitfuss nennt den Namen seines Hotels und man telefoniert. Breitfuss muss warten, seine Sachen sind weg, Schi, Stöcke und Rucksack sind im Besitz der Polizei. Nach wenigen Minuten kommt einer der Polizisten hergelaufen, er hat gerade mit dem Japaner noch einmal diskutiert, und wirft Breitfuss einen sehr strengen Blick zu, redet mit seinen Kollegen, damit diese ihm seine Sachen aushändigen. Dann zeigt der erste Polizist wieder mit der Hand in eine Richtung und weist Breitfuss quasi vom Platz. Er soll verschwinden, zwei Minuten habe er Zeit. Breitfuss hat verstanden. Der Japaner kommt angelaufen, nimmt Breitfuss seine Sachen und zieht ihn schnell weg.

Japaner: Dear friend, You had good luck, the policemen are mostly friendly, but they…are very angry...come on…go in your hotel, please, it isn’t allowded to go skiing here…we will see us tomorrow, here, in the afternoon, and …dont forget me…if you are in Tokio.

Der Japaner zieht ihn ein Stück weiter, die Menge hat sich nun ganz zerstreut, die japanische Gruppe wartet ein Stück weiter. Jetzt heißt es Abschied nehmen von seinem neuen Freund. Breitfuss schluchzt fast, als er sich verabschiedet, dann winkt er ihm noch nach. Dann steht er abseits mit seinen Sachen, die alle am Boden liegen und blickt ihnen nach. Während er seine Schisachen einsammelt, überlegt er was zu tun ist.



Akt 4) Am Roten Platz in Moskau


Breitfuss steht am Platz und blickt der japanischen Touristengruppe hinterdrein, von seinem neuen Freund fehlt jede Spur, er hat ihm versprochen, ihn in Tokio zu besuchen, von der Polizei ist weit und breit nichts zu sehen, die Sachen hat er inzwischen zusammen getragen und diese liegen nun vor ihm am Boden. Breitfuss denkt nach, sinniert über die Japaner, die ihn mit großer Bewunderung beim Schilauf fotografiert haben. In Zukunft nimmt er sich vor, es ihnen gleich zu tun und ebenfalls wie echte Japaner alles zu fotografieren. Ihre Art und Weise hat ihm sehr zugesagt. Scharen von Russen und Ausländern ziehen an ihm vorbei, er beobachtet sie und sie ignorieren ihn wie vorher, als er noch ohne Schi herum geflitzt ist. Die Leute gehen ihren gewohnten Weg, ziehen an ihm vorüber bis auf eine kleine Gruppe von drei Mann, die ständig zu ihm herüberstarren. Es sind drei Männer, ein älterer und ein jüngerer, die sich sehr ähnlich sehen, Vater und Sohn, der andere ist etwas älter als der Jüngere. Die drei haben lange gewartet, die Polizei ist weg, schön langsam bewegen sie sich in seine Richtung, kommen plötzlich direkt auf ihn zu und sprechen ihn an.

1. Russe, Vater: Wie geht,…Kumpel? Freund. Du in Schwierigkeiten gewesen, du viel Blödsinn gemacht…Polizei geärgert.

Breitfuss (erstaunt): Ah…sie können deutsch, net russisch?

Vater: Natürlich spreche ich Russisch, bin ja Russe, stamme aus Moskau, bin hier geboren.

Breitfuss: Und do kennen sie deutsch?

Vater: War mehrere Jahre in Deutschland, habe dort gearbeitet, ich bin jetzt bei Familie (dreht sich um und zeigt auf seine Leute) Dort stehen Schwager und mein Sohn. Wir haben Geschäft,…wir verkaufen. Was machen du hier? Wir…wir sind gute Freunde (streckt ihm die Hand hin, nimmt sie, weil Breitfuss nicht reagiert, winkt den beiden Männern, Schwager und Sohn kommen, begrüßen Breitfuss mit Handschlag)

Vater: Aus welchem Land? Deutschland?

Breitfuss: Aus Wien, aus Wien bin ich. Heiße Ing. Engelbert Breitfuss, OGD von der MA 2412…Amt für….

Schwager: Was du hier machen? Kein Schnee mehr in Moskau, weshalb hier Schi-fahren wollen?

Breitfuss (grinst): Ich…bin hier…im Auftrag der Regierung.

Vater: Regierung? (schüttelt Kopf) Welcher Regierung? Russische?

Breitfuss (stolz): Auch…aber (klopft auf die Schi)…hab im Hotel ein Paar Schi…gehören Präsidenten.

Vater: Von Österreich?

Breitfuss: Ah wo, nein, dem von Russland natürlich!

Sohn (schaut komisch drein): Medvedev? Merkwürdig, unser Präsident bekommt diese Schi?

Breitfuss: Nein, sondern die, die ich im Hotel hab. Sie sind ein Geschenk von der österreichischen Regierung… und ich (blickt etwas herum und zeigt mit der Hand in eine bestimmte Richtung) hier…dort drüben…wird große Sprungschanze gebaut…dort! Kann man mit Schi fahren.

Vater: Im Winter, jetzt zu warm, Schnee ist weg. Warum (wirft Sohn und Schwager einen sonderbaren Blick zu, was so viel bedeutet, dass er Breitfuss nicht voll nimmt)…warum Schi herschenken? Weshalb Schanze bauen? Präsident hat erst im Herbst Geburtstag.

Breitfuss (kratzt sich am Kopf und überlegt, kramt aus seiner Tasche des Schianzuges einen Ausweis hervor, hat ihn zuhause dort hin gesteckt, der Ausweis wandert von Hand zu Hand, das Horrorfoto wird von allen drein mit Genugtuung betrachtet, ganz klar, sie sind sich sicher, hier einem geistig Gestörten gegenüber zu stehen, sie reichen ihm den Ausweis zurück, er verkündet - ganz in seinem Stolz): Ich…bin Abgesandte der Regierung…

Vater: Ja, ja…und weiter, was noch…der hier Schi fährt…ohne Schnee.

Breitfuss: Bin da wegen der Friedenskonferenz, ich …stifte Frieden!

Alle drei Männer schauen verlegen herum, damit haben sie nicht gerechnet.

Vater: Hier ist keine Konferenz, das wissen wir.

Breitfuss (etwas verärgert): Doch…gestern, sind zwei Maschinen von uns, von der AUA gelandet, direkt aus Österreich.

Schwager: Er meint wohl…das Flugzeug der österreichischen Handelsdelegation, kam gestern an, hab ich im Fernsehen gesehen, da geht es nur um ein paar Handelsabkommen, nichts besonderes.

Sohn: War eine Maschine, erinnere mich, nur eine, gestern gelandet…und viele Reporter gekommen.

Breitfuss (stinksauer, schreit): Ich bin auch gekommen, gestern am Abend mit einem Kollegen und einer Kollegin…und da waren keine Reporter, was erzählen sie da für einen Blödsinn?

Sohn und Schwager sehen sich an, beide: Ich...glaube, ja, heute ist Empfang bei Chef im Kreml oder so was ähnliches, ist nicht interessant für uns.

Schwager (fast zeitgleich): Ja, Einladung beim Präsidenten…hab ich gehört

Breitfuss (sehr verärgert): Ich ..ICH bin hier der Abgesandte der Regierung...und nicht irgendein anderer.

Vater: Wissen wir...und was noch? Was machen sie hier?

Breitfuss (verkündet stolz): Die Russen bauen hier eine Sprungschanze.

Vater: Am Roten Platz? Wer?

Breitfuss: Na die Regierung, ihre! Deswegen bin ich da, …probiere Strecke aus…ich such die Strecke!

Sohn (blickt herum und zeigt mit der Hand in jede Richtung): Und wo…ist Sprungschanze?

Breitfuss (etwas verlegen): Es ist noch keine da…aber das wird schon noch werden…sie wird sicher gebaut, das weiß ich.

Vater (winkt Sohn und Schwager zu sich): Wir sind gleich wieder zurück, müssen noch schnell telefonieren. (gehen weg ein paar Meter und tuscheln auf Russisch, kommen daraufhin zurück)

In der Zwischenzeit hat Breitfuss, die Polizei vergessend, die Schihaube und die Schibrille aufgesetzt, die Schi angeschnallt, um ein zweites Mal herumfahren zu können. Niemand nimmt von ihm Notiz, kein Tourist, keine Polizei, wohin man schaut. Jetzt sind die drei Männer da.

Vater: Was …machen da mit Schi?

Sohn (die Rollen betrachtend): Sind keine richtigen Schi.

Breitfuss: Doch…denn genau die Gleichen kriegt der Präsident von mir.

Schwager: Wer ist das?

Breitfuss: Na der russische Präsident, verstehen sie denn nicht? In naher Zukunft wird ihr Präsident auf so was herum flitzen, wenn die Schanze gebaut ist.

Vater: Hier ist …Rote Platz, nicht zum Schifahren geeignet, ist verboten zu fahren.

Breitfuss (wird verärgert): Wenn ich’s sag, dass die Russen…hier eine Schanze bauen, die wird gebaut und …dann fliegen die Russen dort drüben….so wie bei uns.

Sohn (erstaunt): Schispringen hier? Nicht Schifahren?

Breitfuss: Beides tun sie…im Winter kann man Schispringen und Schifahren.

Sohn: Wo ist …diese komische Sprungschanze? Ich seh keine.

Breitfuss (klopft ihm auf die Schulter beruhigend): Kommt schon noch, mein …Freund. Wird gebaut, die lässt der Ministerpräsident errichten, hab schon alles besprochen mit der Regierung, war a supertolle Idee von mir. Die Schanze hab ich der Regierung ans Herz gelegt.

Vater (nachdem er einen merkwürdigen Blick mit Sohn und Schwager gewechselt hat): Ist Anzug nicht zu warm? Sie schwitzen ordentlich.

Breitfuss: Ja…a wenig halt…ich komm erst so richtig ins Schwitzen…wenn ich da herum kurv, da ist a lange Strecken…da gerade aus am Platz.

Sohn: Wann wollen sie damit fahren…mit diesen komischen Sachen da?

Breitfuss (stolz): Ich bin schon Schi gefahren.

Vater: Wann?

Breitfuss: Vorhin…vor (schaut auf die Uhr)...vor einer halben Stunde…bei den japanischen Touristen…na, die waren alle begeistert, hat ihnen allen gefallen.

Sohn: Touristen? Aus Japan?

Breitfuss: Ja! Die haben geschaut und geklatscht…und mich ständig fotografiert.

Vater (kommt eine Idee): Wir …sind gute Freunde, wir …helfen dir, beim Bau der Sprungschanze...hm...dafür hilfst du uns auch…ein wenig. (holt aus der Tasche eine Zigarettenpackung heraus, überreicht Breitfuss eine Zigarette)

Breitfuss (schüttelt zuerst den Kopf, dann nimmt er sie an, steckt sie verkehrt in den Mund, Sohn zieht sie heraus und steckt sie richtig hinein und zündet sie an, Breitfuss zieht an und fängt fürchterlich zu husten an, zuletzt spukt er sie aus voller Zorn, weil er fast erstickt ist. Sohn klopft ihm auf den Rücken und redet auf ihn beruhigend ein)

Sohn: Wir sind gut…Freund…wir helfen dir.

Schwager: Die besten Freunde…die du haben wirst. (nickt Vater und Sohn zu, diese beiden werden noch freundlicher)

Vater: Wir arbeiten für dich, helfen dir bei Bau, bauen für unseren lieben, guten Freund aus Österreich…provisorische Sprungschanze…hier für dich, umsonst, kostet nix…und du darfst fahren, solange wie du willst...wir schauen alle zu…

Breitfuss: Is wahr?…solche Freund’ find ich da? Zuerst den einen netten Japanern..

Sohn: Wir.. bessere Freunde, sehr gute Freunde. Wir wollen …morgen dich hier sehen…supertollen österreichischen Schi-Fahrer aus Wien.

Vater (umarmt Breitfuss): Wir ...bedanken uns bei österreichischen Regierung für Vertreter, du bist ein toller Mann (Breitfuss grinst über das ganze Gesicht), zeig uns mal, wie du mit Schi fährst? Am besten jetzt gleich.

Breitfuss (fühlt sich sehr geschmeichelt): Ich bin der Engelbert, sag…einfach Engelbert zu mir, brauchst net Ingenieur zu mir sagen (klopft jedem der drei Männer auf die Schulter und jedes Mal schreit er laut: ich bin der Engelbert, umarmt jeden der Männer der Reihe nach und grinst abscheulich, frisiert sich die Haare mit seinen Händen, holt die kleine Digitalkamera heraus, die er in seinem Overall hat und die er noch nie benutzt hat, und will von allen vieren ein Foto schießen. Er ist so überglücklich, dass er fast heult...) …bin der Engelbert von der MA 2412, Abgeordneter der österreichischen Friedensdelegation (zückt noch einmal die Kamera, der Vater schaltet sie ein und hält sie richtig, Breitfuss drückt ab, man sieht nur den Unterleib von allen, die Beine, Vater hält die Kamera etwas höher, jetzt sie man nur die Köpfe, Breitfuss setzt sein schönstes Lächeln auf, die drei Männer spielen bei diesem Theater mit, sie lassen alles ruhig an ihnen vorüber gehen. Endlich hat Breitfuss ein passendes Foto gemacht, er grinst abscheulich in die Kamera...zufrieden räumt er diese weg, zurück in die Tasche seines Overalls. Den Männern ist dieser Auftritt mehr als peinlich, doch sie halten sich zurück. Der Vater gibt dem Sohn einen Stoß, was bedeutet, er solle sich zusammen reißen, und wirklich Sohn verzieht nicht das Gesicht, zeigt aber seinem Vater, dass Breitfuss ein Volltrottel ist, zeigt ihm den Vogel. Breitfuss merkt davon nichts, er ist zufrieden mit der ganzen Situation)

Vater: Zeig uns jetzt…wie du mit Schi fährst.

Breitfuss: Gerne…meine lieben, herzensgute Freunde…wie du heißen? (deutet auf Vater)

Vater: Alexander, und das ist mein Sohn Sergej und dort Schwager Leonid.

Breitfuss: Engelbert…umarmt der Reihe nach alle und küsst jeden einzelnen (die sind ziemlich verärgert über diese Dreistigkeit, Vater teil einen Wink aus, Sohn und Schwager sollen den Mund halten, sind schon sauer wegen seiner Blödheit)

Schwager: Wir ..wollen sehen, ja zuschauen…

Breitfuss stellt sich hin, richtet sich her, zupft sich zurecht, zupft an seinem Gewand herum, macht sich fesch und grinst, richtet sich die Schibrille und Mütze noch einmal und geht in die Hocke, zunächst ein wenig und dann immer tiefer, fast wäre er gepurzelt in dieser Stellung. Dann nimmt er seine Stöcke und fängt zu fahren an, macht dabei einige komische Bewegungen in der Luft. Mit den Schistöcken kriegt er einige Schwierigkeiten, hat Probleme mit der Koordination des rechten und linken Stockes, nach wenigen Metern liegt der eine Stock am Boden und er fährt mit nur einem weiter. In seiner Verzweiflung will er umkehren und kriegt das mit einem Stock nicht hin, schafft die Kurve nicht, sondern saust weiter und hofft, dass er mit Stock bremsen kann. Endlich steht er in einiger Entfernung, erschöpft und völlig erleichtert, dann schafft er es sich umzudrehen, mit den Schi, die sich leider ineinander verspießt haben. Auch das kriegt er auf die Reihe, wobei er ordentlich schimpft und mit den Armen herumfuchtelt, weil er sonst das Gleichgewicht verlieren würde. Aber – er schafft es, wieder gerade zu stehen, die Schi sind parallel und dann geht er so richtig in die Hocke wie ein Alpinschifahrer und landet, nachdem er ein ordentliches Stück zurückgefahren ist, am Boden. Der Sohn hat in der Zwischenzeit den Stock aufgehoben, er, sein Vater und sein Schwager haben mit Genugtuung diesem lustigen Schauspiel beigewohnt, sie sind zufrieden über den Ausgang dieser Fahrt ihres Spaßvogels. Der Schwager hat dem Vater gerade einen Stoß Geldscheine in die Hand gedrückt, der Vater steckt sie ein in die Tasche. Der Sohn läuft zu Breitfuss, um ihm beim Aufstehen zu helfen.

Sohn: Wunderbar...phantastisch,…guter Schifahrer.. wir bewundern dich…wir bauen für dich gerne Sprungschanze, aber morgen…heute (zeigt auf die Uhr)…ist es zu spät…du morgen kommen um 6 Uhr, hierher. Dann ist Sprungschanze fertig…dann kannst du fahren.

Breitfuss (grinst): Morgen sechs Uhr…hm, etwas früh, Sergej. Da schlaf ich noch in meinem Hotel…um 7 oder halb acht gibt es das Frühstück…weißt, a gutes Essen brauch ich schon.

Sohn: Sprungschanze ist aber fertig um 6 Uhr…komm zurück zum lieben Papa...er mach sich Sorgen (schiebt Breitfuss am Arm in Richtung Vater und Schwager, mitsamt seinen Schi)

Vater: Engel-bert…bist einverstanden…wir machen gutes Geschäft…du fährst morgen mit Schi…und von uns bekommst du tolle Sprungschanze.

Breitfuss (grinst): Ja, sehr schön…ich freu mich so…nur etwas zeitig in der Früh, findest net…etwas im Magen brauch ich schon…in der Früh schlaf ich noch und dann aufstehn…

Sohn: Kein Problem für uns…wir holen dich vom Hotel ab

Schwager: Brauchen nur Namen wissen...kommen mit tollen Auto und bringen unseren guten Freund…hierher...zu seiner lieben Schanze.

Vater: Die beiden bringen dich hierher…zu uns…kannst dir dann die Sprungschanze anschauen…und frühstücken mit uns, bei uns…ein echte russisches Frühstück.

Breitfuss: Essen? Bei euch?...Echt? hm…

Vater: In feinem Restaurant, wir bezahlen selbstverständlich, du…unser Gast und Freund, …echtes russisches Spezialfrühstück…(leise zu Breitfuss) mit Wodka (grinst)…und Kaviar

Breitfuss (rinnt das Wasser im Mund zusammen, Vorschlag gefällt ihm): Ich…ich weiß net…meine Leut'…werden mich suchen…bin net allein…

Sohn: Nix Boss davon erzählen.

Breitfuss: Ich bin ja der Chef, der Kollege…und die Frau Kollegin…sind meine Angestellten…

Vater: Umso besser. Wenn du der Chef bist, brauchen anderen nix wissen, Chef kann machen, was er will. Wir erwarten dich morgen mit schönen Limousine, fahren hierher, begutachten die tolle Sprungschanze…und dann gehen wir gemütlich Frühstücken in feines Restaurant…alle miteinander…

Sohn: …und später du fahren für uns, uns zeigen deine Künste, wie fährt österreichischer Schiweltmeister, wird phantastik…du unser bester Freund, Engelbert, wir lieben dich. Abgemacht, Freund? (klopft ihm auf die Schulter, die anderen sind sehr freundlich)

Vater: Guter Freund aus Österreich, bester Freund.

Breitfuss (ist sehr angetan und sehr gerührt): Ich glaub’s einfach net, fahr hierher …und schon nach wenigen Stunden treff' ich die nettesten Leut' (heult fast) so liebe Freund, da ist euer Engelbert…und morgen bin ich da…vor dem Hotel…um sechs.

Sohn: Nein, halb sechs…vor Hotel, um sechs schon hier.

Vater: Ja, halb sechs, wir müssen mitten durch den Verkehr, in der Früh viel Stau…brauchen Zeit wegen der Autos…hier Geschenk für dich, schenk dir eine glitzernde Herrenuhr…hier…für meinen neuen Freund Engel-bert.

Breitfuss (entzückt über die Uhr): Sehr schön…de Uhr.

Sohn: Du auch guter Freund… Geschenk geben, mein Vater, dir helfen.

Breitfuss (zieht seine teure Uhr vom Handgelenk und reicht sie dem Vater): Geschenk aus Österreich, für Leonid.

Sohn: Nein, Vater heißt Aleksander, Alek-sander.

Breitfuss: Freund Alek-sandar, hier deine Uhr.

Schwager: Morgen, Uhr einstellen, fünf Uhr aufsehen, anziehen und dann halb sechs vor Hotel.

Breitfuss (nickt): Ich schleich mich hinaus…keiner von meinen Kollegen wird mich sehen, hinaus aus dem Hotel…

Vater: Du bist Boss… du hast zu bestimmen, deine Leute nicht wissen müssen, immer, was du machst, wo du bist. Chef ist Chef. Uhr von dir, sehr schön, tolles Geschenk…wir die besten Freunde.

Sohn: Wir müssen jetzt gehen…nur noch…

Vater: Namen …vom Hotel wissen.

Breitfuss (zückt eine Karte heraus, Vater liest laut vor und spricht etwas auf Russisch)

Vater: Sehr gut, wir …dich morgen abholen, pünktlich sein, du...im selben Kostüm, Schianzug, Schibrille und Mütze wiederkommen.

Alle verabschieden sich und die drei Männer sind verschwunden. Breitfuss sieht ihnen noch lange nach, da ist von den drei nichts mehr zu sehen, er ist zufrieden mit sich selbst, hat in kürzester Zeit neue Freunde gewonnen. So vergehen Minuten und er steht noch immer da, bis ihm jemand auf die Schulter klopft, dann ein zweites Mal und weil er sich nicht rührt, beim dritten Mal ordentlich fest zieht. Jetzt merkt Herr Breitfuss, dass er nicht alleine ist, vor ihm haben sich zwei Polizisten aufgepflanzt, die ihn von oben bis unten mustern und ihn auf Russisch ansprechen. Sie werden immer unfreundlicher je länger Breitfuss schweigt. Dieser versteht natürlich nichts, ahnt aber nichts Gutes.

SZENENWECHSEL

In der Zwischenzeit sind die drei Männer weitermarschiert, dann an einer Ecke stehen geblieben, gemütlich rauchen sie jetzt und rekapitulieren das soeben Vorgefallene.

Vater: Der Kerl war eindeutig nicht ganz dicht, völlig beklopft…ist ein guter Fang für uns, morgen machen wir ein gutes Geschäft.

Sohn: Wie kann man nur so blöd sein und eine teure Uhr verschenken.

Schwager: Zeig her,…dass dieser Idiot die Glassteine für echt gehalten hat…was hast du morgen vor, Iwanov?

Vater Iwanov: Wir nutzen die Chance und bringen diesen Dreck auf den Roten Platz…in aller Herrgottsfrüh…das erspart Zeit und jede Menge Geld …und du (meint Sohn)…baust ihm morgen die Sprungschanze.

Sohn: Bist verrückt? Wieso ich? Wie komme ich dazu, diesen Wahnsinnigen um halb sechs Uhr abzuholen.

Iwanov: Nichts tust du, verstanden? Du lässt ihn eine Stunde lang schmoren in der Kälte, er soll in der Früh ein bisschen frieren. Ihr beide macht das Geschäft wie jeden Tag, ladet jedoch den Krempel dort beim Kreml ab

Schwager: Und was tust du anschließend mit diesem Deppen?

Vater: Du hilfst mit beim Schanzenbauen, wenn Sergej nicht zurecht kommt.

Schwager: Was?

Iwanov: Wie ich schon sagte, du nimmst das Zeug und legst es so ab, dass man irgendwie darüber fahren kann, …dass er hinunter kommt mit seinen Schi. Die ersten Touristen kommen nach 8. Uhr, 8.30, da muss die Schanze fertig sein, also sputet euch in der Früh, dass ihr das Zeug los werdet. Wenn ihr fertig seid, holt ihr ihn ab…wie hieß er doch?

Sohn: Endel-bert, komischer Name, soll Abgesandter sein.

Iwanov: Ist uninteressant für uns, wer er ist. Ihr holt ihn ab und bringt ihn zu mir in mein Restaurant, setzt ihm ein ordentliches Frühstück vor mit etwas Wodka, aber passt auf. Der Kerl muss nachher noch Schifahren können. Lasst ihn nicht voll laufen…wir brauchen ihn noch nachher.

Sohn: Und wenn wir fertig sind? Was dann? Was geschieht mit ihm?

Schwager: Polizei wird sich schon um ihn kümmern, denen entgeht nichts…der kommt nicht weit…so wie der ausschaut, wenn wir fertig sind, verduften wir. Du nimmst wie immer den grünen Wagen und parkst ihn in der Nähe. Der komische Vogel wird gar nicht merken, dass wir schon weg sind.

Iwanov: Noch etwas? Nein? Gut, dann vergesst morgen nicht die kleine Kassa mitzunehmen.

Sohn: Welche Kassa? Wir haben nur… die alte.

Schwager: Die ist schon verrostet.

Iwanov: Umso besser, da fällt sie nicht auf…und jetzt zischt ab, ich schau noch einmal hinüber und schau, was der Kerl treibt. So ein Dummkopf, verschenkt seine teure Uhr…irgendwann wird er draufkommen, dass er von uns nur einen Plunder erhalten hat.

Sohn: Wenn er’s bemerkt.

Iwanov: Ihr…ihr verschwindet schleunigst, morgen haben wir jede Menge Arbeit.

Iwanov schleicht davon in die Richtung, wo Breitfuss noch immer wartet, dieses Mal umringt von Polizisten. Wie Iwanov die Exekutive sieht im Gespräch mit seinem neuen „Freund“, macht er schleunigst kehrt und lauft zu seinem Auto. Sein Sohn und der Schwager sind schon fort.

SZENENWECHSEL

Breitfuss ist in ein Gespräch mit der Exekutive verwickelt, bei dem er kein Wort versteht, also tut er so, als wäre niemand vorhanden. Der eine Polizist hat einen Schistock aufgehoben, hält ihn in der Hand, in der anderen hat er sein Funkgerät und redet. Breitfuss blickt in das finstere Gesicht eines der Beamten.

1. Polizist (verärgert auf Russisch): Was fällt Ihnen ein? Hier ihre Sachen am Boden hinschmeißen…das ist nicht irgendein Platz…das ist ein besonderer Platz…und was machen sie hier in diesem Aufzug hier? Ich verlange eine Antwort von ihnen, schauen sie mich gefälligst an…wenn ich mit ihnen rede….Sie sind wohl aus dem städtischen Krankenhaus ausgebrochen…verrückter Kerl…versteht nichts….reagiert nicht. Sind sie taub…ich rede mit ihnen (wird lauter)…wie sie aussehen in dem Kostüm…wir haben nicht Faschingszeit. (zeigt auf den Schioverall und brüllt) Was soll das? Wir haben Frühling, die Sonne scheint, nicht Winter…(Kollege kommt zurück)

2. Polizist: Was gibt’s? Redet er schon? Hab um Verstärkung angesucht. Was ist mit diesem Wahnsinnigen da? Wir haben nicht unsere Zeit gestohlen. Was sagt er?

1.P.: Er sagt nichts, versteht kein Wort, schau ihn dir an, der grinst nur blöd…stammt wahrscheinlich aus dem Irrenhaus…hat die ganze Zeit mit dem Schistock herum gestochert. Wieso muss uns das passieren? Wir haben in einer halben Stunde Dienstschluss, jetzt können wir eine weitere anhängen wegen diesem blöden Kerl hier…was sagen die Kollegen?

2.P: Nichts Konkretes….dass der net schwitzt…endlich haben wir a Sonne, Frühlingstemperaturen, die meisten gehen in kurzen Ärmeln und dieser da…

1.P (beobachtet zusammen mit Kollegen Breitfuss): Er grinst nur blöd, schau, wie er sich aufführt (Breitfuss geht in die Hocke wie ein Schifahrer)…der ist doch net ganz normal…so wie der sich aufführt…ich versteh ihn nicht und er uns nicht.

2.P.: Hast ihn schon auf Englisch gefragt?

1.P.: Englisch? Glaubst du, dass der weiß, was das ist…der kann sicher kein Wort Englisch, dieser Vogel.

2.P.:Probiers halt noch einmal, ich red noch einmal mit unseren Leuten…warte…(er spricht kurz und legt dann auf)…die wollen uns niemanden schicken, sagen, wir sollen selbst mit ihm fertig werden…es ist ja nur einer.

1.P.: Ja, aber ein Idiot…schau, was der treibt (Breitfuss putzt sich sein Gewand, setzt die Mütze und die Brille ab, weil er fürchterlich schwitzt und kramt aus einer seiner vielen Taschen einen kleinen Spiegel. Stellt sich hin und schaut hinein und richtet sich seine Haare, sein Toupet.

2.P.(sieht dies und stellt sich direkt hinter ihm, dass er auch in den kleinen Spiegel hinein schauen kann, verärgert zieht ihn Breitfuss weg und grinst ihn freundlich an, er hat sich an die Ermahnungen von Yoko und seinem Freund in seinem Büro erinnert, dass die Asiaten immer freundlich lächeln): Eitel ist der auch, siehst du das…hast den seine Frisur gesehen…schaut aus wie eine Figur aus dem Horrorkabinett und trägt falsche Haar, oh Graus, und dann fummelt er in aller Öffentlichkeit hier am Platz in seinen Haar herum und …dieser blöde kleine Spiegel…(jemand meldet sich über Funk) ..Was sollen wir mit diesem eitlen Gockel hier? Hat falsche Haar…nein, eine Perücke ist es nicht, nein…ein Toupet…der Kerl reagiert nicht, der putzt sich,….jawohl der putzt sich andauernd seinen Anzug…der fährt mit Schi herum…nein, wir wissen nicht, wer er ist…schaut’s nach, ob einer ausgebrochen ist!

1.P.: Was ist?

2.P.: Wir sollen ihn einfangen und entfernen, schön langsam werden die Leute aufmerksam und rennen zusammen.

1.P.: Und wie, wie sollen wir den schnappen? Der hat viel zu lange Schistöcke.

2.P.:Das sind…doch keine Schi-, sondern Wanderstöcke, wenn mich nicht alles täuscht…wenn du mich fragst, hat der einen ordentlichen Dachschaden…und wie der grinst…diese komischen Rollen unter den Schi…wer trägt so etwas schon…warum nimmt der die Schi mit?

1.P.: Naja, vielleicht stammen's aus irgendeinem Museum.

2.P.: Nein, die schauen neu aus…versteh ich net. (er wird noch einmal angefunkt) Was? Wie er ausschaut?...Ja...ja, so ist er…hat einen dunklen Schioverall an…mit Brille…hat er auch, ja,…und Schi…nein, das sind Wanderstöcke….Was? Wie bitte? Er ist schon einmal ermahnt worden… vom Platz verwiesen worden?...vor ein, zwei Stunden?...Ja! …wir machen kurzen Prozess. (steckt das Funkgerät weg)…Jetzt reicht es. Die haben gesagt…dass er weiß, dass er hier nicht fahren darf…hat vorhin Japaner aufgewiegelt…und Englisch versteht er auch…wir werden’s diesem Alten da zeigen…uns für blöd verkaufen…der gehört eigentlich eingesperrt…

1.P.: Was tun wir mit ihm?

2.P.: Wir ziehen ihn aus dem Verkehr.

1.P.: Wer ist das?

2.P.: Ein Rindvieh ist das, irgendein Gestörter von einer ausländischen Regierung…gestern soll er gekommen sein…sie haben ihn vor einigen Stunden eingehendst ermahnt, dass er a Ruh geben soll. Zwei Männer haben’s auf ihn angesetzt zwecks Beschattung…es hat alles nix geholfen. Er ist ihnen ausgebüchst…wie ein Wiesel ist er ihnen entflohen…

1.P.: Wer? Er? Ein Entflohener?
2.P.: Der komische Vogel da…ist ein hohes Vieh, verstehst, ein Abgesandter einer Regierung, er ist seinen Bewachern entflohen…wir sollen ihm nichts tun, er muss nur vom Roten Platz verschwinden, da hat er nichts verloren…los, komm, wir machen nicht viel Federlesen, du schnappst ihn von links und ich ihn von rechts.

1.P.: Und wenn er sich wehrt?

2.P.: Der ist doch zu blöd dazu, merkst du das nicht? Sieh dir doch diesen Kranken an! (Breitfuss hat jetzt eine Bürste in der Hand, aus einer seiner vielen Taschen und bürstet sich seelenruhig vom Schioverall den Staub, dann bürstet er sich weiter seine Haare und steckt die Bürste in den Rucksack. Er grinst über das ganze Gesicht, jetzt schaut er ganz sauber aus, stolz beliebäugelt er seine neue Uhr, die keine fünf Euro wert ist, dafür aber schön im Sonnenlicht glitzert.)

Vorsichtig nähern sich die beiden Polizisten dem OGD, der so tut, als wüsste er von nichts. Gerade in dem Moment, in dem sie ihm Handschellen anlegen wollen, bückt er sich, weil der Spiegel in seiner Tasche zwickt, will ihn herausziehen, um ihn ordentlich hineinzustecken, als er bemerkt, dass die beiden Polizisten dicht neben ihm stehen. Und weil er glaubt, dass er ihm nächsten Moment umfällt, schnappt er sich in Eile die Schistöcke, die beide da am Boden liegen. Durch die Bewegung stößt er an die beiden Männer an, stößt sie fast um, seine Schi kommen durch die Rollen in Bewegung, und er bewegt sich fort. Der eine der beiden Männer kugelt jetzt wirklich zu Boden, der andere greift in die Luft, beide brüllen laut auf und fangen zu schimpfen an. Breitfuss nutzt diesen Moment, um zu entkommen, holt mehrmals Schwung und schon ist er weg. Der erste Polizist holt blitzschnell sein Funkgerät und brüllt hinein, dass er Verstärkung braucht, weil der Täter geflohen ist, der zweite nimmt die Verfolgung auf. Dieser rennt hinter ihm her, erkennt aber rasch, dass er ihm Nachteil ist, Breitfuss ist mit seinen Schi einfach schneller. In den nächsten Minuten versammeln sich die Leute rasant, alle schauen, was da los ist, warum die Polizisten brüllen und durch die Gegend laufen. Auch Breitfuss hat bemerkt, dass die Leute sich umdrehen und ihm ausweichen, so fährt er im Eiltempo auf den Platz und entfernt sich immer mehr von den Polizisten. Der eine hat nun eingesehen, dass eine Verfolgung zwecklos ist, da entdeckt er einen Jugendlichen mit einem Skateboard. Er stürmt hin, redet auf ihn und die Umstehenden ein, dann ergreift er das Skateboard und saust Breitfuss hinterdrein. Jetzt ist er zwar schneller, doch Breitfuss ist weit und breit nicht zu finden. Die Menschen machen Platz und staunen, so etwas hat es hier noch nicht gegeben, ein Polizist, der in Windeseile dahin flitzt und auf die Leute schreit, sie sollen Platz machen. In der Ferne ist plötzlich Sirenengeräusch zu hören, die gewünschte Verstärkung kommt angerast, es sind zwei Polizeiwagen, die, als sie den eine Polizisten auf seinem Rollbrett erreicht haben, kurz stehen bleiben. Der Polizist erklärt kurz, in welche Richtung Breitfuss geflüchtet ist, der eine Wagen nimmt die Verfolgung auf, während aus dem zweiten Wagen, die Polizisten aussteigen und die Leute ausfragen. Bald sieht man, wonach sie suchen. Ein jüngerer Mann hat in seinem Rucksack Inlineskater, sie wandern in die Hand des einen Polizisten, der in Eile seine Schuhe abstreift und die Inlineskater anzieht. Jetzt kann er sich wie sein Kollege auf die Suche machen. Das Polizeiauto hat es schwer, durchzukommen bei diesen Mengen von Touristen, sie können nur langsam fahren.
Breitfuss ist seelenruhig, von nichts ahnend, sehr weit gefahren, von ferne sieht er die goldenen Kuppeln, da, auf einmal bleibt er stehen, er erkennt japanische Touristen und ist neugierig geworden. Was gibt es hier zu sehen? Nicht viel, nur eine große Glocke und ein riesiges Stück von ihr, das heraus gebrochen ist. Er mischt sich unter die Zuhörer, lauter Touristen, die von einem Führer über diesen Ort aufgeklärt werden. So entgeht er dem Polizeiwagen, der vorbeifährt und niemanden auf Schi erblickt. Die Umstehenden haben von seinen Schi wenig mitbekommen, erst als die Menge sich wieder zerstreut und weiter marschiert, wartet Breitfuss die Menschen ab, damit er Platz hat zum Fahren. Von der Polizei ist nichts zu sehen. In der Zwischenzeit rasen drei Polizisten mit Inlineskater in der Gegend herum, verfolgt von dem einen Polizisten auf dem Skateboard. Die Menschenmenge hat dieses Schauspiel mit Begeisterung aufgenommen, alle stehen, schauen und fragen sich, was da eigentlich los ist, denn ein Täter ist weit und breit nicht zu sehen. Dieser ist den Touristen gefolgt und hat völlig unerwartet seine geliebte Kremlkirche entdeckt, von der Herr Weber behauptet hat, dass darin der russische Präsident wohnt. Er fährt gemütlich mit seinen Schi hin, die Leute staunen ihn an, er grinst freundlich zurück und kramt seine digitale Kamera hervor. Auf den Schi steht es sich allerdings mehr als wackelig, Breitfuss braucht eine ruhige Hand, sodass er sich die Schi abschnallt und diese am Boden liegen lässt. Auch von seinen Schuhen trennt er sich, denn sie sind ihm beim Fotografieren hinderlich, er lässt sie kurzerhand wie die beiden Schi verstreut liegen. Die Leute haben jetzt die Polizei gesichtet. Diese fragt sich durch und erhält Meldung, wo sich der Verrückte aufhält. Man sieht das Auto rasen, vorbei an einer langen Menschenkette, dahinter die Polizisten in ihren „Rollschuhen“. Breitfuss ist zur Kirche spaziert, die er in seinen Prospekten vom Reisebüro so oft bewundert hat, und zückt seine Kamera. Sie ist zu groß und passt nicht in seinem Rahmen hinein, er macht ein paar Schritte dorthin und dahin, doch sie passt einfach nicht. Dann hat er eine tolle Idee, wie nur Japaner sie haben können. Zunächst kniet er nieder und findet, dass diese Idee nicht schlecht ist, noch besser aber ist es, am Boden liegend, flach am Bauch von unten nach oben die ganze Kirche zu fotografieren. Er ist ganz zufrieden, die Leute, die herum stehen ignoriert er einfach, das wird ein tolles Foto werden und seine Frau Gemahlin wird ihn dafür bewundern. Der erste Polizist auf Inlineskater schafft es durch die Menge zu kommen und sieht Breitfuss am Boden liegen, wie er ein Foto nach dem anderen macht. Die anderen kommen angefahren, zuletzt das Polizeiauto, alle Polizisten springen heraus und beziehen Stellung, halten die Menge zurück. Vor Breitfuss’s Kamera wird es mit einem Schlag finster wie in der Nacht, die Kirche ist verschwunden. Er hebt etwas den Kopf und sieht Räder, dann Schuhe und zuletzt die Polizisten. Langsam richtet er sich auf, kniet, dann steht er und grinst noch unverschämter, zuletzt will er dem einen die Hand reichen zum Gruß.

Breitfuss: My name is…Ing. Engelbert Breitfuss. I …am from Austria..I…am here for …the peace of the world,…the whole world. My government has sent me to you…(stottert weiter, weil die Polizisten sich immer mehr nähern und finster anstarren)…to you…to help all people…äh..hm, (den auswendig gelernten Text hat er vergessen)…to make peace, you unterstud me…my friends.

Ein zweites, dann ein drittes Polizeiauto fährt vor, es wimmelt nur so von Uniformierten. Breitfuss redet nichts mehr, sondern steht schweigenden Männern gegenüber, die ihn am liebsten lynchen würden. Im letzten Wagen, der vorfährt, steigen Leute aus, unter diesen befinden sich Herr Weber und Frau Knackal. Alle sind gespannt, was jetzt passieren wird, alle fragen sich, ob dieser Wahnsinnige endlich verhaftet wird. Knackal rennt im Miniröckchen ein Stück vor, wird aber von einem Polizisten am Weitergehen gehindert. Sie winkt Breitfuss zu und ruft etwas, was nicht zu verstehen ist. Weber macht ein paar Schritte vorwärts, bleibt aber stehen, er gönnt Breitfuss diese Blamage. Er sieht noch, wie Breitfuss von Polizisten in die Mitte genommen, abgeführt und ins Auto gezogen wird, Knackal fängt zu jammern an. Die Menschen sind zufrieden, endlich ist dieser Unruhestifter gefasst worden, in der Menschenmenge erkennt man plötzlich Herrn Klaus in einem feinen Anzug, der dem Auto, in dem Breitfuss sitzt, nachblickt. Knackal hat Klaus nicht bemerkt, wohl aber ein paar andere Herrn, die diesen Unbekannten, der auf einmal wie aus dem Nichts aufgetaucht ist, lange beobachten.


Akt.5)

Im Hotel sitzen die beiden Männer des österreichischen Geheimdienstes bei Tisch und spielen Karten, dieses Mal geht es nicht um Mozartkugeln, denn diese sind bereits von beiden verspeist worden. Es ist spät in der Nacht. Bisher wurde nur gespielt, wenig geredet, die Laune der beiden ist ziemlich schlecht. Endlich beginnt der eine, weil er diese Party verliert.

1. GdM.: Lassen wir es sein, ich hab heut schon so genug, da brauch ich noch net noch so a Niederlage.

2.GdM.: Du hast nur verloren, hast schlechte Karten g’habt, mehr nicht, aber wie du willst. Wenn ich an den OGD wird mir auch schlecht. Wie kann man sich nur so aufführen und das in diesem Land.

1.GdM.: Die haben in Wien schon g’wusst, warum sie uns auf den Herrn angesetzt haben…trotzdem is es a Frechheit…wir hätten aufpassen sollen. Der ist doch kein kleines Kind, wenn der uns abhaut, was solln wir tun?

2.GdM.: A Unverschämtheit war des, uns kurz vor dem Abflug mit zwei solchen Volltrotteln zu betrauen…und jetzt kriegen wir sogar Verstärkung, die Russen haben des verlangt von der Regierung, sonst, schalten sie sich ein. Wie wenn wir mit diesen zwei Deppen net fertig werden würden.

1.GdM.: Was willst machen, wenn er wieder davon rennt?

2.GdM.: Nachlaufen tu ich dem wirklich net, solln sie ihn doch endlich einsperren. Wir haben die beiden beobachtet, diesen Glatzkopf…

1.GdM.: Der hat Haare.

2.GdM.: Ja, aber falsche, also dieser OGD, dieser Breitschopf oder Breit…

1.GdM.:…fuss, heißt der, von der MA 2412, ich möchte nur wissen, was der in seinem Büro macht,… was ist des überhaupt für eine Abteilung?…

2.GdM.: ..der ist vom Weihnachtsreferat…und was er dort macht, weiß ich nicht…auf jeden Fall hat er die ganze österreichische Delegation blamiert. Gott sei Dank waren die russischen Politiker heute beim Empfang sehr galant und haben darüber hinweggesehen, über diese Herren gibt es ja nichts zu sagen, wir, ich mein, die Österreicher sind sehr freundlich empfangen worden…hat zumindest dieser eine, da erzählt…

1.GdM.: …ja, der Herr Weber, der so falsch singt…diese komische Blondine in diesem unmöglichen Aufzug…

2.GdM.: …die fährt mit dem Aufzug?

1.GdM.: Nein, ich mein, ihre Frisur und die Fetzen, die die trägt, kommt sich wahnsinnig chic vor…

2.GdM.:…die will halt die Russen beeindrucken, Mann hat’s auch keinen…ich weiß nur aus sicherer Quelle…das darfst aber net weiter erzählen, dass a Liaison mit ihrem obersten Chef, dem Herrn Sektionsrat, hat. Seine Freundin ist halt…und sie soll seiner schon recht überdrüssig sein,….jetzt sucht sie sich an schönen Chinesen oder Japaner…

1.GdM.: Woher weißt du das?

2.GdM.: Hörst, bin ich beim Geheimdienst, oder net? Ich schlaf net so wie du, zufällig weiß ich doch einiges und das stimmt, darum hat sie all diese komischen Klamotten gekauft, um sich einen Mann anzulachen…denn die zwei Typen, die bei ihr im Büro herum rennen,…na, die kannst vergessen…

1.GdM.:..der eine ist hässlich und blöd obendrein…

2.GdM.:…und der andere blöd und schiach und singen kann er net, nur falsch.

1.GdM.: Wenn das stimmt, was uns jetzt unser Chef erzählt hat, dass wir alle schon seit Wochen und auch hier vom russischen Geheimdienst bespitzelt werden…wegen dieser zwei Deppen da, …normalerweise arbeitet man zusammen…

2.GdM.:…denen sind wir nicht gewachsen, haben’s behauptet, wir würden uns zu wenig um die zwei kümmern. Ich hab die ganze Zeit vor seiner Tür gelauert und ihn nicht aus den Augen gelassen. Ich frag mich, wie der verschwinden kann.

1.GdM.: Das ist doch sonnenklar, auf die Toilette bist gegangen und in der Zwischenzeit ist er abg’haut.

2.GdM.:Das Badewasser habe ich gehört und wie er geredet hat, wie sei Alte…und dann hat er vor dem Spiegel mit dem Präsidenten g’sprochen. Der glaubt noch immer, dass er eingeladen, vorgeladen wird zu dem. Der ist ja völlig bescheuert. Der nimmt seine alten Paar Schi vom Onkel net in Empfang, und nachdem er heute der Polizei gezeigt hat, wie man mit diesen Rollen am Roten Platz herum kurven kann, wird der Präsident sie niemals annehmen. Die landen sicher im nächsten Müllcontainer. A bodenlose Frechheit war des, uns die Schuld zu geben, wir sind brav im Hotel gesessen und haben sein Zimmer bewacht.

1.GdM.: Du meinst, das leere, denn leer muss es gewesen sein.

2.GdM.: Woher soll ich das wissen? Wir haben doch net viele Geräte mit, haben zu uns gesagt, das sind zwei harmlose Männer, das wär'' ein Kinderspiel für uns. Den einen brauchen wir nur musizieren lassen und den anderen sollen wir vor einen vollen Esstisch setzen, dann hätten wir unsere Ruh. Jetzt sehn’ sie es selbst, die haben in Wien die beiden Beamten total unterschätzt.
1.GdM.: Hast recht, und wir können’s ausbaden. Wenn wir das nächste Mal nicht aufpassen, erledigen sie die Angelegenheit selbst, auf ihre Art. Na, der Chef schickt uns jetzt einen weiteren Kollegen, der das Kommando übernimmt, dem wünsch ich viel Glück, dem jungen Bürschchen, der wird sich noch wundern und sich beim Herrn Breitfuss die Zähne ausbeißen.

2.GdM.: Wann kommt er?

1.GdM.: Der müsste schon da sein, der hat sich gleich in die nächste Maschine nach Moskau gesetzt. Der soll sich einen Plan zurecht legen, wie er diesem Unruhestifter das Handwerk legen soll. A solche Blamage. Wir kommen hierher wegen einer Friedenskonferenz, und dieser Herr stiftet nur Unruhe, wiegelt alle auf, führt sich auf wie ein Irrer. Angeblich hat er net einmal reden können, auch kein Wort Englisch…

2.GdM.: Uns kann ja das egal sein, ich mach das, was ich will…von diesem Jungen da, lass ich mir nichts sagen, wir haben schließlich drei Wochen lang, oder waren es zwei, diese Affen da in Wien, in ihrem Fuchsbau am Rande der Stadt beschattet.

1.GdM.: Und dann haben die uns noch beschattet, diese Russen, ohne dass wir es bemerkt haben. Was wollten die eigentlich?

2.GdM.: Keine Ahnung, vielleicht glauben's, wir haben a Ufo versteckt…

1.GdM.: Ach wo, die Ufos gibt es überall, net nur bei uns.

2.GdM.: Ja, doch dieser Breitfuss erzählt überall, dass sie Österreich besonders lieben, des wär' a sicheres Versteck, weil das österreichische Bundesherr nur schlecht ausgerüstet ist. Die würden mit ihren alten Fliegern kein Ufo einholen…und deswegen hausen’s in rauen Mengen bei uns.

1.GdM.: So ein Quatsch, wer glaubt so etwas. Einem Ufo kommst gar net bei, ein Bekannter hat eines g’sehen, weißt, wie des geflogen ist in der Steiermark? Da kommt der beste Kampfjet net mit, nein, des ist ein totaler Blödsinn. Ich weiß net, warum die hier sind und uns bespitzeln…seit wann bespitzelt man Leute vom Sicherheitsdienst?

2.GdM.: Bist vielleicht ein Doppelagent.

1.GdM.: Ich? Das ich net lach. Es ist nur gut, dass diese beiden Vollkoffer keine Ahnung haben, wer wir in Wirklichkeit sind. Unser Chef und der Herr Österreicher haben denen erzählt, dass wir die Russen bespitzeln, auskundschaften nach ihrer besonderen außerirdischen Technologie und die zwei Verrückten haben das gefressen. Na ja, blöd sind halt die beiden.

2.GdM. Aber auf trab halten sie dich. Eingesperrt haben’s den Breitfuss g’habt, allerdings nur a halbe Stund und haben ihn dann freigelassen. Stell dir das vor, herum telefoniert haben’s und gemeint, sie geben uns Österreichern noch eine Chance. Wir sollen ihnen diesen Idioten vom Leib halten, wenn er in China ist, sind sie froh darüber.

1.GdM.: Na, die Chinesen werden sich freuen, wenn er kommt, wenn sie von diesem Vorfall erfahren, weißt, was dann passiert, dann sind wir im Dauereinsatz, müssen denen auf Schritt und Tritt verfolgen. Wie komm ich dazu, dass ich dem nachrenne. Ich bin doch kein Sportler.

2.GdM.: Deine Pflicht wär' es halt gewesen, schließlich bist du dazu ausgebildet worden.

1.GdM.: Ich bin doch nicht so verrückt wie diese Polizisten, die sich ein Skateboard ausborgen und Inlineskater, die sind dem tatsächlich nachgefahren, kannst dir das vorstellen…ich hätt' das nicht gemacht. Da kriegst ja an Herzinfarkt, wenn's diesem Kerl fünfmal um den Roten Platz nachfahren musst. Und diese saublöde Idee von der Sprungschanzen!

2.GdM.: Na, so dumm ist des nicht. Wir haben schließlich auch vor unserem Rathausplatz den Weihnachtsmarkt, direkt beim Bürgermeister, und dann ist da der Eistraum. Warum sollen die Moskauer net Schi fahren, die könnten Langlaufen und ein paar Wodkastandl aufstellen, da können sie sich wärmen.

1.GdM.: Die Idee gefällt dir wohl…von mir aus. Doch die Sprungschanzen...das ist doch ein Blödsinn. Wo willst da hinspringen? Über die Rote Mauer?

2. GdM.: So ganz unrecht hat er nicht, der Herr, auch wenn er sonst ziemlich dumm ist. Hat vom Frieden geredet und führt sich auf wie ein Geistesgestörter. Weißt, wie er sich heraus geredet hat? Er geht mit gutem Beispiel voraus, man muss auch gelegentlich das Verrückteste tun, und…das Beste kommt noch...da haben die Beamten ordentlich geschaut.

1.GdM.: Geredet hat er von dieser Volksnähe, gelesen hat er, so hat er es diesen Beamten erzählt, dass man in diesem Land die Menschen nur unterdrückt hat, da sind die Panzer aufmarschiert und diese Verrückten wären zu dieser Mumie gepilgert, so hat er berichtet.

2.GdM.: Welche Mumie? Ich hab gar net g’wusst, dass die Russen ägyptische Kunstschätze haben, du etwa?

1.GdM.: Vergiss es, den Lenin hat er g’meint, den Einbalsamierten.
Hör weiter. Dann hat dieser blöde Kerl, vor den Beamten, das glaubst du kaum, denen erklärt, dass es jetzt Zeit wäre, sich mehr um das Volk zu kümmern, wie die Österreicher unter ihren Kaiser. Der kommt mit seinem Kaiser daher, weil Österreich noch eine Monarchie ist. Schon Josef II. hätte sich unter das Volk gemischt und viele Reformen erlassen. Das hätte ich mir net anhören wollen. Die Russen haben nur so gestaunt, was der Alte gewusst hat. Das hätte man dem nie zugetraut. Und ich hab immer gedacht, der sitzt in seinem Büro und hat keine Ahnung. Angeblich soll er ja noch nie was gearbeitet haben. Auf jeden Fall belesen ist der, wenngleich er einiges durcheinander mixt. Also, diesen Herrn von der Staatspolizei erzählt er, dass es heute wichtig sei, mehr für das Volk zu tun, denen zu helfen, und zählt die ganzen Reformen vom Kaiser auf. Schließlich hat ihn der eine Polizist zusammen geputzt und hat gemeint, er sei nicht hier, um eine Geschichtsstunde zu halten. Angeblich hat seine Alte ihm erklärt, dass die Russen den Lenin einbalsamiert haben, a so a Leich wolle er sich niemals anschauen, der gehöre in ein Grab, hat er g’meint, und außerdem gehöre jetzt etwas Neues her, nicht dieses alte Zeug von der Revolution. A richtiger Weihnachtsmarkt oder Adventmarkt, Schießbuden, Ringelspiel neben seiner Schanzen, damit die Moskauer auf andere Gedanken kommen und diese Revolutionäre vergessen. Kannst dir das vorstellen? A Ringelspiel bei minus 30 Grad? Der ist doch bescheuert! Da ist seine Idee vom Hundeschlittenrennen zehnmal besser.

2.GdM.: Was? Ist der verrückt? Wir sind doch nicht bei den Eskimos?

1.GdM.: Diese Idee wäre ihm bei der Verfolgungsjagd gekommen, auf die sei er besonders stolz und das würde er dem Präsidenten bei seinem Besuch vorschlagen. Der will tatsächlich einen ordentlichen Rummelplatz für das Volk. Einen Vogel hat der. Das ist dasselbe, wie wenn’st bei uns am Heldenplatz vor dem Bundespräsidenten eine Geisterbahn hinstellst.

2.GdM.: Was war dann?

1.GdM.: Dann haben die Beamten gemerkt, dass der Herr net ganz dicht ist. Sie haben ein wenig telefoniert und ihn dann nach wenigen Minuten freigelassen. Uns haben’s ausrichten lassen, wir sollen ihn beschatten, in eine Anstalt einweisen lassen oder möglichst bald außer Landes schaffen. Ich bin ja schon so gespannt auf unseren Neuen, was dem einfällt.

2.GdM.: Ich schätze…dir ist bereits was eingefallen.

1.GdM.: Na sicher, was glaubst denn. Kennst mich net? Die zwei Kerle werden wir nicht los, wenn wir sie nicht beschäftigen. Die rennen uns davon. Was tun wir da? Wir besorgen ihnen genau das, was sie sich vorgenommen haben. Der eine ist der Oberboss für Ufofragen, hat aber selber noch kein einziges gesehen, der andere auch noch keinen Alien.

2.GdM.: Wo willst denn einen Alien hernehmen?

1.GdM.: Och, da fällt mir schon was ein. Ich hab da so meine Ideen. Wir locken sie überhaupt aus der Stadt, das wäre das sicherste für uns alle. Unter dem Vorwand, dass wir ihnen was besonderes zeigen, einen Platz, wo ein Ufo gelandet ist, geben ihnen ein paar Fotos von uns in die Hand, ein paar Kameras, drucken denen ein paar nette Geschichten hinein, und ein Nachmittag ist wieder gerettet. Einer von diesen Leuten da, diesen Russen, kann uns sicher weiter helfen. Der kennt den nächsten Militärflughafen. Wir setzen die beiden vor a uralte Maschin' und lassen sie spionieren. Da können’s nichts anrichten, wir brauchen uns net anstrengen, du druckst denen irgendeinen alten Bericht über Ufosichtungen von irgendeinem Land in die Hand. Die fressen uns doch aus der Hand, die können ja net einmal einen Hubschrauber von einem Flugzeug unterscheiden. Wir setzen ihnen was Delikates vor und weg sind sie von Moskau. Dann lassen wir sie ein wenig buddeln in der Erde und wühlen in irgendwelchen Akten, der Alte da mit seinen Toupet ist fotografiersüchtig wie diese Japaner, wir besorgen ihm einen Alien, irgendeiner wird schon bereit sein, sich zu verkleiden, dann haben wir unsere wohlverdienten Urlaub und der Herr Oberklugscheißer, der do jetzt angeflogen kommt, kann nach Hause fahren.

Das Handy läutet, der 1.GdM nimmt es und spricht: Ja,…wir sitzen hier, unten, gleich gegenüber der Rezeption, nur ein paar Meter entfernt, …sie verfehlen uns nicht…Ja, tu ich…werd ich ihm ausrichten…bis später.

2.GdM.: Wer war’s?

1.GdM.: Unser neuer Kollege, er ist schon da und stell dir vor…er hat einen Plan. Beschäftigen will er die beiden …so wie wir…beauftragen mit einer delikaten Arbeit. In ein paar Minuten ist er hier im Hotel. Er hat übrigens schon alles geregelt und mit den russen hier abgeklärt…morgen werden die beiden Herren abgeholt mit einem Auto und weggebracht.

2.GdM.: Beide? Es war eigentlich nur einer verrückt.

1.GdM.: Macht nichts. Die wollen beide aus dem Schussfeld haben. Dieser Weber da…hat angekündigt, dass er diesen Song öffentlich vortragen wird.

2.GdM.: Welchen Song?

1.GdM.: dieses verrückte Lied über die Ufos, die am Heldenplatz landen. Das dürfen wir natürlich nicht zulassen. Unsere Gastgeben wären entsetzt…apropos Singen…diese junge da, Knackal heißt die, die singt furchtbar…doch den Song hat die perfekt im Ohr, den gesamten Text kennt die auswendig.

2.GdM.: Dafür bringt sie die gesamten russischen Namen durcheinander, a Glück, dass sie auf dem Empfang den russischen Präsidenten nicht für jemanden anderen g’halten hat. Ich hab schon g’laubt, dass sie Österreich wieder ordentlich blamiert.

1.GdM.: Na, die Frau ist der reinste Horror…alleine wie sie ausschaut und diese Stöcklschuh. Die eine Beamtin, die sie heimlich im Visier hat, hätt' beinahe der Schlag getroffen, wie sie auf den Präsidenten losgestürmt ist…Gott sei Dank ist dem nichts passiert.

2.GdM.: Hat sie irgendetwas Beleidigendes zum Medwedew g’sagt?

1.GdM.: Nicht, dass ich wüsst', sie hat nur vorher laut verkündet, dass diese Politiker von früher alt und schiach ausg’schaut haben…und dass ihr der jetzige besonders gut g’fällt, zu gut, wahrscheinlich. Dann sind ihr wieder einmal alle Zettel hinunter geflogen…dass die auch so viel mitschleppt an Mappen.

2.GdM.: Das ist die erste Sekretärin vom Breitfuss, verstehst?

1.GdM.: Der hat doch nur eine, wieso ist das die erste?

2.GdM.: Eben, a zweite solche kann er sich nämlich net leisten. Was die alles durcheinander bringt. Am besten von den drein kann’s noch die Sprachen…ich mein, mehr Vokabeln kann’s, besser reden als dieser Wahnsinnige da…aber die Namen bringst durcheinander und die Funktionen dieser Leute. Beinahe hätt' sie, so sagte die eine Beamtin mir, hätte sie den Präsidenten mit irgendeinem anderen Agenten verwechselt…

1.GdM.: Hat die irgendetwas von uns mitgekriegt?

2.GdM.: Ach wo, die drei wissen doch gar net, dass wir wegen ihnen hier sind und sie beschatten. Unsere Beamtin geht morgen mit ihr shoppen, am Vormittag, da kann sie sich wieder ein paar bunte Fetzen, russische, kaufen…dass diese Weiber immer so viel G’wand brauchen und Schuh, versteh ich net…Wem g’fällt die schon? Wenn’s ständig alles durcheinander bringt und ihr die Zettel runterfallen lässt…

1.GdM.: Das heißt, wir haben morgen die Dame auch los?

2.GdM.: Ja, und da unser neuer Kollege, Werner heißt der übrigens, schon alles organisiert hat, brauchen wir eh nichts tun….wir sind wieder einmal überflüssig.

1.GdM.: Wozu wir hier sind? Völlig für die Katz war die Reise. Wen sollen wir beschatten? Die Russen erledigen das morgen wohl?

2.GdM.: Nein, wir werden schon mitfliegen müssen, anstandshalber. Schaun wir mal, welche Aufgaben die beiden Herren morgen zugewiesen bekommen. Ich würd' ja nur lachen, wenn…wenn…

1.GdM.: Wenn, was?

2.GdM.: Wenn der Werner die beiden Mal vor dem Computer setzen würd…die beiden haben doch keine Ahnung von einem PC, die sehen zum ersten Mal a Tastatur und a Maus. Falls dem Werner die Ideen ausgehn, erinnerst mich daran, wir spielen denen ein paar Videos und Ufobilder zu…

1.GdM.:…dann werden diese Beamten, diese Ufoexperten einen Bericht verfassen…am Computer sitzen…wart, mir fällt noch etwas ein…ich hab irgendwo einen alten Metalldetektor…den werd ich morgen mitnehmen, da lassen wir sie ein wenig in der Erde buddeln, bis sie schwarz werden.

2.GdM.: Hast recht, nur nichts g’fallen lassen von solchen Laien. Die haben nicht den blassesten Dunst von Außerirdischen, wollen aber bei der Konferenz mitreden. Denen werden wir gehörigst heimleuchten… und wir…machen uns einen netten Tag. Bespitzeln kann auch wunderbar sein…vor allem dann, wenn es sich um zwei Idioten wie diese handelt. Das letzte Mal habe ich noch Tage später mit meinen Kollegen g’lacht über die….wir der Breitfuss mit diesem Japaner beisammen war. Mensch, war des a Hetz…köstlich war des.

1.GdM.: Wo der Werner nur bleibt?

2.GdM.: Der kommt net, hat er vorhin gesagt, das soll ich dir ausrichten. Wir sind hier fertig, wir können uns ins Bett schmeißen, denn dieser Breitfuss wird,…nachdem er sich heute viel geleistet hat, morgen net vor 8 Uhr aus dem Bett steigen.

1.GdM.: Wahrscheinlich trat er sich gar net hervor aus seinem Zimmer und lässt sich das Frühstück in den dritten Stock bringen. Die haben ihn ja heute ordentlich angeschnauzt…

2.GdM.:Gemma schlafen…denn morgen beginnt ein neuer Tag…hoffentlich a ruhiger.



Schluss?


Man sieht wie gewohnt das Zimmer im Amtsgebäude in Wien, bei der MA 2412. Herr Klaus sitzt in seinem Weihnachtskostüm in seinem neuen Büro, das frühere Zimmer von der Knackal. Soeben läutet das Telefon. Herr Klaus hebt ab.

Klaus: Amt für Weihnachtsdekoration, hier spricht der Weihnachtsmann….(mehr ist nicht mehr zu hören…)

Es folgt die nächste Szene, das ehemalige Amtszimmer von Herrn Weber und Herrn Breitfuss, jetzt würdiges Arbeitszimmer von drei schwer arbeitenden Mitarbeitern der Stadt Wien. Wieder läutet das Telefon. Ing. Breitfuss, mehr als lässig gekleidet, schlendert schön langsam zum Telefon und hebt gemütlich ab. Es braucht seine Zeit, bis er den Hörer an sein Ohr bringt. Die Reise nach Asien hat es mit sich gebracht, dass er seither jeden Gegenstand dreimal anschaut und fünfmal putzt. Er nimmt den Hörer, wischt ihn zuerst in seiner Hosen ab, dann in seinem Hemd, Frau Knackal beobachtet ihn dabei gespannt und grinst herüber von ihren neuen Schreibtisch, den sie als Belohnung nach der Reise von der Regierung erhalten hat, während Breitfuss den Hörer mit einem Staubtuch zum dritten Mal poliert. Die ganze Zeit läutet es.

Knackal: Na,…heben's schon ab…Herr... Herr OGD!

Breitfuss: Ich hab…ich hab…schau nur mehr…wo diese Viecha, diese Wanzen sitzen…ja, das bin ich….mit wem habe ich die Ehre…ach Sie, Frau Direktor….ja, hier Ing. OGD Engelbert Breitfuss, Chef für Ufoangelegenheiten von der Internationalen Organisation für friedvolle Zusammenarbeit zwischen Menschen und extraterrestrischen….hm außeririschen Bewohnern….ja, meine Gnädigste…das werde ich für sie tun…(man hört nichts mehr, denn soeben läutet bei Herrn Weber das Telefon)

Weber: Direktor Weber, Abteilungsleiter der städtischen Ausbildung für österreichische Geheimagenten….(auch er spricht und man hört nichts, weil alle drei ziemlich laut reden und einer den anderen übertönt)

Knackal (sitzt alleine da und schaut etwas bekümmert drein): Also…wie soll ich es ihnen sagen…a Frechheit war des schon…wie wir zurück gekommen sind von der….du meine Güte, dieser entsetzlichen Reise…alle haben was gekriegt…nur ich nicht…außer diesen schiachen neuen Schreibtisch, den keiner wolln hat, den haben’s mir angedreht. Um mich…hat sich ja nie einer gekümmert….was sag ich…auf der Reise schon…aber nachher…wie ich in Wien angekommen bin. Alle haben sich auf unseren Herrn OGD gestürzt, die gesamte Presse, und unseren Herrn Weber haben’s als Sänger in den höchsten Tönen gepriesen…und dann…ist nach ein paar Tagen wieder mein Mausizahndi aufgetaucht…o Gott, war des furchtbar. Hat g’sagt, jetzt ist er wieder da…und wart auf mich…und da drüben in China hab ich die schönsten Männer g’habt, …ich mein…g’sehn hab ich sie, und in Japan….nein, dieser…Masa…oder Misuripiktu…oder wie dieser Kerl g’heißen hat…der war ja wirklich süß…nur leider hat der ein kleins Kind g’habt, von 8 Jahren…des hätt mich eigentlich nicht g’stört, nur, dass es von seiner Frau war…des schon…ja, und da drüben hat den Herrn Weber so richtig die Arbeitswut gepackt…sodass er hier in Wien gleich zu meinem Mausizahndi g’laufen ist und um Versetzung angesucht hat. In Zukunft hat er g’sagt möchte er für die Stadt Wien noch mehr arbeiten…stellen’s ihnen des vor…noch mehr…dabei hat er kurz vor der Reise erst mitkriegt, dass es so was wie eine Arbeit gibt. Und mein Mausizahndi, der Herr Senatsrat, war hellauf begeistert von seiner Idee. Sofort hat er g’sagt, dass er seinem Plan zustimmt….(fängt furchtbar zu heulen an)….und jetzt bin ich die einzige, die nichts gekriegt hat außer diesen schäbigen Tisch von der Regierung, den sie aus dem Parlament hinausgeschmissen haben, weil sie das Parlament innen auch renovieren…da schmeißen sie alle Tische und Sessel raus…haben’s g’sagt…und der Tisch sei ein Werbegeschenk vom Bundeskanzler, net einmal (heult wieder) vom Bundespräsidenten….und dann hat dieser Weber sich hingestellt vor seinen Spiegel…mit seinem Aktenkoffer und hat g’sagt (mit verstellter Stimme, einen Mann nachahmend)…Mein Name ist…Weber…Mike Weber, Agent 001 im Auftrag der österreichischen Bundesregierung. Gerade in diesem Moment ist der Herr OGD Breitfuss bei der Tür herein gekommen, hat wieder einmal gefaulenzt wie früher, es war schon nach 9.00, und hat zu meinem neuen Chef, dem Herrn Weber gesagt.

Breitfuss: Sagen sie mal, Herr Kollege Weber…mit wem reden sie da…und was ist des…a Aktenkoffer?

Weber: Mein Name ist Weber, Mike Weber…Agent 001…

Breitfuss: San sie narrisch, das heißt doch anders…Warten’s amal…und wie sie da stehn, völlig windschief…wie ein altes Haus mit einem kaputten Schornstein….so muss man da stehen…so (zeigt es vor, ganz lässig, macht sich dabei nur lächerlich)…Mein Name ist Bond…James Bond, Agent 007 im Auftrag ihrer Königin…

Dann haben diese beiden Streithammeln natürlich zum Streiten angefangen…jeder wollte der bessere Agent sein und den anderen ausstechen…und auf einmal ist die Tür aufgegangen und der Herr Sektions-…was sag ich, mein Mausizahndi ist vor uns gestanden und hat mit uns geredet, na a Ansprach hat er g’halten.

Sektionschef: Meine Herren, soeben hat mir der Herr Bundeskanzler gratuliert, dass unserer Abteilung eine weiter wichtige Aufgabe zugeteilt wurde. In Zukunft können sich alle Österreicher und Österreicherinnen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dem österreichischen Staat zu dienen, bei uns, bei der MA 2412 melden. Hier am Rande der Stadt werden in Zukunft die neuen Geheimagenten von unserem ehrenwerten Herrn Direktor Mike Weber ausgebildet…weil es in unserem schönen Österreich, besonders aber in der Stadt Wien, nur so von Agenten wimmelt. Die Gemeinde Wien hat nun Gegenmaßnahmen ergriffen gegen diese Agentenflut und hat zu diesem Zweck den Herrn Direktor, der da vor ihnen steht (Weber verbeugt sich stolz) mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe betraut. Wie sie ja wissen, liebes Publikum, hat ja dieser Herr während seiner Asienreise wiederholt bewiesen, dass er dieser Arbeit gewachsen ist und somit erlaube ich mir, ihm heute das Verdienstkreuz der Stadt Wien im Namen des Bürgermeisters zu überreichen (heftet ihm das Kreuz an das Hemd und schüttelt ihm die Hand), da er wie sie gesehen haben alle Vorzüge und Fähigkeiten besitzt, um in den Dienst eines Geheimagenten zu treten.

Knackal: Ja, das war a Schock für uns alle, nicht nur für den Herrn Breitfuss…der auf einmal eine Konkurrenz da gekriegt hat…nein, auch für mich…denn stellen sie sich vor…dieser Weber da…(heulend)…für den muss ich jetzt auch arbeiten…bin seine erste Sekretärin geworden…und wissen's, was dieser Herr…eigentlich alle beide seither gemacht haben? Nichts, gar nichts…sie seien Beamte…sie hätten schon genug getan…sie waren schließlich auf einer Weltreise gewesen… und ich sitzt da und soll hakeln… da hab ich mir gedacht…ich bin ja nicht blöd, wozu arbeiten…zum Arbeiten ist der Herr Klaus da…aber…oh Schreck…der Herr Klaus…war leider nicht mehr der Alte…ich mein…so wie früher. Früher hat er Geschenke gezaubert…jetzt wo ihn alle für einen…ah, das wissen sie ja gar nicht…. weil sie ja noch nicht die Fortsetzung gehört haben…ich verrat nur so viel…der Herr Klaus hat uns allen einen ordentlichen Schrecken eingejagt…in Asien da drüben…und erst der Herr Breitfuss….(steht vom Schreibtisch auf) Jetzt reden die drei schon seit einer Viertelstunde und das geht noch mindestens zwei Stunden so, den ganzen Tag telefonieren sie nur…wie soll da einer arbeiten…ich weiß was…ich hole mir jetzt den Film her…na sie wissen schon…über unsere Reise…den wollen’s bestimmt sehen…und schau mir den am Computer an….hihihi….das habe ich in Japan gelernt, wie man eine DVD in den Computer einlegt und dann auf eine Taste drückt…wartens einmal….(drückt, es tut sich nichts)…nein, die ist es nicht…na vielleicht die da…die ist es auch nicht…ja, der Computer hat viele Tasten…und nur eine Maus…das hat mir der Misukazimoku…oder wie der geheißen hat in Tokio erzählt…aber sie wissen ja die Geschichte…was? Die kennen sie nicht? Sie kennen noch immer nicht die ganze Geschichte von der MA 2412…na so was…und ich hab dacht…na, dann wissen sie ja nicht, was
der Herr Breitfuss angestellt hat…und der Herr Weber….bitte…ich war ganz brav…nur ein paar Mal…sind ein paar Sachen passiert….jetzt habe ich die richtige Taste (es zeigt sich ein Bild, man hört den Ton, Film läuft weiter)…sehen sie…na, was reden sie da…sie haben ja doch was gesehen…jetzt (schaut in den Computer hinein und drückt eine Taste) sie haben schon fünf Kapitel angeschaut…das weiß ich…das steht da geschrieben…bin ich nicht auch eine Superagentin…na, ich glaub schon…was denken sie…oder soll ich gleich zum Film gehen…ich würd' sagen… wir schauen uns mal den Film fertig an…bis diese drei Männer fertig sind mit ihrem Telefonat.